Herzrhythmus nach Ablation: 18 statt 28,3 Prozent Rückfälle mit Kombitherapie
Veröffentlicht am: 08.11.2026 um 23:48 Uhr | Redaktion boerse-global.deBei Patienten mit Vorhofflimmern und gleichzeitigem Bluthochdruck stellt die Phase nach einer Katheterablation eine kritische Etappe für den dauerhaften Therapieerfolg dar.
Auf den Scientific Sessions der American Heart Association im November 2026 in Chicago vorgestellte Untersuchungsergebnisse geben Aufschluss darüber, wie sich spezifische medikamentöse Ansätze auf das Wiederauftreten von Herzrhythmusstörungen auswirken.
Die sogenannte SUPERIOR-Studie analysierte hierzu den Einsatz einer kombinierten Wirkstofftherapie im Vergleich zu einer Standardbehandlung bei älteren Hypertonikern.
Studiendesign und Behandlungsansätze im Vergleich
An der randomisierten Untersuchung nahmen 320 Erwachsene aus China teil, die mindestens 55 Jahre alt waren. Das Durchschnittsalter der Kohorte lag bei 68 Jahren, der Frauenanteil betrug 41,2 Prozent.
Bei rund 66,6 Prozent der Teilnehmer lag ein paroxysmales Vorhofflimmern vor. Alle Probanden hatten sich im Zeitraum zwischen Februar 2023 und Januar 2025 einer Katheterablation unterzogen.
Die Studienpopulation wurde in zwei Behandlungsgruppen aufgeteilt: Ein Teil der Patienten erhielt die Wirkstoffkombination Sacubitril/Valsartan in einer Dosierung von 100 Milligramm einmal täglich.
Die Kontrollgruppe wurde mit einer Monotherapie aus Valsartan in einer Dosierung von 80 Milligramm einmal täglich behandelt. Primärer Fokus der Untersuchung war das Auftreten dokumentierter atrialer Tachyarrhythmien über einen Nachbeobachtungszeitraum von zwölf Monaten.
Rhythmuskontrolle und Blutdruckverlauf nach zwölf Monaten
Nach zwölf Monaten zeigte sich ein messbarer Unterschied zwischen den beiden Behandlungsarmen. In der Gruppe unter Sacubitril/Valsartan lag der Anteil der Patienten mit einem dokumentierten Rezidiv von Vorhofarrhythmien bei 18 Prozent. Unter der Monotherapie mit Valsartan betrug die Rezidivrate hingegen 28,3 Prozent.
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Bezüglich der Blutdruckwerte wiesen beide Regime vergleichbare Effekte auf. Der systolische Blutdruck sank in beiden Gruppen um circa 10 mm Hg. Auch bei der ambulanten 24-Stunden-Blutdruckmessung zeigte sich kein signifikanter Unterschied zwischen den beiden Gruppen.
Die verbesserte Rhythmusstabilität unter der Kombinationstherapie trat demnach auf, ohne dass sich das Gesamtausmaß der Blutdrucksenkung nennenswert von der Standardtherapie unterschied.
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Vorläufiger Charakter und methodische Limitationen
Die am 6. November 2026 vorgestellten Ergebnisse sind als vorläufig einzustufen. Die Daten wurden als Konferenz-Abstract präsentiert und haben den regulären Peer-Review-Prozess noch nicht durchlaufen.
Zudem weisen die Studienunterlagen auf methodische Einschränkungen hin: Die Untersuchung wurde als offene Studie mit intermittierender Rhythmusüberwachung konzipiert. Zudem beschränkte sich das untersuchte Kollektiv auf ältere Bluthochdruckpatienten in China, womit die Übertragbarkeit auf andere Patientengruppen weiterer klinischer Überprüfung bedarf.
