Herzrasen und Schwindel: Sechs Atemzüge pro Minute können Stress senken
Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 20:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Wenn Schwindel, Nackenbeschwerden, Ohrgeräusche oder plötzlich auftretendes Herzrasen den Alltag bestimmen, neurologische und kardiologische Untersuchungen jedoch ohne organischen Befund bleiben, stehen Betroffene oft vor einem Rätsel.
Der auf das vegetative Nervensystem spezialisierte Oldenburger Physiotherapeut David Renken weist auf Zusammenhänge hin, die häufig im Zusammenspiel von körperlicher Fehlhaltung und anhaltender Reizüberflutung liegen.
Ursachen im Zusammenspiel von Muskulatur und Nerven
Nach Einschätzung von David Renken resultieren Beschwerden wie Schwindel oder Tinnitus bei unauffälligen medizinischen Befunden häufig aus jahrelangen einseitigen Haltungsmustern, aus dem Gleichgewicht geratenen Muskelgruppen sowie Warnreaktionen des vegetativen Nervensystems.
Renken, der von Oldenburg aus bereits über 300 Menschen online in Deutschland, Österreich und der Schweiz begleitet hat, betont dabei ausdrücklich die Notwendigkeit, derartige Symptome vorab stets umfassend ärztlich abklären zu lassen.
Bei funktionellen neurologischen Beschwerden sind die Nervenstrukturen organisch intakt, während die neuronale Signalübertragung beeinträchtigt ist. Dies kann sich in Form von Taubheitsgefühlen, Benommenheit und Schwindel äußern. Anhaltender Stress kann derartige Beschwerden imitieren, verstärken oder bestehende Grunderkrankungen zusätzlich belasten.
Treten Begleitsymptome wie ein Druckgefühl im Kopf auf, handelt es sich meist nicht um ein eigenständiges Krankheitsbild, sondern um eine Reaktion auf muskuläre Blockaden, Spannungskopfschmerzen, Dehydration oder chronische Anspannung.
Akute Warnzeichen und notwendige Differenzierung
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Trotz des oft funktionellen Charakters der Beschwerden erfordern bestimmte Warnsignale sofortige notfallmedizinische Hilfe. Treten akute Ausfallerscheinungen wie einseitige Lähmungen, plötzlicher Sprachverlust, extrem heftige und schlagartig einsetzende Kopfschmerzen oder hohes Fieber in Verbindung mit Nackensteife auf, muss umgehend eine Notaufnahme aufgesucht werden. Auch bei neu auftretendem einseitigem Hörverlust oder akutem Schwindel ist eine zeitnahe fachärztliche Untersuchung geboten.
Gezielte Entlastung im Alltag
Liegt keine organische Notfallsituation vor, können Betroffene mit strukturierten Maßnahmen die muskuläre und neuronale Entlastung fördern. Als unmittelbare Sofortmaßnahmen bei muskulären Blockaden und Druck im Kopf gelten Frischluft, das Trinken von ein bis zwei Gläsern Wasser sowie sanfte Nackenentspannung.
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Langfristig empfehlen Fachleute regelmäßigen Ausdauersport, progressive Muskelentspannung nach Jacobson, gezielte Kiefer- und Gesichtsmassagen sowie eine tägliche Flüssigkeitszufuhr von mindestens 2 bis 2,5 Litern.
Eine gezielte Regulation des vegetativen Nervensystems lässt sich zudem über kontrollierte Atemtechniken erreichen. Wer über drei bis fünf Minuten hinweg den Atem verlangsamt – etwa vier Sekunden einatmet, eine kurze Pause einlegt und rund sechs Sekunden ausatmet, sodass etwa sechs Atemzüge pro Minute erreicht werden –, kann die Herzfrequenz und den Blutdruck senken, Stresshormone wie Adrenalin reduzieren und die Herzfrequenzvariabilität verbessern.
Personen mit schweren Lungenerkrankungen, unkontrolliertem Asthma oder sehr niedrigem Blutdruck sollten hierzu vorab medizinischen Rat einholen. Bei chronischen Ohrgeräuschen bietet zudem die kognitive Verhaltenstherapie einen wissenschaftlich belegten Nutzen, um den Leidensdruck nachhaltig zu verringern.
