Herzmuskelerkrankung, SGLT2-Hemmer

Herzmuskelerkrankung: SGLT2-Hemmer senkt Risiko bei Genträgern um 82%

12.06.2026 - 02:24:18 | boerse-global.de

Neue Analyse zeigt: Dapagliflozin senkt Herzinsuffizienz-Risiko bei genetisch Veranlagten drastisch. Weitere Fortschritte in regenerativer Kardiologie.

SGLT2-Hemmer: 82% weniger Klinikaufenthalte bei Genträgern
Herzmuskelerkrankung - Nahaufnahme von Herzmuskelzellen und DNA-Strängen, die in einem Labor blau und rot leuchten, symbolisiert Genforschung gegen Herzschwäche. 12.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Eine große Analyse zeigt: SGLT2-Hemmer wirken besonders bei Patienten mit genetischer Veranlagung für Herzmuskelerkrankungen. Die Ergebnisse könnten die Behandlung grundlegend verändern.

Wirkstoff schützt Genträger dramatisch besser

Die am 10. Juni in Nature Medicine veröffentlichte Analyse der DECLARE-TIMI 58-Studie liefert beeindruckende Zahlen. Forscher um Dr. Shinwan Kany vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf werteten Daten von über 12.000 Teilnehmern aus.

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Dabei identifizierten sie 121 Personen mit krankheitsverursachenden Genvarianten. Das Ergebnis: Dapagliflozin senkte das Risiko für Krankenhausaufenthalte wegen Herzschwäche bei diesen Genträgern um 82 Prozent. In der Placebo-Gruppe lag die Einweisungsrate bei 16 Prozent, unter Therapie bei nur 3,1 Prozent.

Bei Patienten ohne entsprechende genetische Merkmale fiel die Risikoreduktion mit 30 Prozent deutlich geringer aus. Besonders bemerkenswert: Asymptomatische Genträger unter Dapagliflozin mussten gar nicht ins Krankenhaus.

Zellproduktion wird siebenmal schneller

Die regenerative Medizin macht ebenfalls Fortschritte. Im September startet das EU-Projekt iNDUCARE – gefördert mit acht Millionen Euro. Die Medizinische Hochschule Hannover ist mit zwei Millionen Euro beteiligt.

Ziel ist die Optimierung von Herzmuskelzellen aus induzierten pluripotenten Stammzellen. Bisher benötigt die Herstellung zwölf Monate. Das Projekt will diesen Zeitraum auf sieben Monate verkürzen – eine siebenfache Beschleunigung.

Durch Künstliche Intelligenz und kleinere Bioreaktoren (300 Milliliter statt zwei Liter) sollen die Kosten um bis zu 70 Prozent sinken. Partner aus sieben Ländern arbeiten zusammen.

Mini-Schrittmacher per Pflaster gesteuert

Forscher des MIT entwickelten einen briefmarkengroßen Herzschrittmacher als Brustpflaster. Das Gerät nutzt Ultraschallwellen, um Kalziumkanäle in Herzzellen zu öffnen und den Rhythmus zu steuern.

Achtmonatige Tests an Ratten und menschlichen Herzzellen waren erfolgreich. Für den Einsatz am Menschen ist allerdings eine Gentherapie nötig, die die Herzzellen für Ultraschall sensibilisiert.

Cholin-Mangel als Risiko für Herzfehler

Eine Studie des Uniklinikums Saarland deutet auf einen Zusammenhang zwischen dem Nährstoff Cholin und angeborenen Herzfehlern hin. Etwa jedes 100. Kind kommt mit einem Herzfehler zur Welt.

Die Daten zeigen: Niedrige Cholin-Spiegel bei beiden Elternteilen könnten das Risiko für schwere Herzfehler erhöhen. Da der Cholin-Bedarf in der Schwangerschaft steigt, empfehlen Forscher weitere Untersuchungen – als Ergänzung zur etablierten Folsäure-Prävention.

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Novartis meldet Erfolg bei Muskeldystrophie

Der Pharmakonzern Novartis erzielte Fortschritte bei genetisch bedingten Muskelerkrankungen. Eine Phase-I/II-Studie mit Delpacibart braxlosiran erreichte ihren primären Endpunkt: Biomarker für Genaktivität und Muskelschäden bei Muskeldystrophie-Patienten sanken.

Die Daten werden derzeit mit Zulassungsbehörden besprochen. Eine großangelegte Phase-III-Studie läuft bereits.

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