Herzkreislauf-Modell, Forschung

Herzkreislauf-Modell: Forschung zeigt Druckwerte von 120:80 mm/ Hg

Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 06:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Analysen belegen realistische Blutdruckwerte und die Darstellung zweier Herz-Kreislauf-Erkrankungen durch Mayers historisches Modell.

Heilbronner Herzmodell: Forschung bestätigt präzise Kreislauf-Simulation
Historische wissenschaftliche Laborapparatur aus Messing und Holz in einem Archivraum. Illustration mit AI erstellt.

Ein interdisziplinäres Forschungsprojekt liefert detaillierte Einblicke in ein bedeutendes medizinhistorisches Exponat: den Herzkreislauf-Simulator von Dr. Julius Robert Mayer (1814–1878).

Die Apparatur, die der Heilbronner Arzt und Naturforscher um 1850 gemeinsam mit dem Mechaniker Hermann Autenrieth konstruierte, bildet die linke Herzhälfte nach und ist in Heilbronn ausgestellt. Neue wissenschaftliche Analysen zeigen nun, wie präzise das historische Modell die Funktionsweise des Blutkreislaufs widerspiegelt.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit und Finanzierung

Das Stadtarchiv Heilbronn hatte das Forschungsvorhaben zu Mayers Herzkreislauf-Modell im Jahr 2022 ins Leben gerufen, wie nussbaum.de in einem Bericht vom 07.10.2026 festhält. An dem Vorhaben arbeiteten mehrere Partner aus Medizin, Technik und Bildung zusammen.

Die SLK-Kliniken führten eine CT-Vermessung des historischen Objekts durch, um dessen innere Struktur exakt zu erfassen. Auf dieser Grundlage fertigte das Institut für Biomedizinische Technik der Universität Stuttgart einen funktionsfähigen Nachbau an. Zudem beteiligte sich das Robert-Mayer-Gymnasium an dem Projekt.

Ermöglicht wurde das Vorhaben durch finanzielle Unterstützung regionaler Förderer: Insgesamt 30.000 Euro an Fördermitteln stellten die Arnfried und Hannelore Meyer-Stiftung sowie die Heilbronner Bürgerstiftung für die Forschungsarbeiten bereit.

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Physiologische Druckbereiche und Abbildung von Krankheitsbildern

Die Auswertung der Konstruktion führte zu bemerkenswerten Ergebnissen hinsichtlich ihrer strömungsmechanischen Leistungsfähigkeit. Die Untersuchungen ergaben, dass das Modell Drücke im physiologischen Bereich von 120:80 mm/Hg erzeugt. Mayer und Autenrieth gelang es demnach bereits Mitte des 19. Jahrhunderts, reale Druckverhältnisse des menschlichen Kreislaufs technisch nachzubilden.

Darüber hinaus beschränkt sich die historische Konstruktion nicht auf den gesunden Normalzustand. Das System bildet auch kardiovaskuläre Pathologien ab: Sowohl eine Herzklappen-Insuffizienz als auch der sogenannte Arteriosklerose-Effekt lassen sich mit der Mechanik demonstrieren. Dies verdeutlicht den frühen integrativen Ansatz Mayers, physikalische Gesetzmäßigkeiten unmittelbar auf physiologische und pathophysiologische Prozesse des Herz-Kreislauf-Systems anzuwenden.

Vermittlung und geplante Veröffentlichungen

Die Forschungsergebnisse wurden am 29.09.2026 im Heilbronner Otto Rettenmaier Haus vorgestellt. Neben der Präsentation vor Ort stehen die Inhalte auch digital zur Verfügung: Der Podcast „Heilbronner Geschichte(n)“ widmet sich den Resultaten des interdisziplinären Projekts.

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Die wissenschaftliche Dokumentation wird derweil weitergeführt. Eine Publikation zu den Forschungsergebnissen befindet sich derzeit in Vorbereitung. Zudem ist für das erste Quartal 2027 (Q1 2027) ein wissenschaftlicher Beitrag in der Publikationsreihe „heilbronnica“ vorgesehen, der die medizinhistorischen und technischen Erkenntnisse zusammenfassend darstellen soll.

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