Herzklappeneingriff: TAVI und Vorhofohrverschluss in einer Sitzung
Veröffentlicht am: 14.09.2026 um 10:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die moderne Kardiologie steht vor der Herausforderung, eine alternde Bevölkerung mit zunehmend komplexen Krankheitsbildern effizient zu versorgen. Besonders die Kombination aus degenerativen Herzklappenerkrankungen und Herzrhythmusstörungen erfordert innovative Behandlungsstrategien.
Aktuelle Entwicklungen in der minimalinvasiven Chirurgie zeigen hierbei neue Wege auf, wie mehrere Baustellen am Herzen in einer einzigen Sitzung behandelt werden können.
Multimodale Eingriffe am Hospital Universitario de Torrejón
Ein bedeutender Fortschritt in dieser Hinsicht wurde im August 2025 am Hospital Universitario de Torrejón in Madrid erzielt. Dort führten Mediziner erstmals eine kombinierte Operation durch, die zwei bisher meist getrennte Interventionen vereinte: die Transkatheter-Aortenklappenimplantation (TAVI) und den Verschluss des linken Vorhofohrs.
Dieser kombinierte Eingriff wurde minimalinvasiv durchgeführt, was die körperliche Belastung für den Patienten signifikant reduzierte. Ein Beleg für die Effizienz dieses Ansatzes ist die kurze postoperative Verweildauer.
Der Patient konnte bereits nach weniger als 48 Stunden aus der Klinik entlassen werden. Solche kombinierten Verfahren zielen darauf ab, das Risiko für Patienten zu senken, die andernfalls zwei separate Operationen und die damit verbundenen Erholungsphasen durchlaufen müssten.
Prävalenz der Aortenklappenstenose bei Senioren
Immer mehr Senioren leiden gleichzeitig an Aortenklappenstenose und Vorhofflimmern — und stehen damit vor zwei getrennten Eingriffen mit langen Erholungsphasen. Ein neuer Ansatz bündelt Klappenersatz und Vorhofohrverschluss in einer einzigen minimalinvasiven Sitzung; ein Madrider Klinikteam entließ den ersten so behandelten Patienten nach unter 48 Stunden. Kostenlosen Leitfaden zum Kombi-Eingriff anfordern
Die Relevanz solcher Verfahren wird durch epidemiologische Daten unterstrichen. Die Aortenklappenstenose, eine Verengung der Herzklappe, die den Blutfluss behindert, ist eine typische Erkrankung des höheren Lebensalters. Laut Daten der Fachgesellschaft SEC sind etwa 3 Prozent der Bevölkerung im Alter von über 75 Jahren von dieser Erkrankung betroffen.
Da die Lebenserwartung weiter steigt, nimmt auch die Zahl der Patienten zu, für die herkömmliche offene Herzoperationen aufgrund von Vorerkrankungen oder allgemeiner Gebrechlichkeit ein hohes Risiko darstellen. Minimalinvasive Techniken wie die TAVI haben sich hierbei als Standard für Patienten etabliert, bei denen ein chirurgischer Klappenersatz nicht optimal erscheint.
Vorhofflimmern als verbreitete Begleiterkrankung
Häufig tritt eine Aortenklappenstenose zusammen mit Vorhofflimmern auf. In Spanien sind Schätzungen zufolge mehr als 600.000 Menschen von dieser Form der Herzrhythmusstörung betroffen. Das Vorhofflimmern erhöht das Risiko für Schlaganfälle massiv, da sich im linken Vorhofohr Blutgerinnsel bilden können.
Wer trotz Blutverdünner weiter Schlaganfall-Angst hat oder die Medikamente nicht verträgt, findet im mechanischen Vorhofohrverschluss eine Alternative — und kann ihn heute mit dem Klappenersatz in einer Sitzung verbinden lassen. Der Leitfaden zeigt Schritt für Schritt, für welche Patienten das infrage kommt. In 3 Schritten zum passenden Verfahren
In Fällen, in denen eine medikamentöse Therapie mit Blutverdünnern nicht möglich oder nicht ausreichend ist, bietet der mechanische Verschluss des Vorhofohrs eine Alternative zum Schutz vor embolischen Ereignissen.
Die Integration dieses Verschlusses in den TAVI-Eingriff, wie er im Sommer 2025 in Madrid praktiziert wurde, markiert einen Trend hin zu umfassenden kardiologischen Interventionen. Fachleute sehen in der Bündelung solcher Maßnahmen das Potenzial, die klinischen Ergebnisse zu verbessern und gleichzeitig die Ressourcen im Gesundheitswesen durch verkürzte Krankenhausaufenthalte zu schonen.
