Herzinsuffizienz: Urolithin A verbessert Herzfunktion in Tiermodellen um bis zu 80 %
Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 10:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In der medizinischen Forschung zur Behandlung der Herzinsuffizienz zeichnen sich neue biologische und technologische Ansätze ab. Insbesondere die sogenannte Herzinsuffizienz mit erhaltener Ejektionsfraktion (HFpEF) stellt Mediziner bislang vor therapeutische Herausforderungen, da für diese Form der Herzschwäche nur begrenzte Behandlungsmöglichkeiten existieren.
Aktuelle Untersuchungsergebnisse des King’s College London liefern nun Erkenntnisse zu einem Wirkmechanismus, der die Herzfunktion signifikant beeinflussen könnte.
Signifikante Verbesserung der Herzfunktion in präklinischen Modellen
Wie aus einer in der Fachzeitschrift Science Advances thematisierten Studie hervorgeht, über die am 28.09.2026 berichtet wurde, steht der Stoff Urolithin A im Fokus der Forschung. Dabei handelt es sich um einen Metaboliten, den der menschliche Körper nach dem Verzehr von bestimmten Lebensmitteln wie Granatäpfeln, Walnüssen und verschiedenen Beeren bildet.
In präklinischen Tiermodellen zur HFpEF konnte durch die Gabe von Urolithin A eine Verbesserung der Herzfunktionswerte um bis zu 80 % gegenüber unbehandelten Kontrollgruppen gemessen werden.
Die Forscher des King’s College London stellten fest, dass die Substanz die Entspannung des Herzgewebes fördert. Dies ist ein entscheidender Faktor bei HFpEF, da die Erkrankung durch eine Versteifung der Herzkammern gekennzeichnet ist. Darüber hinaus beobachtete das Team eine Verringerung von Vernarbungen im Herzgewebe sowie eine Reduktion der krankhaften Vergrößerung des Organs.
Wirkmechanismus und Tests an menschlichem Gewebe
Die wissenschaftliche Untersuchung legt zudem den molekularen Wirkweg offen. Demnach basiert der Effekt auf der Aktivierung von PKGI? über Cys42. Dieser spezifische Mechanismus scheint maßgeblich für die beobachteten strukturellen Verbesserungen am Herzen verantwortlich zu sein.
Granatäpfel, Walnüsse, Beeren — der Körper bildet daraus einen Stoff, der in präklinischen Modellen die Entspannung des Herzgewebes förderte und Messwerte der Herzfunktion um bis zu 80 % verbesserte. Was das für Menschen mit Herzschwäche bedeutet und was noch offen ist, ordnet dieser kostenlose Ratgeber verständlich ein. Kostenlosen Herz-Ratgeber anfordern
Um die Übertragbarkeit der Ergebnisse zu prüfen, setzten die Wissenschaftler den Stoff auch bei künstlich erzeugtem menschlichem Herzgewebe ein. Auch in diesen Modellen konnte eine verbesserte Entspannung des Gewebes nachgewiesen werden.
Trotz dieser Ergebnisse betonen die beteiligten Forscher des King's College London, dass es sich um präklinische Daten handelt. Klinische Studien an menschlichen Patienten sind zwingend erforderlich, um die Wirksamkeit und Sicherheit einer medikamentösen Therapie mit Urolithin A zu validieren.
Zudem wird in den Berichten klargestellt, dass eine Ernährung mit Granatäpfeln allein nicht als belegte Behandlung für eine bestehende Herzinsuffizienz angesehen werden kann. Finanziert wurde die Forschungsarbeit durch die British Heart Foundation.
Technologische Ergänzung bei fortgeschrittener Herzschwäche
Während die pharmakologische Forschung langfristige Ansätze verfolgt, zeigen Entwicklungen in der Medizintechnik unmittelbare Auswirkungen auf die Versorgung schwerstkranker Patienten. Ein Beispiel für den Einsatz innovativer Systeme ist die Versorgung mit modernen Blutpumpen bei fortgeschrittener Herzinsuffizienz.
An der MedUni Wien wird in diesem Zusammenhang der Fall von Walter P. angeführt. Der 73-jährige Patient lebt seit mehr als zwei Jahren mit einer implantierten Coreheart-6-Blutpumpe. Er war der erste Patient außerhalb Chinas, der dieses spezifische System erhielt.
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Anlässlich des Weltherztags wurde berichtet, dass der Patient trotz der schweren Grunderkrankung weiterhin einen aktiven Alltag führen kann. Solche mechanischen Unterstützungssysteme bleiben ein wesentlicher Pfeiler in der Therapie, wenn medikamentöse Ansätze nicht mehr ausreichen.
Die Kombination aus neuen biologischen Erkenntnissen zur Gewebeentspannung und der Weiterentwicklung mechanischer Unterstützungssysteme verdeutlicht die Dynamik in der kardiologischen Forschung und Behandlungspraxis im Herbst 2026. Eine Überführung der präklinischen Ergebnisse zu Urolithin A in die klinische Anwendung bleibt jedoch der nächste notwendige Schritt der wissenschaftlichen Evaluation.
