Herzinsuffizienz, SGLT2-Hemmer

Herzinsuffizienz: SGLT2-Hemmer empfohlen, auch ohne Diabetes

Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 08:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Fixkombinationen unterstützen die Blutdrucktherapie; bei Herzinsuffizienz zählen mehrere Wirkstoffgruppen zu den medikamentösen Säulen.
Ein heller, steriler Untersuchungsraum in einer Arztpraxis mit einem leeren Untersuchungstisch bei Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Die medikamentöse Behandlung von Bluthochdruck und Herzinsuffizienz stützt sich zunehmend auf standardisierte Kombinationstherapien. Fachberichte von Anfang November 2026 stellen aktuelle Fixkombinationen aus ACE-Hemmern, Angiotensin-Rezeptorblockern, Kalziumantagonisten, Betablockern und Diuretika vor, die auf eine verlässliche Blutdrucksenkung und eine verbesserte kardiovaskuläre Prognose abzielen.

Herzfrequenzkontrolle und vaskuläre Risiken

Ein zentraler Aspekt der Hypertoniebehandlung liegt neben der Blutdrucksenkung in der Kontrolle der Herzfrequenz. Die Fixkombination aus Ramipril und Bisoprolol senkt sowohl den Blutdruck als auch die Ruheherzfrequenz und kann bei Herzinsuffizienz eingesetzt werden. Fachleute empfehlen, bei einer dauerhaft erhöhten Ruheherzfrequenz von mehr als 80 Schlägen pro Minute den Einsatz von Betablockern zu erwägen.

Klinische Erhebungen unterstreichen die Bedeutung dieses Parameters: In der HARVEST-Studie wiesen 15 % der Hypertoniker eine Ruheherzfrequenz von über 85 Schlägen pro Minute auf, während rund 27 % Werte von über 80 Schlägen pro Minute erreichten.

Bei Personen mit einer sogenannten Prähypertonie geht eine Ruheherzfrequenz von mindestens 80 Schlägen pro Minute mit einer um 50 % erhöhten Gesamtmortalität einher.

Die VALUE-Studie belegt zudem, dass eine erhöhte Herzfrequenz zu Beginn und im Verlauf der Behandlung unabhängig vom erreichten Blutdruck mit einem gesteigerten Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse und die Gesamtmortalität verbunden ist.

Ergänzend zeigt die ARIC-Studie einen Zusammenhang zwischen einer höheren Ruheherzfrequenz sowie einer geringeren Herzfrequenzvariabilität und einem erhöhten Diabetesrisiko.

Zweifach- und Dreifachkombinationen zur Hypertonietherapie

Für die Hochdruckbehandlung steht eine Reihe abgestimmter Präparate zur Verfügung, die überwiegend als Ersatz- oder Eskalationstherapie fungieren:

  • Präparate von EG S.p.A. (STADA-Gruppe): Das Unternehmen vertreibt in Italien unter anderem Perindopril/Indapamid/Amlodipin EG in Dosierungen von 10/2,5/10 mg, 10/2,5/5 mg, 5/1,25/10 mg und 5/1,25/5 mg (je 30 Filmtabletten) zur Substitutionstherapie, einzunehmen morgens vor dem Essen. Bei unzureichender Monotherapie kommt Olmesartan/Amlodipin EG (28 Filmtabletten) in den Dosierungen 40 mg/5 mg (verschreibungspflichtig in Klasse A zum Preis von 9,13 Euro), 20/5 mg oder 40/10 mg zum Einsatz. Zudem vertreibt das Unternehmen Ramipril + Hydrochlorothiazid EG Stada in Packungen zu 2,5 mg + 12,5 mg sowie 5 mg + 25 mg (je 14 und 28 Tabletten).
  • Dreifachkombinationen: DOC Generici S.r.l. führt Triolm (Olmesartan medoxomil, Amlodipin und Hydrochlorothiazid) in fünf Wirkstärken von 20/5/12,5 mg bis zur Maximaldosis von 40/10/25 mg (je 28 Filmtabletten). Next Generation Distribution S.r.l. stellt mit Ramloid Kapseln bereit, die Ramipril, Amlodipin und Hydrochlorothiazid in Dosierungen von 5/5/12,5 mg bis 10/10/25 mg enthalten.
  • Weitere Zweifachkombinationen: Neopharmed Gentili S.p.A. vertreibt Neo Lotan Plus (Losartan und Hydrochlorothiazid) in 50/12,5 mg und 100/25 mg sowie Prinzide (Lisinopril 20 mg und Hydrochlorothiazid 12,5 mg, 14 Tabletten). Zentiva Italia S.r.l. bietet Candesartan + Hydrochlorothiazid Zentiva (16/12,5 mg und 32/12,5 mg), KRKA Farmaceutici Milano S.r.l. führt Dalneva (Perindopril und Amlodipin in vier Dosierungen), LaNova Farmaceutici S.r.l. listet Enefin (Enalaprilmaleat 20 mg und Hydrochlorothiazid 12,5 mg) und Istituto Luso Farmaco d'Italia S.p.A. vertreibt Bifrizide (Zofenopril 30 mg und Hydrochlorothiazid 12,5 mg).
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Bei diesen Präparaten bestehen einheitliche Gegenanzeigen bei schwerer Leberinsuffizienz sowie im zweiten und dritten Trimester der Schwangerschaft. Liegt eine schwere Niereninsuffizienz mit einer Kreatinin-Clearance von unter 30 ml/min vor, sind die thiazidhaltigen Kombinationen kontraindiziert oder unwirksam.

Medikamentöse Pfeiler bei Herzinsuffizienz

In der medikamentösen Versorgung der Herzinsuffizienz gelten rezeptpflichtige Wirkstoffe als tragende Säulen. Neben Betablockern und ACE-Hemmern zählen dazu Angiotensin-Rezeptorblocker, Angiotensin-Rezeptor-Neprilysin-Inhibitoren wie die Kombination aus Sacubitril und Valsartan, Aldosteron-Antagonisten wie Spironolactone und Eplerenon sowie Diuretika. Leitlinien empfehlen zudem SGLT2-Hemmer wie Empagliflozin und Dapagliflozin auch bei Patienten ohne Diabetes mellitus.

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Verschlechtert sich der Zustand, kommen fallweise niedrig dosiertes Digoxin oder Vasodilatatoren wie Nitrate und Hydralazin infrage. Kalziumantagonisten sind bei Herzinsuffizienz mit reduzierter Ejektionsfraktion (HFrEF) hingegen zu meiden. Freiverkäufliche Schmerzmittel aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika wie Ibuprofen oder Naproxen sowie Pseudoephedrin sollten bei bestehender Herzinsuffizienz ebenfalls vermieden werden.

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