Herzinsuffizienz, Gürtelrose-Impfung

Herzinsuffizienz: Gürtelrose-Impfung reduziert Risiko um 12%

Veröffentlicht am: 31.08.2026 um 16:05 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine Oxford-Analyse über sieben Jahre verbindet Shingrix bei Menschen ab 60 mit weniger Herzproblemen, Herzschwäche und Vorhofflimmern.

Shingrix senkt bei Älteren mehrere Herz-Kreislauf-Risiken
Stethoskop auf einem medizinischen Untersuchungstisch in einem hellen, sterilen Behandlungsraum. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Prävention von Gürtelrose könnte weitreichendere Vorteile für die öffentliche Gesundheit haben als bisher angenommen. Eine am 26. August 2026 im Fachjournal Nature Medicine veröffentlichte Analyse der University of Oxford untersucht den Einfluss des Totimpfstoffs Shingrix auf das Herz-Kreislauf-System.

Über einen Beobachtungszeitraum von sieben Jahren stellten Wissenschaftler fest, dass geimpfte Personen ab einem Alter von 60 Jahren ein signifikant geringeres Risiko für verschiedene kardiovaskuläre Komplikationen aufweisen.

Umfassende Datenauswertung über sieben Jahre

Die Untersuchung der University of Oxford basiert auf einer breiten Datenbasis von insgesamt 72.920 Personen, die zum Zeitpunkt der Datenerhebung mindestens 60 Jahre alt waren.

Ein zentraler Aspekt der wissenschaftlichen Arbeit war der Vergleich der Wirkung des modernen Totimpfstoffs Shingrix mit dem älteren Lebendimpfstoff Zostavax. Durch diesen direkten Vergleich konnten die Forscher spezifische Effekte isolieren, die über den reinen Schutz vor der Virusinfektion hinausgehen.

Die Ergebnisse der Langzeitanalyse zeigen, dass die allgemeine kardiovaskuläre Belastung durch den Einsatz des Totimpfstoffs über den Zeitraum von sieben Jahren um insgesamt 9% gesenkt werden konnte. Diese Erkenntnis ist für das Management chronischer Krankheiten im Alter von hoher Relevanz, da Herz-Kreislauf-Erkrankungen weltweit zu den häufigsten Todesursachen in dieser Altersgruppe zählen.

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Signifikante Senkung spezifischer Krankheitsrisiken

Die im August 2026 publizierten Daten differenzieren zudem zwischen verschiedenen Krankheitsbildern innerhalb des kardiovaskulären Spektrums. Demnach sank das Risiko für eine koronare Herzkrankheit bei den mit Shingrix geimpften Teilnehmern um 10%.

Noch deutlicher fiel die Reduktion bei der Herzinsuffizienz aus, deren Risiko um 12% abnahm. Auch im Bereich der Herzrhythmusstörungen lieferte die Studie konkrete Zahlen: Das Risiko für Vorhofflimmern verringerte sich laut den Auswertungen der University of Oxford um 7%.

Diese Befunde stützen die These, dass die Vermeidung von Entzündungsprozessen, wie sie bei einer Gürtelrose-Erkrankung auftreten, positive Folgewirkungen auf die Gefäßgesundheit und die Herzfunktion haben kann. Die Forscher weisen darauf hin, dass die über sieben Jahre beobachteten Effekte eine stabile Langzeitwirkung der Impfung nahelegen.

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Geschlechtsspezifische Unterschiede beim Schlaganfallrisiko

Ein besonderes Augenmerk legte die Studie auf das Risiko für ischämische Schlaganfälle. Hierbei beobachteten die Wissenschaftler eine auffällige Diskrepanz zwischen den Geschlechtern.

Während das Risiko bei Männern durch die Impfung um 12% sank, konnte bei Frauen kein vergleichbarer Effekt in Bezug auf die Schlaganfallprävention festgestellt werden. Warum der Schutzmechanismus des Impfstoffs in diesem spezifischen Punkt geschlechtsabhängig variiert, bleibt Gegenstand weiterer wissenschaftlicher Betrachtungen.

Insgesamt verdeutlichen die Ergebnisse aus Oxford, dass moderne Impfstrategien wie der Einsatz von Shingrix nicht nur die primäre Infektion verhindern, sondern auch einen Beitrag zur Reduktion sekundärer chronischer Leiden leisten können. Für das Gesundheitsmanagement im Seniorenbereich liefern diese Daten zusätzliche Argumente für die Relevanz einer konsequenten Impfprävention.

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de | wissenschaft | 70030126 |