Herzinsuffizienz, Patienten

Herzinsuffizienz: Bei 20–60 Prozent der Patienten droht Mangelernährung

Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 22:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das PTD empfiehlt moderate Salz- und Trinkmengen, eine mediterrane Kost und gezielte Behandlung bestätigter Nährstoffmängel.
Eine Auswahl gesunder Lebensmittel wie Nüsse, Beeren und frischer Spinat auf einer hölzernen Arbeitsfläche. Illustration mit AI erstellt.

Die ernährungsmedizinische Versorgung gewinnt bei der Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zunehmend an Bedeutung. Das Polnische Institut für Diätetik (PTD) legte in einem wissenschaftlichen Positionspapier im Fachjournal Advances in Clinical and Experimental Medicine konkrete Leitlinien für die Ernährung bei chronischer Herzinsuffizienz vor, wie das Portal medkurier.pl am 20.10.2026 berichtete.

Die Analyse verdeutlicht, dass Mangelzustände bei Betroffenen weit verbreitet sind und gezielte Ernährungsinterventionen den Therapieverlauf unterstützen können.

Hohe Prävalenz von Mangelernährung und Muskelabbau

Nach Angaben des Polnischen Instituts für Diätetik stellt die unzureichende Nährstoffversorgung ein zentrales Problem in der klinischen Praxis dar. Den Erhebungen zufolge betrifft eine Mangelernährung 20–60 % der hospitalisierten Herzinsuffizienz-Patienten. Bei Patienten mit erhaltener Ejektionsfraktion (HFpEF) liegt der Anteil sogar bei 40–63 %.

Neben dem allgemeinen Nährstoffdefizit hebt die Fachorganisation den Verlust von Muskelmasse und Muskelfunktion hervor. Sarkopenie trete demnach bei ca. 34 % der Patienten auf. Dieser fortschreitende Abbau beeinträchtigt die Belastbarkeit im Alltag und erfordert eine frühzeitige ernährungsphysiologische Begleitung.

Anzeige

Warum fühlen Sie sich ständig müde und haben Schmerzen? Stille Entzündungen könnten der Grund sein. Ein kostenloser Selbsttest verrät, ob Ihr Körper heimlich unter Entzündungen leidet – und was Sie dagegen tun können. 12 natürliche Entzündungs-Killer jetzt entdecken

Klare Leitlinien für Salz- und Flüssigkeitsaufnahme

In der täglichen Praxis gehören Vorgaben zur Flüssigkeits- und Natriumaufnahme zu den wichtigsten diätetischen Maßnahmen. Das PTD spricht sich für moderate, präzise definierte Grenzwerte aus.

So lautet die Empfehlung, die tägliche Salzaufnahme auf nicht über 5 g/Tag zu begrenzen, was einer Menge von ca. 2 g Natrium entspricht. Eine noch strengere Restriktion mit einer Zufuhr von Natrium unter 1,5 g/Tag bringe laut dem Institut hingegen keinen zusätzlichen therapeutischen Nutzen.

Hinsichtlich des Trinkverhaltens rät das Institut bei Personen mit stabiler chronischer Herzinsuffizienz zu einer Flüssigkeitszufuhr von 1,5–2,5 l/Tag. Pauschale und übermäßige Trinkmengenbeschränkungen ohne klinische Notwendigkeit werden damit vermieden, während gleichzeitig das Risiko einer Überwässerung kontrolliert bleibt.

Anzeige

Wer seine Herzgesundheit aktiv unterstützen möchte, sollte seine Blutwerte im Detail kennen. Dieser kostenlose Report erklärt, welche Werte wirklich wichtig sind – und welche oft überbewertet werden. Kostenlosen Laborwerte-Selbstcheck anfordern

Stellenwert von Diätformen und Mikronährstoffen

Bezüglich der allgemeinen Ernährungsweise verweist das PTD darauf, dass die Mittelmeerdiät die beste Evidenzbasis für diese Patientengruppe aufweist. Sie zeichnet sich durch einen hohen Anteil an pflanzlichen Lebensmitteln, ungesättigten Fettsäuren und ballaststoffreichen Komponenten aus.

Besondere Aufmerksamkeit widmet das Papier zudem dem Mikronährstoffstatus. Ein Eisenmangel tritt laut dem Institut bei ca. der Hälfte der Patienten auf. Liegt ein bestätigter Mangel vor, wird die intravenöse Gabe von Eisen bevorzugt.

Von einer unkritischen Nahrungsergänzung rät das PTD jedoch ab: Für eine Routinesupplementierung mit Vitamin D, B-Vitaminen, Magnesium oder Omega-3 gebe es keine Empfehlung. Ernährungsinterventionen sollten sich somit auf gesicherte Mangelzustände und eine ausgewogene Gesamternährung konzentrieren.

Disclaimer...
de | wissenschaft | 70378571 |