Herzinfarkte, Tödliche

Herzinfarkte: Tödliche Fälle bei 80- bis 85-Jährigen sinken um 30,6 Prozent

Veröffentlicht am: 16.10.2026 um 09:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Herz-Kreislauf-Erkrankungen blieben 2025 die häufigste Todesursachengruppe, doch tödliche Herzinfarkte und Schlaganfälle gingen zurück.
Ein ruhiger Krankenhausgarten mit Bäumen und Bänken bei natürlichem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Trotz einer insgesamt stabilen Zahl von Sterbefällen verzeichnet Deutschland einen spürbaren Rückgang bei den kardiovaskulär bedingten Todesursachen. Wie Daten des Statistischen Bundesamtes für das Jahr 2025 zeigen, verstarben hierzulande rund 1,01 Millionen Menschen, was in etwa dem Niveau des Vorjahres entspricht.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen blieben mit 334.100 Todesfällen die häufigste Krankheitsgruppe, wiesen jedoch im Vergleich zum Jahr 2024 einen Rückgang um 1,5 Prozent auf; gegenüber 2022 betrug das Minus sogar 6,7 Prozent.

Zusammen mit Krebserkrankungen, die für 228.800 Sterbefälle verantwortlich waren, und Atemwegserkrankungen mit 81.200 Todesfällen machten diese drei Bereiche 64 Prozent aller Verstorbenen in Deutschland aus.

Rückläufige Sterblichkeit bei Herzinfarkt und Schlaganfall

Die detaillierte Auswertung von Destatis verdeutlicht, dass insbesondere schwere akute Ereignisse seltener tödlich endeten. Bei den tödlichen Herzinfarkten ging die Zahl seit 2022 bei Frauen um 17 Prozent und bei Männern um 14 Prozent zurück.

Ein besonders deutlicher Rückgang zeigte sich in der Altersgruppe der 80- bis 85-Jährigen mit einem Minus von 30,6 Prozent. Auch die zerebrovaskuläre Sterblichkeit verringerte sich in diesem Zeitraum: Bei Männern sank sie um 4,6 Prozent, bei Frauen um 7,7 Prozent.

Gleichzeitig offenbaren die Todesursachenstatistiken deutliche geschlechtsspezifische Unterschiede. Bei Frauen stand im Jahr 2025 die Demenz mit 7,7 Prozent an der Spitze der erfassten Todesursachen, gefolgt von der chronisch ischämischen Herzkrankheit mit 5,8 Prozent und der Herzinsuffizienz mit 4,3 Prozent.

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Bei Männern war die chronisch ischämische Herzkrankheit mit 7,7 Prozent die häufigste Ursache, vor Lungenkrebs mit 5,2 Prozent und dem Myokardinfarkt mit 4,8 Prozent.

Regionale Erhebungen bestätigen dieses Bild. Das Das Statistische Landesamt Nordrhein-Westfalen registrierte für 2025 insgesamt 218.721 Gestorbene bei einem durchschnittlichen Sterbealter von 80 Jahren, wobei Männer durchschnittlich 77 Jahre und Frauen 82 Jahre erreichten.

Auf Kreislauferkrankungen entfielen dort 63.372 Todesfälle, was 29 Prozent aller Sterbefälle entsprach. Innerhalb dieser Krankheitsgruppe machten die chronisch ischämische Herzkrankheit 21 Prozent, die Herzinsuffizienz 12 Prozent, der akute Myokardinfarkt 9 Prozent und Vorhofflimmern oder -flattern 7 Prozent aus.

Risikofaktoren und Handlungsbedarf in der Prävention

Trotz der rückläufigen Zahlen bleibt die absolute Krankheitslast hoch. Fachleute beziffern die Zahl der jährlichen Herzinfarkte in Deutschland auf rund 188.000, von denen Männer häufiger betroffen sind als Frauen.

Hauptursache ist die Arteriosklerose, die sich über Jahre bis Jahrzehnte entwickelt. Rund 99 Prozent aller kardiovaskulären Ereignisse lassen sich auf mindestens einen von vier vermeidbaren Hauptrisikofaktoren zurückführen: Bluthochdruck, erhöhtes LDL-Cholesterin, Diabetes und Rauchen.

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Zudem wird auf die oft atypische Symptomatik bei Frauen hingewiesen. Da Anzeichen wie Schmerzen, Übelkeit oder Schwindel häufig nicht unmittelbar mit einem Infarkt verknüpft werden, kommt es mitunter zu Verzögerungen bei der Behandlung, während der Herzmuskel bereits nach vier bis sechs Stunden irreversible Schäden erleidet.

Auch beim Schlaganfall, von dem in Deutschland jährlich rund 270.000 Menschen betroffen sind, spielt die Früherkennung eine zentrale Rolle. Ein wesentlicher Risikofaktor bleibt das Vorhofflimmern, von dem nach Angaben der Deutschen Herzstiftung rund 1,5 bis 2 Millionen Menschen im Bundesgebiet betroffen sind.

Da die Rhythmusstörung oft anfallsartig und ohne dauerhaft auffälligen Puls auftritt, bleibt sie vielfach unbemerkt, obgleich sie das Schlaganfallrisiko massiv erhöht. Die kontinuierliche Kontrolle kardiovaskulärer Risikowerte und die gezielte Prävention bleiben daher der entscheidende Hebel, um den rückläufigen Trend bei den Todesfällen weiter zu festigen.

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