Herzinfarkt, Schlaganfall

Herzinfarkt und Schlaganfall: 99 Prozent lassen sich verhindern

15.06.2026 - 13:21:49 | boerse-global.de

Langzeitstudie identifiziert Bluthochdruck als Hauptrisiko. Pflanzliches Nitrat senkt Herz-Kreislauf-Risiko um 15 Prozent.

Herzinfarkt-Risiko: Vier Faktoren verursachen 99 Prozent der Fälle
Herzinfarkt - Eine Nahaufnahme einer frischen Salatschüssel mit verschiedenen grünen Blattsalaten, bunten Gemüsesorten und Nüssen auf einem Holztisch. 15.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

000 Menschen einen Herzinfarkt, 270.000 einen Schlaganfall. Die gute Nachricht: Die meisten dieser Ereignisse wären vermeidbar.

Eine Langzeitanalyse aus dem Jahr 2025 im Journal of the American College of Cardiology zeigt: 99 Prozent aller kardiovaskulären Ereignisse lassen sich auf nur vier Risikofaktoren zurückführen. Die Studie wertete Daten von über neun Millionen Erwachsenen aus den USA und Südkorea aus.

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Bluthochdruck als häufigster Risikofaktor

Der Kardiologe Philip Greenland von der Northwestern University leitete die Untersuchung. Die vier Hauptgefahren: Bluthochdruck, erhöhte Cholesterinwerte, gesteigerter Blutzuckerspiegel und Tabakkonsum.

Besonders auffällig: Bluthochdruck lag bei über 93 Prozent der Betroffenen vor. Die Ergebnisse gelten für alle Altersgruppen und Geschlechter. Selbst bei Frauen unter 60 Jahren standen über 95 Prozent der Ereignisse mit mindestens einem dieser Faktoren in Verbindung.

Spinat und Rote Bete senken das Risiko

Neben der Vermeidung klassischer Risikofaktoren rückt die gezielte Ernährung in den Fokus. Eine Studie im European Journal of Epidemiology verfolgte über 23 Jahre die Ernährungsgewohnheiten von 53.150 Teilnehmern.

Das Ergebnis: Täglich 60 Milligramm Nitrat aus pflanzlichen Quellen senken das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen um 15 Prozent. Besonders deutlich war der Effekt bei der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit – hier sank das Risiko um 26 Prozent. Bei Herzinsuffizienz und ischämischen Schlaganfällen lag die Reduktion bei 15 beziehungsweise 17 Prozent.

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Der Mechanismus dahinter: Pflanzliches Nitrat wandelt sich im Körper in Stickstoffmonoxid um. Dieser Stoff erweitert die Gefäße und senkt den Blutdruck. Besonders nitratreich sind Spinat, Rote Bete, Salat, Sellerie und Radieschen.

Wichtig: Der positive Effekt bezieht sich auf natürliches Gemüse – nicht auf Nitrat aus Nahrungsergänzungsmitteln oder verarbeitetem Fleisch.

Omega-3: Zwischen Empfehlung und Risiko

Omega-3-Fettsäuren gelten als weiterer Baustein der Prävention. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt, etwa 0,5 Prozent der täglichen Energiezufuhr über Alpha-Linolensäure (ALA) zu decken. Für EPA und DHA reichen ein bis zwei Fischportionen pro Woche.

Pflanzliche Quellen wie Leinöl oder Chiasamen liefern viel ALA. EPA und DHA stecken vor allem in fettem Kaltwasserfisch. Wegen ökologischer Probleme in der Fischerei setzen Unternehmen wie dsm-firmenich auf Algenfermentation – schadstofffrei und nachhaltig.

Doch Vorsicht bei Supplementen: Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnt vor mehr als 1,5 Gramm Omega-3 pro Tag. Mögliche Nebenwirkungen: erhöhte Cholesterinwerte oder Blutungsneigung. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) stuft hingegen bis zu 5 Gramm EPA und DHA täglich als unbedenklich ein.

Regionale Unterschiede und die „Big Five“

Wie dringend Prävention ist, zeigen regionale Zahlen. In Sachsen-Anhalt waren Herz-Kreislauf-Erkrankungen 2024 für 38,5 Prozent aller Sterbefälle verantwortlich.

Experten raten zu regelmäßigen Checks der „Big Five“: Cholesterin, Blutdruck, Blutzucker, Gewicht und Rauchstatus. Personen im mittleren Lebensalter mit allen fünf Risikofaktoren sterben im Schnitt zehn Jahre früher als Menschen ohne diese Belastungen.

Neben ausgewogener Ernährung bleiben regelmäßige Bewegung und Tabakverzicht die zentralen Säulen für ein gesundes Herz.

de | wissenschaft | 69544040 |