Herzinfarkt, Schlaganfall

Herzinfarkt und Schlaganfall: 99% sind auf vermeidbare Faktoren zurückzuführen

31.05.2026 - 16:04:15 | boerse-global.de

Eine Großstudie belegt: Fast alle Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind auf beeinflussbare Faktoren zurückzuführen. Ernährung und neue Therapien bieten Schutz.

Herzinfarkt und Schlaganfall: 99% sind auf vermeidbare Faktoren zurückzuführen - Foto: über boerse-global.de
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Eine groß angelegte Studie mit 9,4 Millionen Teilnehmern zeigt: Fast alle Herzinfarkte und Schlaganfälle sind auf veränderbare Lebensstilfaktoren zurückzuführen. Die gute Nachricht: Mit der richtigen Ernährung und modernen Therapien lässt sich das Risiko drastisch senken.

Die erschreckende Wahrheit hinter den Zahlen

Forscher um Lee untersuchten 2025 im Journal of the American College of Cardiology die Daten von Millionen Menschen. Ihr Fazit: 99 Prozent aller kardiovaskulären Erkrankungen – darunter Herzinfarkte, Schlaganfälle und Herzinsuffizienz – hängen mit vermeidbaren Risikofaktoren zusammen. Die kritischen Grenzwerte: Blutdruck unter 120/80 mmHg, Cholesterin unter 200 mg/dl und Nüchternblutzucker unter 100 mg/dl.

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Eine weitere Langzeitstudie mit 332.000 Teilnehmern über 14 Jahre untermauert diesen Befund. Während die Genetik das Diabetesrisiko um das 2,6-Fache erhöht, steigert ein ungesunder Lebensstil das Risiko um das Siebenfache. Mehr als 55 Prozent der Neuerkrankungen ließen sich demnach durch Verhaltensänderungen vermeiden.

Rote Lebensmittel: Die unterschätzte Wunderwaffe

Bestimmte rotgefärbte Früchte und Gemüse enthalten hochkonzentrierte bioaktive Stoffe, die die Gefäße schützen.

Rote Bete als natürlicher Blutdrucksenker

Die Knolle enthält zwischen 250 und 500 mg Nitrat pro 100 Gramm. Im Körper wandelt sich dieser Stoff in Stickstoffmonoxid um – ein Molekül, das die Blutgefäße erweitert und die Durchblutung verbessert. Klinische Beobachtungen zeigen eine moderate Senkung des systolischen Blutdrucks, besonders bei Menschen mit hohen Ausgangswerten. Experten empfehlen fermentierte Saftkonzentrate, die weniger Oxalsäure enthalten und besser verträglich sind.

Beeren und Tomaten: Schutz für die Gefäße

Erdbeeren, Himbeeren und Kirschen stecken voller Anthocyane und Phenolverbindungen. Bei Tomaten ist es das Antioxidans Lycopin, das das schädliche LDL-Cholesterin vor Oxidation schützt und die Elastizität der Blutgefäße verbessert.

Besonders interessant: Rote Birnen enthalten Procyanidin, das die Versteifung des Herzgewebes reduzieren kann. Eine Studie belegte, dass regelmäßiger Verzehr das Risiko für Typ-2-Diabetes um 23 Prozent senkt.

Pflanzliche Proteine: Die DASH-Ernährung im Fokus

Die DASH-Diät (Dietary Approaches to Stop Hypertension) gilt weiterhin als Goldstandard für die Herzgesundheit. Sie setzt auf viel Kalium, Magnesium und Ballaststoffe bei gleichzeitig reduzierten gesättigten Fetten.

Aktuelle Ergebnisse aus dem BMJ Nutrition Prevention & Health zeigen: Wer regelmäßig Hülsenfrüchte und Sojaprodukte isst, senkt sein Risiko für Bluthochdruck um bis zu 30 Prozent. Die optimale Menge liegt bei etwa 170 Gramm Hülsenfrüchten und 60 bis 80 Gramm Sojaprodukten täglich. Zum Vergleich: In Europa liegt der Durchschnittskonsum bei mageren 8 bis 15 Gramm pro Tag.

Auch Auberginen haben es in sich. Kardiologe Professor Ambuj Roy hebt ihre entzündungshemmenden Eigenschaften und den hohen Ballaststoffgehalt hervor. Sie hemmen die Aufnahme von LDL-Cholesterin und unterstützen durch Kalium die Gefäßentspannung.

Medizinische Durchbrüche im Mai 2026

Neben der Ernährung gab es im Mai gleich mehrere bahnbrechende Entwicklungen:

  • Gentherapie: Auf dem EAS-Kongress in Athen wurden Daten zu VERVE-102 vorgestellt. Eine einzige Infusion senkte das LDL-Cholesterin um bis zu 62 Prozent.
  • Herzmuskel-Patches: Die BioVAT-HF-DZHK20-Studie, veröffentlicht im New England Journal of Medicine am 28. Mai, testete künstlich gezüchtete Herzmuskelzellen. Bei 20 Patienten mit fortgeschrittener Herzinsuffizienz nahm die Herzwanddicke um 4,5 Millimeter zu, die Auswurfleistung verbesserte sich um 7 Prozent. Eine Phase-3-Studie ist für 2028 geplant.
  • GLP-1-Medikamente: Eine Studie im Lancet Rheumatology vom 28. Mai bestätigte, dass Semaglutid Entzündungsmarker in den Gelenken hemmt. Zudem senkt orales Semaglutid das Risiko schwerer kardiovaskulärer Ereignisse um 14 Prozent.

Vorsicht vor diesen Zusatzstoffen

Nicht alles, was im Supermarktregal liegt, ist gesund. Eine INSERM-Studie mit 112.395 Teilnehmern über sieben Jahre, veröffentlicht im European Heart Journal am 28. Mai, fand einen klaren Zusammenhang: Hoher Konsum der Zusatzstoffe Nitrit (E250) und Sorbat (E202) erhöhte das Risiko für Bluthochdruck um 29 Prozent und das allgemeine kardiovaskuläre Risiko um 16 Prozent.

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Kardiologe Dr. Yunus Amasyal? warnt zudem vor plötzlichem, übermäßigem Verzehr von fettem rotem Fleisch – besonders an Feiertagen. Solche Ernährungsspitzen können bei Herzpatienten zu Herzrasen, Bluthochdruck und sogar Herzinfarkten führen. Die Lösung: Magere Stücke wählen und schonend garen – kochen oder grillen statt braten.

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