Herzinfarkt-Risiko: Schwere Parodontitis erhöht Gefahr um Faktor 2,2
27.05.2026 - 09:50:53 | boerse-global.deDie sogenannten subkutanen ICDs (S-ICDs) werden zunehmend zur bevorzugten Wahl für eine wachsende Patientengruppe. Der entscheidende Vorteil: Sie vermeiden Komplikationen an Blutgefäßen und Infektionen, die bei herkömmlichen Systemen mit Elektroden im Herzen häufig auftreten.
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Weniger Risiko durch neue Technik
Die Medizinbranche setzt verstärkt auf S-ICDs, weil sie die langfristigen Probleme der Elektrodenplatzierung minimieren. Anders als traditionelle Geräte umgehen sie das Gefäßsystem und das Herz selbst. Das ist besonders relevant, denn der Gesundheitssektor steht unter Druck: Die Zahl der Herzinsuffizienz-Patienten steigt, während die Kosten explodieren.
Klinische Studien und Innovationen
Forscher der Medical University of South Carolina testen im Rahmen der INNOVATE-Studie das BrioVAD-Kunstherzsystem. Der Bedarf ist enorm: Rund 6,7 Millionen Amerikaner leiden an Herzschwäche. Prognosen zufolge werden es bis 2030 etwa 8,5 Millionen sein. Die direkten Behandlungskosten könnten dann auf umgerechnet knapp 50 Milliarden Euro steigen, die indirekten Kosten auf über 65 Milliarden Euro.
Besonders alarmierend: Nur etwa jeder zehnte Patient, der ein Gerät bräuchte, bekommt auch tatsächlich einen Schrittmacher oder Defibrillator. In Regionen wie South Carolina, das die sechsthöchste altersbereinigte Sterblichkeit durch Herzkrankheiten in den USA aufweist, ist diese Versorgungslücke besonders groß.
Künstliche Intelligenz auf der Haut
Ein Durchbruch gelang Forschern der University of Chicago: Sie entwickelten ein dehnbares KI-Hautpflaster, das Gesundheitsdaten in Millisekunden direkt am Körper verarbeitet. Die in Nature Electronics vorgestellte Technologie erkennt Kammerflimmern mit über 99,6-prozentiger Genauigkeit und schätzt Herzinfarktrisiken mit 83,5 Prozent korrekt ein.
Die unterschätzte Gefahr aus dem Mund
Eine aktuelle Metaanalyse belegt einen gefährlichen Zusammenhang: Schwere Parodontitis erhöht das Herzinfarktrisiko um den Faktor 1,14 bis 2,2. Bestimmte Bakterien wie P. gingivalis fördern offenbar Arterienverkalkung. Die gute Nachricht: Erfolgreiche Zahnfleischbehandlung senkt den Entzündungsmarker CRP um bis zu 30 Prozent und Interleukin-6 um 25 Prozent.
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Vorsicht bei Melatonin
Die American Heart Association warnt vor langfristiger Einnahme des Schlafhormons. Eine Fünfjahresstudie mit über 65.000 Erwachsenen zeigt: Wer Melatonin länger als ein Jahr nimmt, hat ein um 90 Prozent erhöhtes Risiko für Herzinsuffizienz. Bei Kurzzeitnutzern lag die Herzschwäche-Rate bei 2,7 Prozent, bei Langzeitnutzern bei 4,6 Prozent.
Markt und Investitionen
Der europäische Markt für Herzrhythmus-Management wurde Mitte 2024 auf umgerechnet rund 4,7 Milliarden Euro geschätzt. Das erwartete jährliche Wachstum liegt bei über sechs Prozent bis 2032. Große Player wie BIOTRONIK, Medtronic, Philips und Schiller dominieren das Feld.
In China drängt Jiuxin Medical mit einem neu zugelassenen automatischen externen Defibrillator (AED) auf den Markt. Das Unternehmen sicherte sich kürzlich eine Finanzierung in zweistelliger Millionenhöhe – in Yuan.
Schockwellen als Therapie
Das Universitätsklinikum Jena setzt auf Stoßwellentherapie für schwer herzkranke Patienten. Das nicht-invasive Verfahren regt das Herz zur Bildung gesunder neuer Zellen an. Eine echte Alternative für Patienten, die für eine Operation nicht in Frage kommen.
Der richtige Zeitpunkt für Sport
Forscher aus Pakistan fanden heraus: Der Zeitpunkt des Trainings ist entscheidend. Bei 134 Probanden zwischen 40 und 50 Jahren zeigte sich, dass synchronisierte Bewegung – also Morgensport für Frühaufsteher, Abendsport für Nachtmenschen – Blutdruck, Schlafqualität und Blutzucker stärker verbessert.
Ausblick
Die Zukunft der Herzmedizin liegt in der Kombination aus KI-gestützter Diagnostik, verbesserten Implantaten und Wearables. Angesichts der Tatsache, dass nur zehn Prozent der berechtigten Patienten überhaupt ein Gerät erhalten, ist das Marktpotenzial enorm. Die Entwicklung hin zu subkutanen Systemen dürfte sich fortsetzen, je mehr klinische Daten ihre Sicherheit belegen.
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