Herzinfarkt: 97 Prozent Überlebensrate bei Behandlung in 90 Minuten
19.06.2026 - 17:08:28 | boerse-global.de
Das zeigt eine aktuelle Studie aus Essen und Düsseldorf.
Senioren kämpfen mit Verpackungen und Augentropfen
Rund 40 Prozent der über 70-Jährigen haben Probleme bei der Verabreichung von Augentropfen. Jeweils 20 Prozent der Befragten scheitern am Öffnen von Medikamentenverpackungen oder berichten über leere Vorräte. Fünf Prozent verwechseln sogar ihre Arzneimittel.
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Die am 19. Juni im Fachjournal Frontiers of Public Health veröffentlichte Studie der Unikliniken Essen und Düsseldorf untersuchte 102 Probanden, die mindestens fünf verschiedene Präparate einnehmen. Dr. Janine Gronewold vom Uniklinikum Essen betont: Die Defizite sind physischer Natur – nicht etwa mangelnde Motivation.
Hitzewellen gefährden die Therapie
Die Bundesapothekerkammer warnt Mitte Juni vor Risiken bei extremen Temperaturen. Stephanie Tiede von der ABDA erklärt: Bei Hitze kann eine erhöhte Hautdurchblutung zu Überdosierungen bei arzneimittelhaltigen Pflastern führen. Bestimmte Blutdrucksenker verstärken zudem den Wasserverlust.
Experten raten betroffenen Patienten zu täglichem Wiegen und gezielter Elektrolytzufuhr. Apotheken bieten verstärkt Botendienste an – besonders für mobilitätseingeschränkte Senioren in Hitzeperioden.
Digoxin senkt Sterberisiko bei rheumatischer Herzerkrankung
Eine indische Studie im Fachmagazin JAMA belegt: Digoxin reduziert bei symptomatischer rheumatischer Herzerkrankung das Risiko für Tod und fortschreitende Herzinsuffizienz. Weltweit sind über 40 Millionen Menschen betroffen, jährlich sterben 320.000 daran.
In der Post-Infarkt-Versorgung zeigt das Antisense-Oligonukleotid CDR132L vielversprechende Ergebnisse. Eine Phase-2-Studie in Nature Medicine (2026) beobachtete eine tendenzielle Abschwächung des ventrikulären Remodelings – auch wenn der primäre Endpunkt nicht vollständig signifikant war. Anschlussstudien laufen.
Peptid B-017 verkleinert Infarkte um 60 Prozent
Ein Team des Uniklinikums Essen um die Professoren Hendgen-Cotta und Rassaf entwickelte das Peptid B-017. Es blockiert den mitochondrialen Zelltod. Im Schweinemodell konnte die Infarktgröße um bis zu 60 Prozent reduziert werden. Auch bei Schlaganfällen und Organtransplantationen wird der Wirkstoff getestet.
Zeitfenster von 90 Minuten entscheidet über Leben
Auf der ESC Cardio-Oncology-Konferenz in Wien (19.–20. Juni) betonte Univ.-Prof. Dr. Franz Weidinger: Bei Behandlung innerhalb von 60 bis 90 Minuten nach einem Herzinfarkt liegt die Überlebensrate bei bis zu 97 Prozent. Seit Dezember 2025 greift der EU-weite Safe Hearts Plan zur systemischen Verbesserung.
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Fast alle Herzinfarkte haben vier Ursachen
Analysen zeigen: 99 Prozent der schweren kardiovaskulären Ereignisse gehen auf Tabakkonsum, Bluthochdruck, LDL-Cholesterin und Blutzucker zurück. Eine Normalisierung des Blutzuckerspiegels – etwa bei Prädiabetes – senkt das Risiko für Herztod um 58 Prozent. Das belegen Studien des King’s College London und der Universität Tübingen.
Ein neues optisches Sensorensystem aus Basel mit CE-Kennzeichnung ermöglicht jetzt kontinuierliche Blutzuckermessung über 28 Tage.
