Herzgesundheit, Treppensteigen

Herzgesundheit: Treppensteigen senkt Todesfallrisiko um 39%

Veröffentlicht am: 26.08.2026 um 19:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Neue Analyse belegt: Nikotin schädigt das Herz-Kreislauf-System unabhängig von der Darreichungsform. Treppensteigen senkt das Sterberisiko deutlich.

Herz-Kreislauf-Studie: Nikotin schädigt Gefäße in jeder Form
Ein minimalistisches, helles Treppenhaus in einem modernen Klinikgebäude mit klaren architektonischen Linien und natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Aktuelle medizinische Übersichtsarbeiten und klinische Daten zeichnen ein detailliertes Bild der Faktoren, die das menschliche Herz-Kreislauf-System beeinflussen. Im Zentrum der wissenschaftlichen Aufmerksamkeit steht dabei eine im August 2026 in der Fachzeitschrift Nature Reviews Cardiology (DOI: 10.1038/s41569-026-01331-6) veröffentlichte Analyse.

Experten, unter anderem von der Universitätsmedizin Mainz, kommen darin zu dem Ergebnis, dass der Konsum von Nikotin das Herz-Kreislauf-System grundsätzlich schädigt – unabhängig davon, in welcher Form die Substanz aufgenommen wird.

Gefäßschädigung durch Nikotin in allen Darreichungsformen

Die Forschungsergebnisse verdeutlichen, dass es keinen risikofreien Nikotinkonsum gibt. Zwar bergen Verbrennungsprodukte wie klassische Zigaretten oder Wasserpfeifen das höchste gesundheitliche Risiko, doch auch Tabakerhitzer und E-Zigaretten werden von den Wissenschaftlern mit einem mittleren Risiko eingestuft.

Sogar bei oralen Nikotinprodukten sei ein messbares Risiko für die Gefäßgesundheit nachweisbar. Nikotin wirke direkt schädigend auf die Gefäße, was die Relevanz für die öffentliche Gesundheit unterstreicht.

Nach Angaben der Universitätsmedizin Mainz konsumieren weltweit etwa 1,20 bis 1,25 Milliarden Menschen Tabak. Die Auswirkungen sind gravierend: Im Jahr 2023 verstarben schätzungsweise 5,81 Millionen Menschen an den direkten Folgen des Tabakkonsums, während weitere 1,66 Millionen Todesfälle auf Passivrauchen zurückzuführen waren.

Bewegung im Alltag: Die Effektivität von Treppensteigen und Training

Neben der Risikovermeidung untersuchen Forscher verstärkt die präventive Wirkung einfacher körperlicher Aktivitäten. Eine umfangreiche Meta-Analyse, an der Institutionen wie das Norfolk and Norwich University Hospital und die University of East Anglia beteiligt waren, untersuchte die Daten von insgesamt 480.479 Personen über einen Beobachtungszeitraum von 14 Jahren.

Die Auswertung ergab, dass regelmäßiges Treppensteigen das Risiko für einen Herz-Kreislauf-Tod um 39 % senken kann. Die Gesamtsterblichkeit reduzierte sich bei den Probanden um 24 %. Obwohl es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, die keinen kausalen Beweis liefert, deutet die Datenlage auf einen signifikanten Nutzen hin, möglicherweise bereits ab einer dosis von sechs Stockwerken pro Tag.

Ergänzend dazu warnen Sportmediziner vor einer Fehlinterpretation moderner Hilfsmittel. Ein Kardiologe vom Uniklinikum Salzburg betonte in diesem Zusammenhang, dass E-Bikes kein vollwertiger Ersatz für klassische Training seien, sofern die Motorunterstützung zu hoch gewählt werde.

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Für einen effektiven Herz-Kreislauf-Schutz sei körperliche Anstrengung notwendig. Er empfahl die Formel, so wenig Motor wie möglich und so viel wie nötig einzusetzen.

Während E-Bikes für Untrainierte oder ältere Menschen einen sinnvollen Einstieg bieten können, bleibt die tägliche Schrittzahl laut Experten wie Harley Pasternak ein wesentlicher Messwert. Bereits 150 Minuten moderate oder 75 Minuten intensive Aktivität pro Woche seien ausreichend, um das Risiko für chronische Erkrankungen zu senken.

Ernährung und Supplementierung in der fachlichen Bewertung

Auch im Bereich der Ernährung liefern aktuelle Berichte neue Einordnungen. Die American Heart Association stuft einen mäßigen Koffeinkonsum von bis zu 400 mg pro Tag für gesunde Erwachsene als unbedenklich ein.

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Diese Menge, die etwa drei bis fünf Tassen Filterkaffee entspricht, sei sogar mit einem geringeren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden. Die EFSA beziffert den Koffeingehalt eines herkömmlichen Espressos (60 ml) auf etwa 80 mg, während Filterkaffee pro 200 ml circa 90 mg enthält.

Kritischer wird die Supplementierung mit Stoffen wie Curcumin gesehen. Nachdem mehrere frühere Studien aufgrund wissenschaftlicher Mängel zurückgezogen werden mussten, belegte eine Untersuchung aus dem Jahr 2023 an 47 Personen die geringe Bioverfügbarkeit des Stoffes.

Die gemessenen Blutwerte lagen weit unter den Konzentrationen, die für eine therapeutische Wirkung notwendig wären. Eine Studie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) aus dem Jahr 2026 zeigte zudem, dass 76 % der deutschen Curcumin-Produkte zwar Verstärker zur Bioverfügbarkeit enthalten, hochdosierte Präparate jedoch potenziell Leberschäden verursachen können.

In der experimentellen Forschung werden unterdessen neue Ansätze verfolgt. Das King's College London konnte in Tiermodellen zeigen, dass Urolithin A – ein Stoff, der in Granatäpfeln, Nüssen und Beeren vorkommt – die Herzfunktion bei Insuffizienz um bis zu 80 % verbessern kann. Klinische Studien am Menschen stehen hierzu jedoch noch aus, weshalb der Stoff derzeit keinen Ersatz für etablierte Therapien darstellt.

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