Herzgesundheit: GLP-1-Spritzen senken Infarktrisiko um bis zu 20%
06.06.2026 - 17:43:01 | boerse-global.de
Forscher entdecken immer neue Zusammenhänge zwischen Lebensstil, Psyche und Herzgesundheit.
Abnehmspritzen schützen das Herz
GLP-1-Medikamente, oft als Abnehmspritzen bekannt, können mehr als nur Gewicht reduzieren. Eine Studie von Krüger et al. in Nature Medicine (November 2025) belegt: Die Präparate senken das Körpergewicht innerhalb eines Jahres um 10 bis 20 Prozent. Doch darüber hinaus schützen sie vor Herzinfarkt und Schlaganfall. Die Deutsche Herzstiftung wies im Mai 2026 zudem auf die Risikoreduktion bei Diabetikern hin.
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Gefährlicher Risikomarker LP(a)
Lipoprotein(a) ist genetisch bedingt und gilt als gefährlicher als LDL-Cholesterin. Herkömmliche Medikamente können den Wert nicht senken. Experten der Charité sehen in neuen Therapieansätzen eine potenzielle Wende in der Herzmedizin.
Besonders Frauen in den Wechseljahren sollten den Wert prüfen lassen. Der sinkende Östrogenspiegel kann das LP(a)-Niveau ansteigen lassen. Die Messung kostet rund 20 Euro – und gehört bislang nicht zur Standarddiagnostik.
Sirolimus-Stents verhindern erneute Verengungen
In der interventionellen Kardiologie hat sich der Wirkstoff Sirolimus etabliert. Sirolimus-beschichtete Koronarstents senken das Risiko einer erneuten Gefäßverengung nach einer Ballondilatation. Sie hemmen das Wachstum der glatten Gefäßmuskulatur.
Psyche und Mundhygiene als Risikofaktoren
Chronischer Stress, Angststörungen und depressive Verstimmungen sind eigenständige Risikofaktoren für das Herz. Dr. Korinna Feldmann vom UKGM Gießen erklärte in einer Fachvorlesung im Juni 2026: Stress erhöht Adrenalin- und Cholesterinwerte und begünstigt Entzündungen.
Zur Risikominimierung empfehlen Ärzte 150 Minuten Bewegung pro Woche plus Krafttraining. Auch die Mundhygiene spielt eine Rolle: Entzündungen an den Zahnwurzeln erhöhen das Risiko für Herzerkrankungen. Bakterien aus dem Zahnfleisch gelangen in die Blutbahn und können Gefäßverschlüsse provozieren. Zahnseide oder Interdentalbürsten sind daher präventiv wirksam.
Dass akute Stresssituationen das Herz belasten, zeigen Analysen zu Fußball-Weltmeisterschaften. Während früherer Turniere stieg in Deutschland die Zahl der Krankenhauseinweisungen wegen Herzinfarkten und Rhythmusstörungen.
Herzrisiken beeinträchtigen das Gehirn
Herz-Kreislauf-Risiken wirken sich auch auf die Gehirngesundheit aus. Die NAKO-Studie mit rund 150.000 Teilnehmenden (Mai 2026) zeigt: Bluthochdruck, Rauchen und Bewegungsmangel korrelieren bereits bei 20- bis 39-Jährigen mit geringerer geistiger Leistungsfähigkeit.
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Bei Jüngeren dominieren verhaltensbezogene Risiken, bei Älteren kardiovaskuläre Probleme. Eine intensive Blutdruckkontrolle gilt als wesentlich, um kognitive Störungen im Alter zu vermeiden.
Auch die medizinische Vorgeschichte liefert Hinweise. Komplikationen während einer Schwangerschaft wie Präeklampsie oder Schwangerschaftsdiabetes deuten auf ein erhöhtes Herz-Kreislauf-Risiko im späteren Leben hin.
Neue Präventionsangebote und Zelltherapie
Für gesetzlich Versicherte gibt es spezifizierte Früherkennungsangebote. Ab 35 Jahren besteht alle drei Jahre Anspruch auf einen Gesundheits-Check. In Bayern startete im April 2026 eine kostenlose Lungenkrebs-Früherkennung für starke Raucher zwischen 50 und 75 Jahren. Für Mitte Juni 2026 ist in Sachsen-Anhalt eine Herzwoche geplant – Apotheken bieten dann Beratungen zu Blutdruck, Medikation und Lebensstil.
Auf technologischer Ebene gibt es Fortschritte in der Zelltherapie. Das Unternehmen BioCardia erhielt Anfang Juni 2026 von der FDA die Bestätigung: Eine laufende Studie zur CardiAMP-Zelltherapie bei ischämischer Herzinsuffizienz kann die Grundlage für einen Marktzulassungsantrag bilden. Für das vierte Quartal 2026 bereitet BioCardia zudem Einreichungen bei den japanischen Regulierungsbehörden vor.
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