Herzgesundheit, Flavanole

Herzgesundheit: Flavanole senken Sterblichkeit um 27 Prozent

14.06.2026 - 05:30:06 | boerse-global.de

Die ESC stuft hochverarbeitete Produkte als Herzrisiko ein. Harvard-Studie betont Qualität vor Diät-Labeln für bessere Herzgesundheit.

ESC warnt: Hochverarbeitete Lebensmittel gefährden das Herz
Herzgesundheit - Eine Nahaufnahme einer gesunden Salatschüssel mit frischem Gemüse, Nüssen und Samen im Vordergrund, mit unscharfen, verarbeiteten Lebensmitteln im Hintergrund. 14.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Europäische Gesellschaft für Kardiologie (ESC) stuft hochverarbeitete Lebensmittel als signifikantes Risiko für das Herz-Kreislauf-System ein. In Deutschland stammen bereits rund 50 Prozent der täglichen Kalorien aus diesen Produkten.

Epidemiologische Daten belegen einen klaren Zusammenhang: Wer viele UPF-Produkte isst, hat ein höheres Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle. Die Klassifizierung erfolgt meist nach dem NOVA-System, das Lebensmittel in vier Kategorien unterteilt.

Beobachtungsstudien zeigen einen Zusammenhang zwischen hohem UPF-Konsum und Bluthochdruck, Adipositas sowie Typ-2-Diabetes. Eine US-Interventionsstudie belegte zudem: In Phasen mit hochverarbeiteter Kost nahmen Probanden mehr Kalorien zu sich und legten an Gewicht zu.

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Qualität schlägt Diät-Label

Eine Langzeitanalyse der Harvard-Universität mit rund 200.000 Teilnehmern über 30 Jahre liefert eine klare Botschaft: Nicht das Diät-Etikett entscheidet über die Herzgesundheit, sondern die Qualität der Lebensmittel.

Studienleiter Zhiyuan Wu betont: Eine gesunde Auswahl mit Vollkornprodukten, Obst, Gemüse, Nüssen und Hülsenfrüchten zeigte deutlich bessere Herz-Kreislauf-Werte. Negativ wirkten sich hingegen verarbeitetes Fleisch und tierische Fette aus.

Eine Studie in „Food & Function“ hebt zudem die Bedeutung von Flavanolen hervor. Eine tägliche Aufnahme von 500 Milligramm dieser Pflanzenstoffe könne die Sterblichkeit um 27 Prozent senken. Besonders ergiebige Quellen: Pflaumen, Cranberries, Brombeeren und grüner Tee. Derzeit erreichen nur rund 19 Prozent der Bevölkerung diesen Zielwert.

Vier Risikofaktoren im Fokus

Einer Langzeitanalyse aus dem Jahr 2025 zufolge lassen sich 99 Prozent aller Herzinfarkte, Schlaganfälle und Fälle von Herzinsuffizienz auf mindestens einen von vier zentralen Risikofaktoren zurückführen.

Laut Philip Greenland von der Northwestern University ist Bluthochdruck mit über 93 Prozent Betroffenheit der häufigste Faktor. Daneben zählen erhöhte Cholesterinwerte, gesteigerter Blutzuckerspiegel und Tabakkonsum zu den Hauptrisiken.

OA Dr. Helmut Brath vom ÖGK-Gesundheitszentrum Favoriten erklärt: Für gesunde Erwachsene sollte ein LDL-Zielwert unter 116 mg/dl angestrebt werden, für Risikopatienten unter 40 mg/dl. Der Lipoprotein(a)-Wert gewinnt ebenfalls an Bedeutung – ein Wert über 50 mg/dl signalisiert ein deutlich erhöhtes Risiko und sollte mindestens einmal im Leben bestimmt werden.

Bewegung neu denken

In der Prävention gewinnen Bewegungsformen an Bedeutung, die über klassisches Ausdauertraining hinausgehen. Eine Metaanalyse im European Journal of Preventive Cardiology zeigt: Bestimmte Praktiken, die direkt auf das vegetative Nervensystem wirken, erzielen vergleichbare Schutzeffekte bei Blutdruck und Ruhepuls wie Joggen.

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In Deutschland sterben jährlich 350.000 Menschen an Herz-Kreislauf-Leiden. Die Förderung solcher Methoden wird als Ergänzung zum Breitensport diskutiert.

Fortschritte in der Diagnostik

Forscher der Universitätsmedizin Göttingen fanden heraus, dass bei Vorhofflimmern nicht nur der linke, sondern auch der rechte Vorhof tiefgreifende Umbauprozesse durchläuft. In Deutschland sind rund 1,8 Millionen Menschen betroffen – das könnte erklären, warum bisherige Therapien oft nicht dauerhaft erfolgreich sind.

Die Medizinische Hochschule Hannover untersuchte den Einsatz der CXCR4-PET/CT-Bildgebung nach einem Herzinfarkt. Das Verfahren macht überschießende Entzündungsreaktionen sichtbar und ermöglicht so eine bessere Vorhersage des Risikos für chronische Herzschwäche.

Regionale Gesundheitsberichte – wie der des Kreises Unna vom Juni 2026 – bestätigen den Trend steigender Adipositaszahlen. Die Notwendigkeit niederschwelliger Beratungsangebote zu Ernährung und Bewegung wächst.

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