Herzerkrankungen: Hülsenfrüchte senken Risiko um 13 Prozent
29.05.2026 - 05:01:47 | boerse-global.deDas zeigt eine Analyse der UK Biobank mit über 118.000 Teilnehmern, die Ende Mai auf dem Kongress der European Atherosclerosis Society (EAS) in Athen vorgestellt wurde.
Die Forscher beobachteten die Probanden über zwölf Jahre. Wer täglich eine Portion verarbeitetes Fleisch durch Linsen oder Bohnen ersetzte, senkte sein Risiko für ischämische Herzkrankheiten sogar um 15 Prozent. Bei unverarbeitetem Fleisch fanden die Wissenschaftler keinen vergleichbaren Effekt.
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Ultraprozessierte Lebensmittel: Die versteckte Gefahr
Die European Society of Cardiology (ESC) rät Herzpatienten verstärkt, ultraprozessierte Lebensmittel zu meiden. Der Konsum variiert in Europa enorm: In den Niederlanden und Großbritannien liegt der Anteil bei 50 bis 60 Prozent, in Norwegen bei 48 Prozent – in Italien dagegen nur bei 18 Prozent.
Kritiker bemängeln jedoch, dass eine pauschale Verurteilung wichtige Unterschiede übersehe. Nicht jedes verarbeitete Lebensmittel sei gleich schädlich – Vollkornbrot und zuckerhaltige Softdrinks ließen sich kaum vergleichen.
Eine französische Studie mit über 112.000 Teilnehmern zeigt zudem die Gefahren bestimmter Konservierungsstoffe. Natriumnitrit, Kaliumsorbat sowie industriell zugesetzte Zitronen- und Ascorbinsäure erhöhen das Risiko für Bluthochdruck um bis zu 29 Prozent. Die Stoffe stecken in Wurstwaren, Fertiggerichten und Softdrinks. Natürliches Vitamin C aus Obst und Gemüse bleibt dagegen unbedenklich.
Veraltete Ernährungsempfehlungen in der Kritik
Branchenexperten und die Fachgesellschaft FEBPH kritisieren teilweise veraltete Richtlinien. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) begrenzt den Fettanteil auf maximal 35 Prozent der Energieaufnahme – doch Belege für ein sinkendes Risiko für koronare Herzkrankheiten fehlen.
Auch die Empfehlung, nur ein Ei pro Woche zu essen, basiert eher auf Nachhaltigkeit als auf Gesundheit. Der PROSPERITY Trial aus dem Frühjahr 2024 zeigte keine negativen Effekte bei bis zu zwölf Eiern pro Woche. Und eine Studie im British Medical Journal an über 100.000 Personen belegt: Glutenfreie Ernährung ohne medizinische Notwendigkeit bringt keinen gesundheitlichen Nutzen.
Blutdruck als häufigster Auslöser
Eine Untersuchung im Journal of the American College of Cardiology (JACC) von 2025 an 9,4 Millionen Teilnehmern unterstreicht die Bedeutung frühzeitiger Kontrolle. Bei 99 Prozent der kardiovaskulären Ereignisse lag mindestens ein nicht optimaler Risikofaktor vor. Blutdruckwerte ab 120/80 mmHg erwiesen sich als häufigster Auslöser.
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Neue Hoffnung aus der Molekularforschung
Die Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München veröffentlichte Ende Mai eine Studie zur dualen Rolle von Makrophagen bei Atherosklerose. Die Forscher identifizierten das Molekül miR-147 als potenziellen Therapieansatz. Es unterdrückt das Protein Galectin-3 und kann so das Wachstum von Gefäßablagerungen sowie die Bildung von Cholesterinkristallen reduzieren.
Parallel dazu gewinnen GLP-1-Rezeptoragonisten an Bedeutung – bekannt als Abnehmspritzen. Die Deutsche Herzstiftung verwies Ende Mai auf ihren Nutzen. Neben einer Gewichtsreduktion von 10 bis 20 Prozent innerhalb eines Jahres zeigten Datenbankstudien aus 2025 eine Senkung des Risikos für Herzinfarkte und Schlaganfälle. Fachleute vermuten direkte entzündungshemmende Effekte auf die Blutgefäße.
Mediterrane Ernährung und Bewegung als Basis
Langzeitstudien wie die PREDIMED-Untersuchung bestätigen die Vorzüge der mediterranen Ernährung mit nativem Olivenöl extra. Die enthaltenen Polyphenole stabilisieren Lipidplaques und verbessern die Insulinsensitivität. Auch Walnüsse senken durch Alpha-Linolensäure (ALA) das LDL-Cholesterin, Mandeln erzielten in Studien eine Reduktion um bis zu 35 Prozent.
Körperliche Aktivität bleibt zentral für die Blutdrucksenkung. Eine Metaanalyse im British Journal of Sports Medicine belegt: Ausdauertraining senkt den systolischen Blutdruck im Schnitt um 4,73 mmHg. Kombiniertes Training oder hochintensives Intervalltraining (HIIT) erzielten mit Senkungen von über 6 mmHg noch deutlichere Effekte.
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