Herzdiagnostik: Computertomografie kann unnötige Katheteruntersuchungen vermeiden
Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 23:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Diagnostik von Herzerkrankungen entwickelt sich zunehmend weg von rein invasiven Verfahren hin zu einem Zusammenspiel bildgebender Disziplinen. Das zeigt sich exemplarisch an der Fortbildung „Herz im Fokus: Kardiale Bildgebung“, die das Klinikum Fulda erstmals veranstaltete und die vollständig ausgebucht war.
An der Veranstaltung beteiligten sich die Fachbereiche Kardiologie, Radiologie und Nuklearmedizin gemeinsam – ein Format, das die wachsende Bedeutung fachübergreifender Diagnostik unterstreicht.
Drei Fachrichtungen, ein Bild vom Herzen
Im Zentrum der Fuldaer Fortbildung standen die Diagnostik der koronaren Herzkrankheit, die Bildgebung vor und während Eingriffen an den Herzkranzgefäßen sowie unklare Herzmuskelverdickungen und Herzklappenentzündungen.
Prof. Dr. Volker Schächinger, Direktor der Medizinischen Klinik I und zuständig für die Kardiologie, machte deutlich, dass klassische Verfahren wie Herzultraschall und Herzkatheter zunehmend durch nicht-invasive radiologische und nuklearmedizinische Methoden ergänzt werden.
Prof. Dr. Christoph Manke aus der Radiologie erläuterte, dass die Computertomografie häufig bereits vorab entscheidet, ob ein Herzkatheter überhaupt notwendig ist. Die Kardio-Magnetresonanztomografie wiederum erlaubt eine detaillierte Analyse der Herzmuskelstrukturen und liefert damit Informationen, die mit Ultraschall allein nicht zugänglich sind.
Priv.-Doz. Dr. Fadi Khreish von der Nuklearmedizin ergänzte, dass die PET-CT in der Lage ist, Entzündungsherde an den Herzklappen aufzuspüren – ein Verfahren, das insbesondere bei unklaren Klappenentzündungen zusätzliche diagnostische Sicherheit schafft.
Herzultraschall und Herzkatheter werden zunehmend durch nicht-invasive Verfahren ergänzt: Die Computertomografie kann laut Fachleuten häufig schon vorab klären, ob ein Herzkatheter überhaupt notwendig ist. Unser kostenloser Leitfaden zeigt in drei Schritten, welche Bildgebung bei welchem Befund weiterhilft — und mit welchen Fragen Sie gut vorbereitet in das Gespräch mit Ihrem Kardiologen gehen. Kostenlosen Patienten-Leitfaden anfordern
Bildgebung als Ergänzung, nicht als Ersatz
Die in Fulda vorgestellten Ansätze verdeutlichen einen Trend, der sich in der kardiologischen Versorgung zunehmend abzeichnet: Statt sich auf ein einzelnes Verfahren zu verlassen, kombinieren spezialisierte Zentren verschiedene bildgebende Modalitäten, um Diagnosen präziser zu stellen und invasive Eingriffe gezielter einzusetzen.
Die Computertomografie kann dabei helfen, unnötige Herzkatheteruntersuchungen zu vermeiden, während die Magnetresonanztomografie strukturelle Veränderungen des Herzmuskels sichtbar macht, die für die weitere Therapieplanung entscheidend sein können. Die PET-CT wiederum schließt eine diagnostische Lücke bei entzündlichen Prozessen, die mit klassischen Verfahren schwer zu erfassen sind.
Bedeutung für die Versorgung
Dass eine solche fachübergreifende Fortbildung auf so große Resonanz stößt, dass sie vollständig ausgebucht war, deutet darauf hin, dass der Bedarf an interdisziplinärem Austausch zwischen Kardiologie, Radiologie und Nuklearmedizin in der Praxis hoch ist.
Unklare Herzmuskelverdickung oder Verdacht auf eine Herzklappenentzündung — und der Ultraschall bringt keine Klarheit? Die Kardio-Magnetresonanztomografie macht Herzmuskelstrukturen sichtbar, die mit Ultraschall allein nicht zugänglich sind; die PET-CT kann Entzündungsherde an den Herzklappen aufspüren. Der Leitfaden ordnet ein, welches Verfahren bei welchem unklaren Befund sinnvoll ist. Leitfaden zur kardialen Bildgebung sichern
Für Patientinnen und Patienten mit unklaren kardialen Befunden – etwa bei Verdacht auf koronare Herzkrankheit, ungeklärten Herzmuskelverdickungen oder Verdacht auf entzündliche Klappenerkrankungen – kann dies bedeuten, dass Diagnosen künftig stärker auf der Kombination mehrerer bildgebender Verfahren beruhen, bevor über invasive Eingriffe entschieden wird.
Die Veranstaltung des Klinikums Fulda reiht sich damit in eine Entwicklung ein, bei der die Grenzen zwischen den einzelnen bildgebenden Disziplinen zunehmend durchlässiger werden. Für Kliniken bedeutet dies einen wachsenden Abstimmungsbedarf zwischen den beteiligten Fachabteilungen, für Patientinnen und Patienten potenziell eine genauere und individuellere Diagnostik im Vorfeld therapeutischer Entscheidungen.
