Herz-Kreislauf-Gesundheit: Schon 5.000 bis 7.000 Schritte senken das Sterberisiko
Veröffentlicht am: 17.10.2026 um 00:30 Uhr | Redaktion boerse-global.deKörperliche Inaktivität stellt für das Herz-Kreislauf-System ein erhebliches Gesundheitsrisiko dar. Das American College of Cardiology stuft eine niedrige kardiorespiratorische Fitness in einer wissenschaftlichen Stellungnahme vom 15. Oktober 2026 als schwerwiegenden Risikofaktor ein, der in seiner klinischen Bedeutung mit Rauchen, Hypertonie, hohem Cholesterinspiegel und Diabetes vergleichbar ist.
In dem im Fachjournal JACC veröffentlichten Grundsatzpapier fordert die Organisation Mediziner dazu auf, körperliche Bewegung als festen Bestandteil der Routineversorgung von Herz-Kreislauf-Patienten zu verordnen.
Dr. Jonathan N. Myers, Vorsitzender des zuständigen Schreibkomitees, hob hervor, dass Bewegung zu den wirksamsten verfügbaren Therapien zur Prävention und Behandlung kardiovaskulärer Erkrankungen zähle. Dennoch werde dieser Ansatz in der alltäglichen klinischen Praxis nach wie vor unzureichend genutzt.
Deutlicher Nutzengewinn bereits unterhalb von 10.000 Schritten
Ein Schwerpunkt der Empfehlungen liegt auf der Senkung von Einstiegshürden. Der größte gesundheitliche Nutzen zeigt sich laut der Veröffentlichung beim direkten Übergang von vollständiger Inaktivität zu regelmäßiger Aktivität. Myers betonte, die wichtigste Botschaft bestehe darin, dass etwas Aktivität stets besser sei als gar keine.
Entgegen weitverbreiteten Vorgaben von täglich 10.000 Schritten belegen die Daten der Fachgesellschaft, dass bei vielen Erwachsenen bereits rund 5.000 bis 7.000 Schritte am Tag mit einer messbar niedrigeren Gesamtmortalität sowie einer geringeren kardiovaskulären Sterblichkeit einhergehen. Die Schwelle für relevante präventive Effekte liege somit spürbar niedriger als häufig angenommen.
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Personalisierte Trainingspläne und gezieltes Krafttraining
Die Fachgesellschaft empfiehlt eine individuelle Trainings verordnung, die präzise an den kardiovaskulären Zustand, die funktionelle Kapazität, bestehende Symptome sowie persönliche Therapieziele und Präferenzen angepasst ist. Das Verordnungskonzept sieht vor, dass die gewählten Maßnahmen sicher, personalisiert, machbar und auf Dauer angelegt sein müssen.
Für den Großteil der erwachsenen Patienten soll dabei neben aeroben Einheiten auch ein ergänzendes Krafttraining verordnet werden. Ziel dieses kombinierten Ansatzes ist es, funktionelle Defizite auszugleichen und die körperliche Leistungsfähigkeit dauerhaft zu stabilisieren.
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Abbau diagnostischer Hürden und Ausbau von Rehabilitationsangeboten
Um den Beginn körperlicher Betätigung im Praxisalltag zu beschleunigen, stellt das Papier klar, dass routinemäßige Belastungstests vor Trainingsbeginn bei den meisten asymptomatischen oder klinisch stabilen Personen nicht erforderlich sind. Diagnostische Verzögerungen ließen sich damit in vielen Fällen vermeiden.
Zudem behält die strukturierte kardiale Rehabilitation ihren Stellenwert als Erstlinientherapie für zahlreiche Patienten mit kardiovaskulären Erkrankungen. Die Organisation dringt darauf, den Zugang zu diesen Programmen deutlich zu erweitern. Zur langfristigen Sicherung der Teilnahme und Therapietreue empfiehlt das ACC den verstärkten Einsatz von Wearables sowie die Einbindung virtueller oder heimbasierter Rehabilitationsprogramme.
