Herbst-Beschwerden: TCM-Akupressur an zwei Punkten lindert Trockenheit
Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 13:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) wird der Übergang von der Sommer- zur Herbstperiode als eine Phase betrachtet, in der sich das Tageslicht verkürzt und klimatische Veränderungen unmittelbar auf das emotionale sowie körperliche Wohlbefinden wirken können.
Fachberichte und Expertenempfehlungen, unter anderem von CCTV Video Health und der Nationalen Verwaltung für Traditionelle Chinesische Medizin, weisen darauf hin, dass gezielte Akupressur und eine angepasste Lebensführung herbstlichen Beschwerden wie gedrückter Stimmung, Trockenheit und Kälteempfinden entgegenwirken können.
Gezielte Akupressur zur Regulierung von Leber und Milz
Zur Linderung herbstlicher Symptome werden in Fachmedien primär zwei Akupressurpunkte hervorgehoben: Taichong (???) und Sanyinjiao (????). Die Stimulation des Punktes Taichong diene dazu, das sogenannte Leber-Qi zu lösen. Dies könne insbesondere Kopfschmerzen und trockene Augen lindern, die häufig als Folge der herbstlichen Trockenheit auftreten.
Ergänzend dazu wird die Massage des Punktes Sanyinjiao empfohlen. Dieser Punkt soll die Funktionskreise Milz und Magen stärken sowie Leber und Nieren tonisieren. In der Praxis werde diese Technik eingesetzt, um den Körper gegen die zunehmende Herbstkälte zu wappnen. Für beide Punkte raten Experten zu einer täglichen Massagedauer von jeweils 3 bis 5 Minuten.
Das Metall-Element und die emotionale Balance
In der TCM-Systematik wird der Herbst dem element Metall sowie den Organen Lunge und Dickdarm zugeordnet. Diese Phase ist eng mit Themen wie Loslassen und der Emotion Trauer verbunden. Ein anhaltendes Stimmungstief, das in der modernen Medizin oft als saisonal affektive Störung durch veränderte Serotonin- und Melatonin-Ausschüttung erklärt wird, findet in der TCM seine Entsprechung in einer Dysbalance von Lunge und Leber.
Um die psychische Stabilität zu fördern, werden neben Akupressur auch Bewegungsformen aus dem Qigong empfohlen. Die Experten raten zu einer täglichen Übungszeit von etwa 20 Minuten, wobei ein leichtes Schwitzen angestrebt werden sollte. Zu den genannten Übungen gehören das Baduanjin („Die acht Brokate“), das Wuqinxi („Spiel der fünf Tiere“) sowie die Liu Zi Jue (Atemübungen mit spezifischen Lauten).
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Ernährungskonzepte nach dem Prinzip „weniger scharf, mehr sauer“
Hinsichtlich der Ernährung betonen Mediziner wie Zhang Wen vom Ersten Angeschlossenen Krankenhaus der Hunan-Universität für TCM das Prinzip „weniger scharf, mehr sauer“ (????). Saure Lebensmittel wie Weißdorn, Weintrauben, Birnen oder Schwarzkirschen wirken laut TCM adstringierend. Sie sollen helfen, Körperflüssigkeiten zu bewahren und den Leber-Qi-Fluss zu harmonisieren, während die Lunge vor übermäßiger Trockenheit geschützt wird.
Wei Wei, Direktor am Wangjing-Krankenhaus der Chinesischen Akademie der TCM-Wissenschaften, empfiehlt zudem die Verwendung von weißen Lebensmitteln wie Lilien, Silberohr und Lotuswurzel. Diese wirken lungenbefeuchtend und hitzeklärend.
In der klinischen Beratung wird jedoch darauf hintergewiesen, dass bei spezifischen Beschwerden wie Sodbrennen auf saure Lebensmittel verzichtet werden sollte. Zudem sei bei Patienten mit einer Neigung zu Milz-Magen-Kälte und dünnem Stuhl Vorsicht bei der Verwendung von Rohkost geboten.
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Prävention und medizinische Abgrenzung
Ein verbreiteter Mythos, der im Rahmen einer Pressekonferenz der Nationalen Verwaltung für Traditionelle Chinesische Medizin Mitte September thematisiert wurde, betrifft den sogenannten „Herbstfrost“.
Wei Wei stellte klar, dass dies nicht bedeute, sich absichtlich der Kälte auszusetzen. Insbesondere Senioren, Kinder und Menschen mit Vorerkrankungen wie Asthma oder Herz-Kreislauf-Problemen sollten bei Temperaturabfällen rechtzeitig für Wärme sorgen.
Trotz der vielfältigen Möglichkeiten der TCM wird betont, dass diese Konzepte keine biomedizinischen Diagnosen ersetzen. Bei schwerwiegenden Symptomen wie Atemnot, starken Bauchschmerzen, Blut im Stuhl oder anhaltenden psychischen Krisen, die den Alltag beeinträchtigen, sei die Konsultation von medizinischem Fachpersonal zwingend erforderlich. Ergänzend können im Alltag Aromatherapie oder Tees, etwa aus Rosenblüten und Chenpi, zur Unterstützung der emotionalen Regulierung eingesetzt werden.
