HER2CLIMB-05, Tucatinib

HER2CLIMB-05: Tucatinib senkt Progressionsrisiko bei Brustkrebs um 36 Prozent

Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 13:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

In der HER2CLIMB-05-Studie verlängerte Tucatinib das mediane progressionsfreie Überleben gegenüber Placebo um 8,6 Monate.

Tucatinib-Kombination erhält FDA-Zulassung bei HER2-Brustkrebs
Eine einzelne, zart blühende Blume im sanften Morgenlicht als Symbol für Hoffnung und medizinischen Fortschritt. Illustration mit AI erstellt.

Anlässlich des National Metastatic Breast Cancer Awareness Day informieren Pharmaunternehmen und Organisationen über die aktuelle Situation sowie neue zielgerichtete Behandlungsoptionen für Patienten mit metastasiertem Brustkrebs. Die Erkrankung, auch als Stadium IV bezeichnet, entsteht, wenn Tumorzellen in entfernte Organe wie Knochen, Leber, Lunge oder Gehirn streuen.

Zwar bleibt metastasierter Brustkrebs mit den gegenwärtig verfügbaren Therapien unheilbar, doch können moderne Behandlungsansätze die Erkrankung über Jahre hinweg kontrollieren. Das Spektrum reicht von Hormon- und Immuntherapien über zielgerichtete Medikamente und Chemotherapie bis hin zu Bestrahlung und chirurgischen Eingriffen in ausgewählten Fällen.

Fortschritte bei zielgerichteten Therapien und klinischen Studien

Einen wichtigen Entwicklungsschritt markiert die Zulassung einer neuen Wirkstoffkombination durch die US-Arzneimittelbehörde FDA. Zugelassen wurde Tucatinib (Tukysa) in Kombination mit Trastuzumab und Pertuzumab als Erstlinien-Erhaltungstherapie für HER2-positiven metastasierten oder lokal fortgeschrittenen Brustkrebs nach einer progressionsfreien Induktionstherapie.

Die Überexpression von HER2 tritt bei etwa 15 bis 20 Prozent aller Brustkrebsfälle auf. Ein wesentlicher Vorteil von Tucatinib besteht darin, dass der Wirkstoff die Blut-Hirn-Schranke überwinden kann.

Die Entscheidung der FDA stützt sich auf die Ergebnisse der randomisierten, doppelblinden und placebokontrollierten HER2CLIMB-05-Studie unter der Leitung der Prüfärztin Dr. Nancy U. Lin. In der Tucatinib-Gruppe lag das mediane progressionsfreie Überleben bei 24,9 Monaten gegenüber 16,3 Monaten unter Placebo, was einer Risikoreduktion für Progression oder Tod von 36 Prozent entspricht (Hazard Ratio 0,64).

Auch in Deutschland laufen weiterführende Untersuchungen: Das Städtische Klinikum Dessau nimmt unter der Leitung von Chefarzt Dr. med. Hermann Voß als einziges Zentrum in Sachsen-Anhalt an der internationalen BREnnA-Studie teil.

Geprüft wird der Wirkstoff RO7771950 im Vergleich zum zugelassenen Tucatinib, jeweils kombiniert mit Trastuzumab und Capecitabin, mit besonderem Fokus auf die Wirksamkeit bei Hirnmetastasen. An der Studie können Patienten aus dem gesamten Bundesgebiet teilnehmen, wobei die Teilnahme auch für Männer offensteht.

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Die FDA hat Tucatinib in Kombination mit Trastuzumab und Pertuzumab als Erstlinien-Erhaltungstherapie bei HER2-positivem metastasiertem Brustkrebs zugelassen. Grundlage ist die HER2CLIMB-05-Studie: medianes progressionsfreies Überleben von 24,9 Monaten gegenüber 16,3 Monaten unter Placebo, eine Risikoreduktion von 36 Prozent. Kostenlosen Report zur Einordnung der Studiendaten anfordern

Epidemiologische Entwicklung und Versorgungskonzepte

Die medizinische Einordnung der Erkrankung wandelt sich schrittweise. Nach Einschätzung der italienischen Fachgesellschaft Aigom und deren Präsidentin Stefania Gori ist die Erkrankung nicht mehr zwingend als rasch tödlich, sondern oft als chronisch zu betrachten.

Aigom fordert unter anderem, dass alle Patientinnen mit triple-negativem metastasiertem Brustkrebs unabhängig von Alter und Familienanamnese einen BRCA-Test erhalten sollten, da PARP-Inhibitoren bei Mutationsträgern wirksam sind.

Die häufigsten Metastasierungsorte sind Leber, Lunge, Gehirn, Pleura, Lymphknoten, Haut und Knochen. Laut Projektionen von Aigom leben in Italien über 55.000 Patientinnen mit metastasiertem Brustkrebs, darunter mehr als 8.200 Frauen mit triple-negativen Tumoren, wobei die Gesamtzahl steige.

Parallel dazu betont die Patientenorganisation Europa Donna Italia den Bedarf an spezifischen, integrierten Versorgungspfaden in spezialisierten Brustzentren. Gefordert wird eine multidisziplinäre Betreuung, die psychologische, pflegerische, rehabilitative, ernährungs- und palliativmedizinische Unterstützung umfasst. Die europäische Fachgesellschaft Eusoma empfiehlt für solche Zentren eine Mindestfallzahl von 50 Neuerkrankungen pro Jahr.

Internationale Aufklärung und Forschungsförderung

Neben medizinischen Fortschritten zielen weltweite Initiativen darauf ab, das Bewusstsein für die Belange Betroffener zu schärfen. Die Kampagne #LightUpMBC, die 2017 an der Memorial Bridge in Portsmouth im US-Bundesstaat New Hampshire begann und zwischen 2020 und 2025 schrittweise ausgeweitet wurde, umfasst im Jahr 2026 mehr als 325 Wahrzeichen in 195 Städten über 20 Länder hinweg, die in den Farben Pink, Teal und Grün angestrahlt werden.

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Bei triple-negativem metastasiertem Brustkrebs fordern Fachgesellschaften einen BRCA-Test für alle Patientinnen — unabhängig von Alter und Familienanamnese, da PARP-Inhibitoren bei Mutationsträgern wirksam sind. Unser Leitfaden fasst zusammen, wann die Testung sinnvoll ist und welche Versorgungspfade spezialisierte Brustzentren bieten. Leitfaden zu BRCA-Testung und Versorgungspfaden sichern

Organisiert von METAvivor und LiveOne (Nasdaq:LVO), wurden seit dem Start der Initiative über 2,7 Millionen US-Dollar für die Forschung gesammelt; sämtliche Netterlöse fließen an METAvivor. Die Dringlichkeit weiterer Forschung bleibt hoch: Für das Jahr 2026 werden allein in den Vereinigten Staaten geschätzt 42.670 Todesfälle durch Brustkrebs erwartet, was etwa 117 Todesfällen pro Tag entspricht.

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