Helsing RX-1: Europas neue Roboterplattform für Universitäten
01.06.2026 - 19:04:23 | boerse-global.deDer europäische KI-Spezialist Helsing startet mit der neuen Forschungsabteilung Area 9 und der RX-1-Roboterplattform einen ambitionierten Vorstoß in die zivile Robotik. Die in Europa entwickelte und gefertigte Plattform richtet sich an Universitäten und Forschungseinrichtungen, um die heimischen Fähigkeiten im Bereich autonomer Systeme zu stärken.
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Forschung unter europäischer Datenhoheit
Die Leitung von Area 9 übernimmt Antoine Bordes, ein ausgewiesener Experte für maschinelles Lernen. Kern der Initiative: Europäischen Forschungspartnern Hardware zur Verfügung zu stellen, die Datenhoheit garantiert. Helsing hat bereits Kooperationen mit der ETH Zürich und dem französischen Forschungsinstitut INRIA geschlossen.
Der Schritt folgt auf die strategische Entscheidung des Unternehmens, Estland als primären Produktionsstandort zu wählen – bekannt gegeben Ende Mai 2026 auf der Konferenz Latitude59 in Tallinn. Helsing brachte zuvor mit dem Centaur KI-Piloten eine Technologie hervor, die auf Saab Gripen-Kampfjets getestet wurde und als Grundlage für das Kampfjet-Projekt CA-1 Europa dient.
Internationaler Wettlauf um humanoide Roboter
Die Ankündigung fällt in einen tag voller Neuigkeiten aus der Robotikbranche: NVIDIA präsentierte zeitgleich den Referenz-Humanoiden Isaac GR00T, eine reine Forschungsplattform. Das System kombiniert den Unitree H2 Plus – 1,80 Meter groß, 68 Kilogramm schwer – mit taktilen Sharpa-Wave-Händen und dem NVIDIA Jetson AGX Thor T5000-Computer.
Mit 75 Freiheitsgraden und einer Blackwell-GPU, die 2.070 FP4 TFLOPS leistet, setzt das System neue Maßstäbe. NVIDIA will die Plattform bis Ende 2026 an Forschungspartner wie Stanford, UC San Diego und das Allen Institute for AI ausliefern. Parallel veröffentlichte der Konzern Cosmos 3, ein offenes Weltmodell zur Verbesserung physikalischer Simulationen.
Europäische Start-ups drängen in den Markt
Auch europäische Unternehmen sind aktiv: Das Linzer Unternehmen Iono Robotics enthüllte „Workmate", einen humanoiden Roboter mit modularem Kopf, der eine integrierte Drohne zur Umgebungsinspektion enthält. Die Firma nutzt ihre Ionosphere-Plattform für Pilotprojekte in Deutschland, Italien und Österreich.
Im kommerziellen Mobilitätssektor startet Project 3 Mobility am 5. Juni 2026 den ersten kommerziellen Robotaxi-Dienst Europas in Zagreb. Die Elektrofahrzeuge nutzen Technologie von Pony.ai und Unterstützung von Uber. Während der Anfangsphase bleibt ein menschlicher Operator an Bord, die Datenhaltung erfolgt nach EU-DSGVO-Standards.
Intel liefert die Rechenleistung
Die technologische Infrastruktur erhielt am 31. Mai 2026 weiteren Schub: Intel veröffentlichte sein OpenVINO Physical AI Framework, eine Open-Source-Bibliothek für Robotik-Hardware. Intel meldete über 130 Edge-Design-Wins für seine Series-3-Prozessoren und positioniert den Core Ultra X7 358H als kosteneffiziente Alternative zu spezialisierten Robotik-Chips.
Milliarden für KI und Verteidigung
Die Entwicklung wird durch massive Investitionen befeuert. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz legte ein IPCEI-Förderprogramm für industrielle KI mit einem Volumen von über einer Milliarde Euro auf. Der Fokus liegt auf autonomer Produktion, Materialforschung und Robotik, Einzelprojekte erhalten bis zu 50 Millionen Euro.
Die Verteidigungstechnologie bleibt ein zentraler Treiber. Im April 2026 unterzeichneten Deutschland und die Ukraine einen Vertrag über 281 Millionen Euro zur gemeinsamen Produktion KI-gesteuerter Angriffsdrohnen wie Anubis und Seth-X. Im Mai folgte die Initiative „Brave Germany" – ein 4-Milliarden-Euro-Paket mit 5.000 KI-gesteuerten Drohnen, produziert von einem Konsortium aus Helsing, Auterion und Quantum Systems.
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Marktanalysten von Morgan Stanley erwarten, dass sich der Trend zu High-End-Robotik fortsetzt. Allein für den chinesischen Markt prognostizieren sie den Verkauf von rund 28.000 humanoiden Einheiten im Jahr 2026.
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