Heizkosten: Fünf UBA-Tipps können jährlich über 500 Euro einsparen
Veröffentlicht am: 11.10.2026 um 02:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Mit Beginn der kühleren Jahreszeit rücken Methoden zur effizienten Nutzung von Heizsystemen und Kaminöfen verstärkt in den Fokus. Fachleute und Verbraucherschützer weisen darauf hin, dass sich der Energieverbrauch privater Haushalte durch gezielte Einstellungen und einfache technische Hilfsmittel spürbar senken lässt.
Thermostate und Raumtemperaturen gezielt steuern
Nach Angaben des Umweltbundesamts (UBA) sind durch fünf Sofort-Tipps im Durchschnitt Einsparungen von über 500 Euro pro Person und Jahr erreichbar. UBA-Präsident Dirk Messner hob hervor, dass fossile Energien in der Krise seien und die Abhängigkeit von Öl und Gas eine Volkswirtschaft erpressbar mache.
Bereits das Absenken der Raumtemperatur um ein Grad am Thermostat spart nach UBA-Berechnungen rund 6 Prozent der Heizkosten, was bei jährlichen Ausgaben von 1.000 Euro einer Entlastung von etwa 60 Euro entspricht. Das Amt empfiehlt Richtwerte von 23 Grad im Badezimmer, 20 Grad in Wohn- und Kinderzimmern, 18 Grad in der Küche und 17 Grad im Schlafzimmer sowie 15 Grad bei mehrtägiger Abwesenheit.
Verbraucherzentralen raten dazu, Wohn- und Schlafräume während der Heizperiode – die offiziell vom 1. Oktober bis zum 30. April läuft und laut dem Deutschen Mieterbund spätestens am 1. Oktober beginnt – auf mindestens 16 bis 18 Grad zu temperieren. Ein behagliches Raumklima liege meist zwischen 18 und 22 Grad bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 40 bis 60 Prozent.
Mechanische Thermostate bieten hier Orientierung: Stufe 3 entspricht etwa 20 Grad, Stufe 2 rund 16 Grad, Stufe 1 etwa 12 Grad, Stufe 4 ungefähr 24 Grad und Stufe 5 reicht bis zu 28 Grad. Das Symbol der Schneeflocke aktiviert den Frostschutz unterhalb von rund 6 Grad. Programmierbare Thermostate senken den Energiebedarf um etwa 10 Prozent.
Einsparpotenziale bei Heizungswartung und Vorlauftemperaturen
Die gemeinnützige Beratungsgesellschaft co2online weist gemeinsam mit dem Deutschen Mieterbund und dem Bauherren-Schutzbund im Heizspiegel darauf hin, dass das Heizen mit Erdgas und Holzpellets im Abrechnungsjahr 2025 deutlich teurer war als 2024. Für 2026 erwartet co2online stark steigende Kosten für Heizöl und Holzpellets, während die Ausgaben für Erdgas im Durchschnitt leicht rückläufig prognostiziert werden.
Laut Berechnungen des Vergleichsportals Verivox für ein freistehendes Einfamilienhaus mit 180 Quadratmetern und einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden Gas lassen sich derzeit je nach Witterung täglich bis zu 9 Euro sparen.
Wer sich mit steigenden Energiekosten befasst, sollte auch die korrekte Umlegung dieser Ausgaben im Blick behalten. Dieser kostenlose PDF-Ratgeber erklärt Vermietern in nur 5 Minuten, wie eine rechtssichere Abrechnung erstellt wird und welche Kosten 2026 umlagefähig sind. Betriebskosten 2026: Jetzt rechtssicher abrechnen
Bei einer Ölheizung beläuft sich das Sparpotenzial auf rund 6 bis 9 Euro pro Tag (rund 246 Euro über den gesamten Oktober), bei einer Gasheizung auf rund 5 bis 7 Euro täglich (rund 177 Euro im Oktober) und bei einer Wärmepumpe auf rund 3 bis 4 Euro pro Tag (rund 113 Euro im Oktober).
Eine Überprüfung der Heizungsanlage im Frühherbst zwischen Ende September und Mitte Oktober kann laut Verbraucherzentralen bis zu 15 Prozent Energie einsparen.
Bei Wärmepumpen führt eine Senkung der Heizkurve zu deutlichen Einsparungen: Eine Vorlauftemperatur von 45 statt 35 Grad bedeutet bei 2 Grad Außentemperatur rechnerisch rund 26 Prozent mehr Strombedarf. Laut Umweltbundesamt mit Stand Mai 2024 kommen Flächenheizungen mit 35 Grad Vorlauf oder weniger aus.
Neben den reinen Heizkosten stellen auch andere Positionen wie Grundsteuer oder Gartenpflege oft eine Herausforderung bei der Abrechnung dar. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Experten-Report, welche häufig vergessenen Posten Sie im Mietvertrag rechtssicher vereinbaren können. Kostenlosen Betriebskosten-Report hier herunterladen
Kaminöfen und digitale Steuerung
Auch bei Kaminen lässt sich die Effizienz verbessern. Ein mangelhafter Schornsteinzug zeigt sich durch Rauchentwicklung oder verrußte Scheiben, während ein zu starker Zug zu schnellem Abbrand führt. Empfohlen werden Scheitholz mit maximal 20 Prozent Restfeuchte und das Anzünden von oben. Bei Elektrokaminen empfiehlt sich der Einsatz von Zeitschaltuhren auf 60 bis 120 Minuten sowie abschaltbaren Steckdosenleisten, um Standby-Verluste zu vermeiden.
Ergänzend belegt eine repräsentative Erhebung des Digitalverbands Bitkom den Nutzen moderner Haustechnik: In 58 Prozent der Haushalte mit Smart-Home-Technik ist der Energieverbrauch bereits gesunken. Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder betonte in diesem Zusammenhang, dass die Energiewende auch in den eigenen vier Wänden stattfinde.

