Heizen, Grad

Heizen: Jedes Grad weniger Raumtemperatur spart rund 6 Prozent Energie

Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 14:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de

co2online erwartet je nach Heizsystem unterschiedliche Kostenentwicklungen; Wärmepumpen bleiben laut Prognose am günstigsten, während fossile Heizungen langfristig teurer werden können.

Heizkosten 2025 gestiegen: Wärmepumpen bleiben langfristig günstiger
Symbolbild: helles, minimalistisch eingerichtetes Wohnzimmer Illustration mit AI erstellt.

Mit dem Beginn der kühleren Monate rückt die Frage nach einem sparsamen und effizienten Heizbetrieb wieder in den Fokus von Verbrauchern. Wie aus Erhebungen der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft co2online im Rahmen des Heizspiegels 2026 hervorgeht, der gemeinsam mit dem Deutschen Mieterbund und dem Bauherren-Schutzbund e.V. (BSB) herausgegeben wurde, zahlten Haushalte mit Erdgas- und Pelletheizungen im Jahr 2025 deutlich mehr für Wärme als noch im Vorjahr.

Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit 130 Quadratmetern Fläche beliefen sich die Heizkosten 2025 je nach gewähltem Heizsystem auf Werte zwischen 1.260 und 2.145 Euro.

Entwicklungen der Energieträger und langfristige Perspektiven

Berechnungen von co2online zeigen bei den künftigen Heizkosten deutliche Unterschiede zwischen den Energieträgern. Für eine 70 Quadratmeter große Wohnung in einem Mehrfamilienhaus prognostiziert die Organisation bei Heizöl einen Kostenanstieg um 24 Prozent auf 1.275 Euro sowie bei Holzpellets ein Plus von 17 Prozent auf 870 Euro, was unter anderem auf Rohstoffknappheit infolge einer schwachen Baukonjunktur zurückzuführen ist.

Bei Fernwärme wird ein leichter Anstieg um 1 Prozent auf 1.310 Euro erwartet, während Wärmepumpen bei einem Zuwachs von 3 Prozent auf 735 Euro kommen und damit langfristig die niedrigsten Kosten aufweisen.

Für Erdgas prognostiziert co2online dagegen einen Rückgang um 4 Prozent auf 1.120 Euro. Verantwortlich für diese vorübergehende Entlastung seien gesunkene Beschaffungskosten und der Wegfall der Gasspeicherumlage. Allerdings könnte eine verspätete Weitergabe gestiegener Großhandelspreise gegen Ende 2026 oder 2027 erneut zu höheren Ausgaben führen.

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Langfristig droht sich die finanzielle Belastung für fossile Systeme weiter zu verschärfen: Durch steigende CO2-Preise, höhere Netzentgelte und die sogenannte Bio-Treppe könnten sich die Heizkosten für Gas- und Ölheizungen bis zum Jahr 2045 mehr als verdoppeln.

Bereits heute betrage das jährliche Einsparpotenzial beim Umstieg auf erneuerbare Energien im Einfamilienhaus rund 1.000 Euro. Einen Heiz-Check stellt co2online inzwischen auch über die Internetseite des Bauherren-Schutzbunds bereit.

Einsparmöglichkeiten durch angepasste Raumnutzung

Nach Einschätzung von co2online weisen rund 90 Prozent der Haushalte ungenutzte Sparpotenziale auf. Im Schnitt lassen sich demnach in einer Wohnung rund 465 Euro und in einem Einfamilienhaus etwa 1.000 Euro jährlich einsparen, wobei reine Verhaltensanpassungen bereits bis zu 10 Prozent Verbrauchsreduktion ermöglichen.

Verbraucherzentralen und das Umweltbundesamt betonen, dass jedes Grad weniger Raumtemperatur den Energieverbrauch um etwa 6 Prozent senkt. Als Orientierungswerte empfehlen Verbraucherzentralen:
- Wohnzimmer: 20 Grad (entspricht Stufe 3 am mechanischen Thermostat)
- Schlafzimmer: 18 Grad (Stufe 2,5)
- Wenig genutzte Räume: 16 Grad (Stufe 2)

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Das Umweltbundesamt rät zu etwa 20 Grad in Wohnräumen, rund 18 Grad in der Küche und etwa 17 Grad im Schlafzimmer. Um Feuchtigkeits- und Schimmelbildung zu vermeiden, sollten Raumtemperaturen nicht dauerhaft unter 16 Grad absinken; zudem sollten Temperaturunterschiede zwischen benachbarten Räumen fünf Grad nicht überschreiten. Beim Lüften wird ein mehrmaliges Stoßlüften für wenige Minuten empfohlen.

Technische Wartung und Vorbereitung der Anlagen

Neben der Temperaturwahl beeinflusst der Zustand der Anlage den Verbrauch. Der Energiedienstleister Enercity beziffert das Einsparpotenzial durch einen hydraulischen Abgleich auf durchschnittlich 10 bis 15 Prozent der jährlichen Kosten. Auch das Entlüften der Heizkörper vor der Heizperiode stellt die gleichmäßige Wärmeverteilung sicher.

Weitere Einsparungen lassen sich durch das Freihalten der Heizkörper im Abstand von mindestens 30 Zentimetern zu Möbeln sowie das Dämmen freiliegender Heizungsrohre erzielen, was jährliche Einsparungen von bis zu 10 Euro pro laufendem Meter ermöglichen kann.

Ungedämmte Heizkörpernischen verursachen demgegenüber Verluste von bis zu 30 Euro je Quadratmeter Nischenfläche. Fachleute verweisen zudem darauf, dass auch das Entfernen von Staub in den Zwischenräumen der Heizkörper die Wärmeübertragung unmittelbar verbessert.

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