Heiße, Getränke

Heiße Getränke: Oxford-Studie verdreifacht Speiseröhrenkrebs-Risiko

Veröffentlicht am: 09.09.2026 um 22:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine Oxford-Studie verknüpft Getränke ab 65 Grad mit höherem Speiseröhrenkrebsrisiko; Tabak und Alkohol bleiben zentrale Einflussfaktoren.

Oxford-Studie: Sehr heiße Getränke erhöhen Speiseröhrenkrebsrisiko
Aufsteigender Dampf aus einer leeren Keramiktasse auf einem dunklen Holztisch in einer minimalistischen Küche. Illustration mit AI erstellt.

Wissenschaftliche Untersuchungen der Universität Oxford weisen auf einen deutlichen Zusammenhang zwischen der Temperatur konsumierter Getränke und der Wahrscheinlichkeit hin, an Speiseröhrenkrebs zu erkranken.

Eine im International Journal of Cancer veröffentlichte Studie legt nahe, dass der regelmäßige Konsum von Getränken mit einer Temperatur von mindestens 65 Grad Celsius das Risiko für ein Plattenepithelkarzinom der Speiseröhre verdreifachen kann. Berichten vom September 2026 zufolge wurde in diesem Zusammenhang teilweise ein spezifischer Risikofaktor von 3,17 ermittelt.

Langzeitstudie mit rund einer Million Teilnehmenden

Die zugrunde liegenden Studiendaten der Universität Oxford zeichnen sich durch eine breite Datenbasis aus. Insgesamt wurden die Informationen von 977.282 Erwachsenen ausgewertet, die aus der UK Biobank sowie der sogenannten Million Women Study stammen. Um valide Aussagen über die langfristigen gesundheitlichen Folgen treffen zu können, erstreckte sich der Beobachtungszeitraum der Untersuchung über insgesamt 14 Jahre.

Die Speiseröhre reagiert empfindlich auf thermische Belastungen. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass nicht nur die Art des Getränks, sondern maßgeblich die thermische Energie beim Verzehr eine Rolle für die Zellgesundheit im Verdauungstrakt spielt. Das Plattenepithelkarzinom ist dabei die Krebsart, die in der Studie explizit mit der Temperatureinwirkung in Verbindung gebracht wurde.

Temperatur und Häufigkeit als entscheidende Faktoren

Neben der reinen Temperatur spielt laut den Erkenntnissen der Universität Oxford auch die tägliche Frequenz des Konsums eine wesentliche Rolle für die statistische Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung. Personen, die pro Tag sechs oder mehr sehr heiße Getränke zu sich nehmen, unterliegen demnach einem zusätzlichen Risikoanstieg von 71 Prozent.

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Die kritische Grenze wird in der Forschung bei 65 Grad Celsius verortet. Getränke, die diese Temperatur erreichen oder überschreiten, führen bei regelmäßigem Verzehr zu der beobachteten signifikanten Risikoerhöhung. Dies betrifft gängige Heißgetränke wie Tee oder Kaffee, sofern diese unmittelbar nach der Zubereitung und ohne ausreichende Abkühlphase getrunken werden.

Einordnung des absoluten Risikos und weitere Einflussfaktoren

Trotz der deutlichen relativen Risikoerhöhung durch Hitzeeinwirkung weisen Fachleute darauf hin, dass das absolute Risiko für Speiseröhrenkrebs in der allgemeinen Bevölkerung weiterhin auf einem moderaten Niveau verbleibt. Im Vereinigten Königreich liege das Lebenszeitrisiko für diese Krebsart bei etwa 1 Prozent.

In einer Einordnung von Cancer Research UK wurde zudem betont, dass andere Lebensstilfaktoren weiterhin eine dominierende Rolle spielen. Demnach bleiben der Konsum von Tabak sowie ein hoher Alkoholkonsum die primären und wichtigsten Risikofaktoren für die Entstehung von Speiseröhrenkrebs.

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Experten halten fest, dass das absolute Risiko durch heiße Getränke insgesamt als niedrig einzustufen sei, auch wenn die thermische Belastung einen vermeidbaren Zusatzfaktor darstellt. Wer das Risiko minimieren möchte, könne dies bereits durch ein kurzes Abwarten vor dem ersten Schluck erreichen, um die Temperatur unter die kritische Marke zu senken.

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