Heimtrainer ohne Abo: Merach S29R2 für 659,99 Euro
27.05.2026 - 23:23:10 | boerse-global.deDie Fahrradindustrie verabschiedet sich von überflüssiger Technik: Immer mehr Hersteller setzen auf schlanke Konzepte, hardware-unabhängige Lösungen und den Verzicht auf digitale Abo-Modelle. Das zeigen die jüngsten Produktvorstellungen und Wettbewerbsstrategien Ende Mai 2026.
XXL-Reifen fürs Grobe: Scott präsentiert 32-Zoll-Gravel-Prototyp
Bei UNBOUND, dem legendären Gravel-Rennen in Kansas, sorgte Scott am 26. Mai für Aufsehen. Der Hersteller zeigte ein 32-Zoll-Gravel-Prototyp – eine ungewöhnlich große Bereifung, die das Fahren auf unbefestigten Wegen revolutionieren soll. Der Vorjahressieger Cameron Jones aus Neuseeland und der Schweizer Robin Gemperle setzten das Scott RC Gravel 32 mit 50 Millimeter breiten Schwalbe G-ONE RX-Reifen ein. Jones beschrieb das Fahrgefühl als „straßenradähnlich" – selbst auf Schotter.
Die technische Ausstattung der Prototypen unterschied sich: Während Gemperle auf eine 13-Gang-Schaltung von SRAM setzte, vertraute Jones auf eine individuell angepasste Shimano-Kombination aus XTR- und Dura-Ace-Komponenten mit einem 160-Millimeter-GRX-Kurbelsatz. Branchenbeobachter halten eine Serienproduktion für wahrscheinlich – die Rahmen wirkten bereits serienreif.
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Leichtbau mit Siegpotenzial: Specialized triumphiert in Nove Mesto
Auch im Mountainbike-Sport zeigt sich der Trend zur technischen Verschlankung. Das Specialized S-Works Epic 9 holte sich am 26. Mai den zweiten Weltcup-Sieg in Folge im XCO-Bewerb von Nove Mesto – gesteuert von Laura Stigger. Das Rennrad wiegt durch seinen minimalistischen Rahmen gerade einmal 1.589 Gramm. Ausgestattet mit 120 Millimetern Federweg, RockShox-Fahrwerk und SRAM Eagle Transmission, kostet das Bike ab 6.999 Euro.
Trainingshärte: Van Aert bereitet sich auf die Alpen vor
Wout van Aert, einer der vielseitigsten Profis im Peloton, absolvierte am 27. Mai eine 181 Kilometer lange Gravel-Einheit in der Sierra Nevada. Mit über 4.000 Höhenmetern bei einem Schnitt von 29 km/h war die Fahrt eine gezielte Vorbereitung auf die bevorstehende Tour Auvergne-Rhône Alpes.
Schluss mit Abo-Zwang: Heimtrainer ohne Strom und Mitgliedschaft
Die Abkehr von digitalen Abhängigkeiten erreicht nun auch das heimische Training. Der Hersteller Merach brachte am 26. April den S29R2-Heimtrainer auf den Markt – Preis: 659,99 Euro. Das Besondere: Das Gerät besitzt einen integrierten Generator und funktioniert völlig ohne Netzanschluss. Zudem ist es mit Plattformen wie Zwift und Kinomap kompatibel, ohne dass ein Merach-Abo nötig wäre. Mit einer Lautstärke unter 25 Dezibel arbeitet der Trainer nahezu geräuschlos und unterstützt Fahrer bis 159 Kilogramm.
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Faltrad-Neuheiten: Pacific Cycles setzt auf Premium
Auch im urbanen Segment gibt es Bewegung. Pacific Cycles kündigte am 26. Mai neue Modelle seiner Birdy-Faltrad-Serie an. Das Birdy R20 kommt im August 2026 auf den Markt – mit Aluminium-Monocoque-Rahmen, hydraulischen Scheibenbremsen und einer 11-Gang-Shimano-105-Schaltung. Der Preis: stolze 47.080 Euro. Günstiger, aber ebenfalls hochwertig: das Birdy URB-Konzept mit 9-Gang-Shimano-Sora und Schwalbe-Big-Apple-Reifen für 36.080 Euro.
Tour de France 2029: Deutsche Bewerbung nimmt Fahrt auf
Die organisatorische Seite des deutschen Radsports konsolidiert sich. Am 26. Mai trat der Verein „Grand Départ Allemagne" offiziell dem Bund Deutscher Radfahrer (BDR) bei. Damit übernimmt der Verband die Führung der deutschen Bewerbung für den Tour-de-France-Start 2029. Geplant ist eine Route durch Berlin, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Die Veranstalter sehen darin ein symbolisches Zeichen zum 40. Jahrestag der friedlichen Revolution und des Mauerfalls.
Stadtradeln: Mössingen auf dem Treppchen
Die Begeisterung fürs Radfahren zeigt sich auch auf kommunaler Ebene. Beim Stadtradeln im Landkreis Tübingen (4. bis 24. Mai) erradelte die Gemeinde Mössingen 89.468 Kilometer und landete damit auf Platz drei. Spitzenreiter pro Kopf war das Team „die Orlauber" aus Dußlingen mit durchschnittlich 644 Kilometern pro Teilnehmer.
Giro d'Italia: Felix Gall auf Podestkurs
Im Profi-Straßenradsport kämpft Österreich um ein historisches Ergebnis. Der Tiroler Felix Gall liegt am 26. Mai auf dem dritten Platz des Giro d'Italia. Sein Rückstand auf den Führenden Jonas Vingegaard (Team Visma) beträgt drei Minuten, auf den Zweitplatzierten Afonso Eulalio 30 Sekunden. Sollte Gall den Podestplatz halten, wäre er der erste Österreicher seit 1957 mit einer Grand-Tour-Podiumsplatzierung.
Rennsport-Tradition: Wyhler Straßenrennen und Mecklenburger Seenrunde
Der 52. Wyhler Straßenrennen des RSV „Rheinstolz" Wyhl lockte Anfang der Woche zahlreiche Teilnehmer – vom Nachwuchs bis zu den Elitefahrern – im Rahmen des Kaiserstuhl-Tuniberg-Cups.
Die Mecklenburger Seenrunde startet am 29. Mai in Neubrandenburg. Die 300 Kilometer lange Strecke durch die Mecklenburgische Seenplatte führt zu Verkehrsbehinderungen in Regionen wie Neustrelitz. Die Radler sind bis zum 30. Mai unterwegs.
Ausblick: Was bringt der Sommer 2026?
Die zweite Jahreshälfte wird zeigen, ob sich die minimalistischen Techniktrends im Wettkampf bewähren. Besonders spannend: Schneiden Scotts 32-Zoll-Räder bei UNBOUND ab? Könnte das Format den Markt erobern?
Das RODA-Konzept (Ride On the Dolomite Alps) testet von Juni bis Oktober, ob sich mehrtägige Alpentouren mit schlanker Logistik realisieren lassen. In Kooperation mit FunActive TOURES nutzt das Programm bestehende Liftanlagen, bietet Gepäcktransport und GPS-Tracks – ein rundum entschlacktes Alpenerlebnis.
Und der BDR wird seine Bewerbung für die Tour de France 2029 weiter vorantreiben – mit dem neu integrierten „Grand Départ Allemagne"-Verein im Rücken.
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