Heilmittelmarkt wächst: Ausgaben um 8,7% im Q1 2026 gestiegen
09.06.2026 - 18:40:52 | boerse-global.de
Spezialisierte Plattformen wie Jameda bauen ihr Angebot für komplementärmedizinische Leistungen aus. In Berlin, Köln und Augsburg ist die Online-Buchung bereits Standard. Auch im Umkreis von München und Dachau nutzen Osteopathen verstärkt digitale Schnittstellen.
Integrierte Softwarelösungen im Kommen
Die Systeme können mehr als Terminvergabe. Sie übernehmen Abrechnung, Rechnungsstellung und elektronische Dokumentation. Ein Beispiel aus Japan zeigt die internationale Entwicklung: Dort erreichte eine elektronische Patientenakte für Osteopathen und Akupunkteure Anfang Juni die Marke von einer Million Karteikarten.
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Auch spezialisierte Zentren setzen auf Digitalisierung. Das Regionale Versorgungszentrum Südheide nutzt seit Anfang Juni ClickDoc für die Koordination von Facharztterminen in Orthopädie und Unfallchirurgie.
Was kostet eine Osteopathie-Behandlung?
Die Preise variieren je nach Standort und Qualifikation. In bayerischen Praxen liegen Osteopathie-Termine zwischen 105 und 165 Euro. In Sachsen kostet der Ersttermin rund 105 Euro, Folgetermine etwa 95 Euro. Für Kinder und Säuglinge gibt es oft reduzierte Sätze ab 75 Euro.
Ein Vorteil für Patienten: Osteopathen sind oft als Heilpraktiker tätig. Eine ärztliche Überweisung ist nicht nötig. Seit Anfang Juni bieten viele Praxen Behandlungen an, die auch über Rezepte abgerechnet werden können.
Steuern und Kostenentwicklung
Die Behandlungskosten lassen sich unter bestimmten Voraussetzungen steuerlich geltend machen. Krankheitskosten gelten als außergewöhnliche Belastung – aber nur mit ärztlicher Verordnung. Bei kinderlosen Singles mit einem Einkommen über 51.130 Euro liegt die Zumutbarkeitsgrenze bei sieben Prozent des Jahreseinkommens.
Der Heilmittelmarkt wächst rasant. Der AOK-Bundesverband meldet Ausgaben von 14,4 Milliarden Euro für Physiotherapie und verwandte Leistungen im Jahr 2025 – ein Plus von 10,4 Prozent. Im ersten Quartal 2026 stiegen die Kosten um weitere 8,7 Prozent. Treiber ist die seit 2024 eingeführte Blankoverordnung.
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Konflikte in der ambulanten Versorgung
Die wirtschaftliche Lage für Leistungserbringer bleibt angespannt. Psychotherapeuten müssen seit dem 1. April Honorarkürzungen von 4,5 Prozent verkraften. Die Ärzteschaft wehrt sich gegen geplante Sparmaßnahmen. Für Mitte Juni sind Protesttage und Praxisschließungen angekündigt – gerichtet gegen das geplante GKV-Spargesetz.
Berufsverbände kritisieren veraltete Bedarfsplanung und eine gefährdete Finanzierung von Millionen Behandlungsfällen. Gleichzeitig wollen Apotheken ihre Kompetenzen in der Primärversorgung ausweiten – sehr zum Unmut der Ärzte. Die Debatte zeigt das Spannungsfeld zwischen Digitalisierung, Qualitätssicherung und finanzieller Stabilität.
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