Heilkräuter, Brennnessel

Heilkräuter: Brennnessel und Wacholder als natürliche Antibiotika

Veröffentlicht am: 15.08.2026 um 17:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Spätsommer-Ratgeber: Staudenpflanzung, Kreative Resteverwertung und Kräuterwanderungen prägen die aktuelle Gartensaison.

Gartenpflege im August: Staudenplanung, Kräuterküche und Heilpflanzen-Tipps
Nahaufnahme von gärtnerischen Händen, die im Spätsommer Stauden in einem gepflegten Garten beschneiden. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Bewirtschaftung von Nutz- und Ziergärten sowie die kulinarische Verwertung saisonaler Erzeugnisse stehen im Fokus aktueller Empfehlungen für den Spätsommer. Experten des MDR Garten gaben Mitte August detaillierte Hinweise zur Pflege und Vermehrung spezifischer Pflanzenarten.

Demnach eignet sich die zweite Augusthälfte ideal für das Trocknen von Estragon sowie den Rückschnitt des Roseneibischs, um einen üppigeren Wuchs zu fördern. Zudem wurde die leichte Aussaat der Weißrand-Wolfsmilch als zeitnahe Maßnahme für Gartenbesitzer angeführt.

Fachgerechte Staudenplanung und Bodenpflege

Über die unmittelbare Pflege hinaus liegen Erkenntnisse zur langfristigen, klimaangepassten Gestaltung von Gartenflächen vor. Fachleute des Verbands Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Baden-Württemberg (VGL BW) erläuterten Anfang August im Rahmen der Landesgartenschau Ellwangen Prinzipien für die Anlage von Staudenflächen. Für eine optimale Bodenabdeckung und Klimaresilienz wird eine Pflanzdichte von sieben Stauden pro Quadratmeter empfohlen.

Die Strukturierung sollte dabei einem festen Verteilungsschlüssel folgen: 10 Prozent entfallen auf Leitstauden, während 30 bis 40 Prozent als Begleitstauden fungieren. Der verbleibende Anteil ist für Bodendecker vorgesehen. Von der Verwendung von Rindenmulch wird in diesem Kontext abgeraten. Ein fachgerechter Rückschnitt dieser Flächen sollte erst zum Ende des Winters, etwa im Februar oder März, erfolgen.

Erweiterte Nutzungsmöglichkeiten in der Biogartenküche

In der saisonalen Ernährung rücken zunehmend Verwertungsmethoden in den Vordergrund, die über die klassische Ernte hinausgehen. Ein Schweizer Ratgeber wies Mitte August darauf hin, dass insbesondere nach Wetterextremen wie Hitze oder Hagel auch unkonventionelle Pflanzenteile genutzt werden können.

So lassen sich die Blätter und Haare von Zuckermais in der kreativen Küche verwenden. Auch die Blätter von Blumenkohl oder Brokkoli, die bei einem Befall durch die Kohlherzgallmücke abgeräumt werden müssen, finden als Zutat für Kartoffelcurrys Verwendung.

Für die Nachnutzung abgeernteter Flächen wird die Aussaat von Nüsslersalat (Feldsalat), Blattsenf und Winterkopfsalat empfohlen. Ergänzend dazu finden Ende August Veranstaltungen zur Biogartenküche statt, wie etwa im Pfarrhof Quetzdölsdorf, wo im Rahmen einer achtteiligen Reihe die Reifungsprozesse und die Dorfentwicklung durch Gartenkultur thematisiert werden.

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Regionale Versorgung und Heilpflanzenkunde

Die Bedeutung regionaler Lebensmittel wird durch Initiativen wie die „Regio Challenge“ unterstrichen. Ziel dieser für September geplanten Aktion ist es, Mahlzeiten ausschließlich aus Lebensmitteln zuzubereiten, die in einem Umkreis von maximal 100 Kilometern produziert wurden. Begleitet wird das Vorhaben von verschiedenen Veranstaltungen wie Käsehandwerkskursen und Erntefesten.

Die praktische Anwendung botanischen Wissens zeigt sich auch im Bereich der Heilpflanzen. Bei Kräuterwanderungen, etwa in der Lüneburger Heide Mitte August, wurde auf das Potenzial heimischer Arten hingewiesen.

Die Brennnessel fungiert dabei als Eiweißlieferant, während der Wacholder aufgrund seiner Inhaltsstoffe als natürliches Antibiotikum betrachtet wird. Interessierte konnten dort für einen Betrag von 18 Euro an geführten Exkursionen teilnehmen, während die Heideblüte zu diesem Zeitpunkt einen Stand von 30 Prozent erreichte.

Traditionelle Kräuternutzung und sensorische Aktivierung

Neben der rein funktionalen Nutzung spielen Kräuter eine wesentliche Rolle in der Brauchtumspflege und therapeutischen Arbeit. Anlässlich Mariä Himmelfahrt wurden auf der Kallbrunnalm bei Weißbach Kräuterbüschel aus sieben bis zwölf verschiedenen Kräutern gebunden. Diese Gebinde werden traditionell getrocknet und in den sogenannten Rauhnächten in gemahlener Form an das Vieh verfüttert.

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Ein Apotheker betonte in einem Fachgespräch Mitte August zudem die sensorische Komponente dieser Traditionen. Düfte von Thymian und Lavendel prägten demnach das Erleben der sommerlichen Natur. Diese aktivierende Wirkung von Kräuterdüften wird auch in der Pflege eingesetzt.

In Einrichtungen wie dem Pflegewohnhaus Fernitz befüllten Bewohner unter Anleitung von Fachkräften Duftsackerl mit einer Mischung aus 16 verschiedenen Kräutern, um die Sinne gezielt zu stimulieren.

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