Heilbäder, Baden-Württemberg

Heilbäder in Baden-Württemberg: 130 Millionen Euro Sanierungsbedarf an 53 Orten

Veröffentlicht am: 27.09.2026 um 14:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Heilbäder benötigen hohe Sanierungsmittel, während Thermen Besucherzahlen melden und Wellnessangebote in Bädern, Hotels und auf Kreuzfahrtschiffen wachsen.

Wellnessbranche: 130 Millionen Euro Sanierungsbedarf und neue Angebote
Ein minimalistisch gestalteter Thermenbereich mit Natursteinwänden und einem ruhigen Wasserbecken bei sanfter Beleuchtung. Illustration mit AI erstellt.

Mediale Ratgeber thematisieren verstärkt die gesundheitsfördernde Wirkung von Saunagängen, während regionale Berichte die Funktion von Thermen als Rückzugsorte für das individuelle Wohlbefinden hervorheben. In diesem Zusammenhang gewinnen sowohl die wirtschaftliche Bedeutung als auch die Vielfalt der Angebote in der Wellnessbranche an Gewicht.

Regionale Impulse und saisonale Veranstaltungen

Ein zentrales Ereignis für die Branche war der bundesweite „Tag der Sauna“, der im Ganzjahresbad Bulmare in Burglengenfeld begangen wurde. In diesem Rahmen wurden Tipps zur ganzjährigen Nutzung von Saunaanlagen thematisiert.

Auch im internationalen Umfeld zeigen sich spezialisierte Veranstaltungsformate: Im Trentino fand im Life Park Andalo die Veranstaltung „Sounds of Sauna Autumn“ statt. Das Programm kombinierte Aufgüsse und Klangbäder mit Musik- und Theaterauftritten und orientierte sich zeitlich an astronomischen Ereignissen wie der Tagundnachtgleiche und dem Vollmond.

Zahlreiche Bäder bereiten zudem ihren Betrieb auf die kommende Saison vor. Die Saunawelt der Bäder Burghausen plant die Wiederöffnung für Anfang Oktober 2026 mit erweiterten Öffnungszeiten und speziellen Tarifen für Stammkunden. Ähnliche Konzepte verfolgt das Dünenbad am Weissenhäuser Strand, das monatliche Themenabende unter dem Titel „Sauna Night“ bis zum Frühjahr 2027 angekündigt hat.

Wirtschaftliche Kennzahlen und Infrastrukturbedarf

Die wirtschaftliche Relevanz der Heilbäder und Kurorte ist erheblich, wie Daten des Heilbäderverbandes verdeutlichen. Beim Bädertag in Bad Waldsee bezifferte der Verband den Sanierungsbedarf für die 53 baden-württembergischen Standorte auf 130 Millionen Euro und forderte eine entsprechende Aufstockung der Fördermittel.

Laut aktuellen Berechnungen für das Jahr 2025 generierten die betroffenen Kommunen rund 73,4 Millionen touristische Aufenthaltstage. Dies korrespondiert mit einem Bruttoumsatz von über 4 Milliarden Euro und sichert Einkommen für etwa 55.000 Arbeitskräfte. Am Beispiel von Bad Waldsee wurden für das Jahr 2023 rund 1,4 Millionen Aufenthaltstage und ein Umsatz von 81 Millionen Euro ausgewiesen.

Trends in der gehobenen Hotellerie und Kreuzfahrt

Im Bereich der Luxus-Wellness-Reisen werden vermehrt großflächige Anlagen nachgefragt. Der Dienstleister FYNE Travel verweist auf internationale Standorte wie das Amangiri in Utah oder das für Februar 2026 angekündigte tulåh Clinical Wellness in Indien, das eine Fläche von rund 30 Hektar umfasst.

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Der Heilbäderverband beziffert den Sanierungsbedarf der 53 baden-württembergischen Heilbäder und Kurorte auf 130 Millionen Euro und fordert mehr Mittel für das Tourismusinfrastrukturprogramm. Wer seinen eigenen Investitionsstau jetzt einordnen will, findet in diesem Leitfaden eine Förderfähigkeits-Checkliste und eine Sanierungs-Roadmap in fünf Schritten. Kostenlosen Sanierungs-Leitfaden anfordern

Auch in der Kreuzfahrtbranche nimmt die Qualität der Wellnessbereiche einen hohen Stellenwert ein. Fachjurys bewerteten die Spas von AIDA im Rahmen des DACH Spa Award 2025 mit 4,82 von 5 Punkten. Die Anlagen auf Schiffen wie der AIDAcosma oder AIDAnova erstrecken sich über bis zu 3.545 Quadratmeter und bieten verschiedene Saunatypen von der 90 Grad heißen Kelosauna bis zum Dampfbad.

In Deutschland verzeichnete die Therme Bad Wörishofen für das Jahr 2025 mit mehr als 750.000 Gästen einen Besucherrekord. Inhaber Jörg Wund erklärte, dass insbesondere nackte Saunabereiche stark frequentiert würden, weshalb für 2026 Investitionen in neue Angebote geplant seien.

Die Kneipp-Lehre bildet hier weiterhin das Fundament, wobei das 140-jährige Jubiläum des Werks „Meine Wasserkur“ von Sebastian Kneipp im Jahr 2026 einen historischen Bezugspunkt darstellt.

Empfehlungen für den Wellnessaufenthalt und Vorsorgeleistungen

Für eine optimale Erholung raten Experten dazu, den Zeitplan während eines Wellnessurlaubs moderat zu gestalten. Empfohlen werden zwei bis drei Anwendungen pro Tag sowie ausreichende Ruhephasen und eine angemessene Flüssigkeitszufuhr.

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Während klassische Kurorte über Sanierungsstau klagen, melden große Thermen Besucherrekorde und investieren in neue Angebote. Dieser Leitfaden vergleicht, welche Wellness-Formate 2026 nachgefragt werden — und wo sich Sanierungsbudget am ehesten zurückverdient. Benchmark-Vergleich jetzt sichern

Neben der privaten Nutzung gewinnen kurgestützte Angebote an Bedeutung. Bereits seit 2019 besteht für deutsche Krankenkassen die Möglichkeit, ambulante Vorsorgeleistungen in anerkannten bulgarischen Kurorten wie Albena zu erstatten.

Unter bestimmten Voraussetzungen werden dabei neben den Therapiekosten auch Pauschalen für Unterkunft und Verpflegung übernommen. Solche ambulanten Kuren können in der Regel im Abstand von drei Jahren genehmigt werden.

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