Health, Canada

Health Canada lässt zweites Alzheimer-Medikament zu

05.05.2026 - 06:28:27 | boerse-global.de

Kanada genehmigt zweites Alzheimer-Medikament. Studien zeigen, dass Lebensstiländerungen fast die Hälfte aller Demenzfälle verhindern könnten.

Health Canada lässt zweites Alzheimer-Medikament zu - Foto: über boerse-global.de
Health Canada lässt zweites Alzheimer-Medikament zu - Foto: über boerse-global.de

Etwa 40 bis 45 Prozent aller Demenzfälle wären durch Lebensstil vermeidbar.**

Die kanadische Gesundheitsbehörde Health Canada hat am Montag Donanemab zugelassen. Das Medikament ist erst das zweite Präparat, das direkt an den Ursachen von Alzheimer ansetzt. Parallel rückt die Prävention in den Fokus: Modifizierbare Risikofaktoren könnten fast die Hälfte aller Erkrankungen verhindern oder verzögern. Aktuelle Studien identifizieren drei Säulen: Lebensstil, Umweltfaktoren und frühe therapeutische Ansätze.

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Vitamin D, Schlaf und Bewegung schützen das Gehirn

Eine Studie der Universität Galway und der Boston University mit knapp 800 Teilnehmern zeigt: Ein hoher Vitamin-D-Spiegel in der Lebensmitte (rund 39 Jahre) ist mit deutlich geringeren Tau-Ablagerungen im Gehirn verbunden – rund 16 Jahre später. Dieser Zusammenhang besteht unabhängig von Blutdruck oder Rauchen. Die Forscher fanden jedoch keinen direkten Einfluss auf die Amyloid-Beta-Werte.

Eine Metaanalyse der York University mit rund 4,5 Millionen Teilnehmern aus 69 Studien liefert konkrete Parameter: Die optimale Schlafdauer liegt zwischen sieben und acht Stunden pro Nacht. Wer weniger schläft, hat ein 18 Prozent höheres Demenzrisiko, bei mehr als acht Stunden steigt es auf 28 Prozent. Langes Sitzen (über acht Stunden) in Kombination mit Bewegungsmangel verschärft das Risiko weiter. Bewegung regt die Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit an und unterstützt die Abfallentsorgung über das glymphatische System.

Auch Kaffee und Tee spielen eine Rolle. Eine JAMA-Studie mit über 131.000 Teilnehmern aus vier Jahrzehnten zeigt: Zwei bis drei Tassen koffeinhaltiger Kaffee oder ein bis zwei Tassen Tee pro Tag senken das Demenzrisiko. Wer dagegen vier oder mehr Tassen Kaffee täglich trinkt, zeigt einen schnelleren kognitiven Abbau. Eine Analyse der Boston University ergänzt: Kinder von Hundertjährigen essen oft viel Obst, Gemüse und Fisch, aber wenig Natrium und raffinierten Zucker.

Feinstaub, Bildung und soziale Teilhabe

Die Wissenschaft identifiziert zunehmend externe Risikofaktoren. Die UK Biobank belegt mit fast 390.000 Teilnehmern: Feinstaub und Stickoxide korrelieren direkt mit psychischen Problemen und kognitivem Verfall. Ultrafeine Partikel können die Blut-Hirn-Schranke überwinden und ins zentrale Nervensystem eindringen.

Ein unterschätzter Faktor ist die kognitive Reserve durch Bildung. Der Neurowissenschaftler Dr. Jared Cooney Horvath legte im Januar 2026 vor dem US-Senat dar, dass digitale Bildungstechnologien die kognitive Leistung beeinträchtigen können. Bildschirmzeit korreliere mit niedrigeren Leistungen im verbalen Denken und Arbeitsgedächtnis. Analoge Praktiken wie handschriftliche Notizen und Lesen auf Papier seien der neuronalen Verarbeitung überlegen.

Eine Studie im International Journal of Geriatric Psychiatry mit über 1.100 britischen Erwachsenen zeigt: Das Spielen von Musikinstrumenten, besonders Tasteninstrumenten, verbessert Arbeitsgedächtnis und exekutive Funktionen im Alter. Auch Singen wirkt positiv – vermutlich wegen der sozialen Komponente und Stressreduktion.

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KI, Lithium und die weiße Hirnsubstanz

Künstliche Intelligenz hilft, Menschen zu identifizieren, die trotz Alzheimer-Biomarkern keine Symptome entwickeln. Forscher der University of California San Diego fanden heraus, dass 20 bis 30 Prozent der Betroffenen mit Amyloid-Ablagerungen kognitiv unauffällig bleiben. Eine KI-Genanalyse identifizierte das Protein Chromogranin A als molekularen Schalter. In Mausexperimenten verhinderte das Ausschalten dieses Proteins den Gedächtnisverlust – trotz Alzheimer-typischer Veränderungen.

Eine Harvard-Studie in Nature zeigt: Amyloid-Plaques binden das im Gehirn vorhandene Lithium und verursachen einen Mangel. Im Mausmodell machte Lithiumorotat bestehende Ablagerungen teilweise rückgängig. Eine klinische Studie am Massachusetts General Hospital startet im Frühjahr 2026, erste Ergebnisse werden für Ende 2027 erwartet.

Die Ursachenforschung verschiebt sich teilweise von der grauen zur weißen Hirnsubstanz. Wissenschaftler der University of Cambridge belegen in Nature: Schäden an der Myelinschicht, die Nervenfasern isoliert, führen zu massivem Rückgang der Nervenaktivität. Die Reparaturfähigkeit dieser Schicht nimmt mit dem Alter ab. Bei jungen Probanden normalisierten sich Veränderungen nach 28 Tagen, bei älteren blieb eine dauerhafte Entzündung bestehen.

Kosten und Rückschläge in der Forschung

Donanemab kostet rund 47.250 kanadische Dollar pro Jahr – eine erhebliche Belastung für die Gesundheitssysteme. Die öffentliche Finanzierung für ähnliche Präparate wie Lecanemab ist noch nicht flächendeckend gesichert. Kostengünstige Präventionsstrategien könnten dagegen fast die Hälfte aller Erkrankungen verhindern.

Ein Rückschlag: Die Phase-III-Studien Evoke und Evoke+ mit Semaglutid zeigten bei rund 3.800 Teilnehmern keinen signifikanten klinischen Nutzen bei früher Alzheimer-Erkrankung – obwohl sich bestimmte Biomarker verbesserten. Das unterstreicht die Komplexität der Erkrankung und die Notwendigkeit früher Behandlung.

Internationale Initiativen und digitale Tools

Die WHO/Europa startet am 6. Mai 2026 die Europäische Woche der öffentlichen Gesundheit. Ein Schwerpunkt ist der MeND-Bericht zur psychischen Belastung des Gesundheitspersonals – einer Gruppe, die laut Umfragen vom Oktober 2025 überproportional unter Depressionen und Angstzuständen leidet.

In Deutschland eröffnet die Vitos Klinik in Haina am 8. Mai einen 17 Millionen Euro teuren Neubau für Demenz- und Suchtpatienten. Digitale Screening-Tools wie der „Brain Care Score“ gewinnen an Bedeutung. Der Fragebogen bewertet 14 modifizierbare Risikofaktoren und hilft, präventive Maßnahmen gezielt einzuleiten. Die Forschungsgemeinschaft erwartet zudem den Start der klinischen Lithium-Studien – möglicherweise der Beginn einer neuen Ära kostengünstiger Alzheimer-Therapie.

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