HbA1c ohne Diabetes: 21.259 Menschen zeigen Zusammenhang mit Umweltfaktoren
Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 21:30 Uhr | Redaktion boerse-global.deUmweltfaktoren wie das Umgebungsklima und die Schadstoffbelastung geraten zunehmend in den Fokus der Stoffwechselforschung. Eine im Rahmen des EXPANSE-Projekts durchgeführte und im Fachjournal „Environment International“ veröffentlichte Untersuchung liefert detaillierte Einblicke in diesen Zusammenhang.
Unter der gemeinsamen Leitung des Swiss Tropical and Public Health Institute und der Universität Basel sowie unter Beteiligung der GCAT-Kohorte des Germans Trias i Pujol Research Institute (IGTP) analysierten Forschende den Einfluss von Schadstoffen und Witterungsbedingungen auf den Langzeitblutzucker. Das zentrale Ergebnis zeigt, dass eine höhere Exposition gegenüber Luftverschmutzung – insbesondere durch Feinstaub der Partikelgröße PM10 – sowie höhere Temperaturen und eine ausgeprägte Temperaturvariabilität mit erhöhten HbA1c-Werten bei Personen ohne diagnostizierten Diabetes assoziiert sind.
Breite Datenbasis aus neun europäischen Kohorten
Für die wissenschaftliche Auswertung griff das Forschungsteam auf einen umfangreichen länderübergreifenden Datensatz zurück. Insgesamt wurden 21.259 Teilnehmer aus 9 europäischen Kohorten in die Untersuchung einbezogen. Einen wesentlichen Teil davon stellte die GCAT-Kohorte mit 5.464 Teilnehmern.
Wer seinen Stoffwechsel und den Langzeitblutzucker aktiv unterstützen möchte, findet in diesem kostenlosen Ratgeber sieben einfache Übungen mit Sofortwirkung für den Alltag. 3-Minuten-Übungen zur Blutzuckersenkung kostenlos herunterladen
Während die Belastung durch Luftschadstoffe und klimatische Schwankungen messbare Zusammenhänge mit den Blutzuckerwerten der Probanden aufwies, ergab die Analyse im Hinblick auf Grünflächen keine konsistenten Assoziationen. Die Nähe zu Parks oder bewachsenen Arealen zeigte im Rahmen der analysierten Kohortendaten somit keinen einheitlichen Schutzeffekt auf das HbA1c-Niveau der untersuchten Nicht-Diabetiker.
Wechselwirkungen zwischen Luftqualität, Erwärmung und Stoffwechsel
Die Autoren der Publikation erörtern in ihrer Arbeit auch die physiologischen Prozesse, die den festgestellten Zusammenhängen zugrunde liegen könnten. Als mögliche Mechanismen für den Anstieg der Markerwerte werden primär Entzündungsprozesse und die Entstehung von Insulinresistenz genannt.
Wenn Entzündungsprozesse und schwankende Werte die Gesundheit belasten, bietet dieser Gratis-Report wertvolle Einblicke, wie Sie Ihre Laborwerte richtig deuten und Fehlinterpretationen vermeiden. Kostenlosen Laborwerte-Selbstcheck hier anfordern
Aus den Studienergebnissen leiten die Autoren zudem gesundheitspolitische und präventive Implikationen ab. Eine konsequente Verbesserung der Luftqualität könnte demnach dazu beitragen, den HbA1c-Wert in der Bevölkerung zu senken.
Allerdings könnten fortschreitende, klimawandelbedingte Temperaturänderungen diesem Schutzeffekt entgegenwirken. Gleichzeitig ergab die Modellierung, dass der positive Effekt einer verbesserten Luftqualität bei wärmeren Temperaturen besonders stark ausfällt.
Diesen Aspekt hob auch Natàlia Blay, Co-Autorin der Untersuchung von der GCAT-Kohorte, hervor. Sie verwies darauf, dass die ausdrückliche Einbeziehung der Temperaturvariablen und Witterungsdaten gerade vor dem Hintergrund des fortschreitenden globalen Klimawandels von besonderer Relevanz für die epidemiologische Risikobewertung sei.
