Hautmikrobiom, MedUni

Hautmikrobiom: MedUni Graz untersucht Bakterien als UV-Schutz der Haut

Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 04:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Bestimmte Hautbakterien wandeln immunhemmende Stoffe um; die MedUni Graz betont, dass Sonnencreme und Kleidung weiterhin nötig sind.

MedUni Graz: Hautbakterien könnten UV-bedingte Immunschwäche abmildern
Nahaufnahme der menschlichen Hautstruktur bei natürlichem Sonnenlicht. Illustration mit AI erstellt.

Sonnenlicht schädigt die Haut nicht nur durch direkte Zellschäden, sondern auch, indem es das körpereigene Immunsystem an der Hautoberfläche schwächt. Forscher der MedUni Graz haben sich mit der Frage beschäftigt, welche Rolle das Hautmikrobiom dabei spielt – und ob die dort lebenden Bakterien einen aktiven Beitrag zum Schutz vor UV-Strahlung leisten können.

Wie UV-Strahlung das Immunsystem der Haut beeinflusst

Im Zentrum der Untersuchung steht ein Molekül namens Urocaninsäure, das natürlicherweise in der menschlichen Haut vorkommt. Trifft UV-B-Strahlung auf die Haut, wandelt sie diese Substanz von ihrer sogenannten trans-Form in die cis-Form um.

Diese Umwandlung ist laut der Forschung der MedUni Graz keineswegs folgenlos: Cis-Urocaninsäure wirkt immunsuppressiv, das heißt, sie dämpft lokale Immunreaktionen in der Haut. Diese geschwächte Abwehr kann das Risiko für Hautkrebs erhöhen, da geschädigte Zellen von einem geschwächten Immunsystem schlechter erkannt und beseitigt werden.

Gerade für ältere Menschen ist dieser Mechanismus von Bedeutung, da die Hautalterung ohnehin mit einer nachlassenden Immunkompetenz der Haut einhergeht und langjährige UV-Exposition sich über Jahrzehnte kumulativ auswirkt.

Die Rolle bestimmter Hautbakterien

Die Untersuchung der MedUni Graz legt nahe, dass nicht alle Folgen der UV-Bestrahlung unabwendbar sind. Bestimmte Bakterien, die auf der Haut siedeln, verfügen offenbar über Enzyme, die diesem Prozess entgegenwirken können.

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Sonnenlicht schädigt die Haut nicht nur direkt — es dämpft auch die Immunabwehr an der Hautoberfläche, und dieser Effekt summiert sich über die Jahre. Forscher der MedUni Graz beschreiben nun, wie bestimmte Hautbakterien diesen Prozess auf molekularer Ebene abmildern können. Unser kostenloser Ratgeber ordnet ein, was das für Ihren Sonnenschutz ab 50 bedeutet. Kostenlosen Haut-Ratgeber anfordern

Mithilfe sogenannter Isomerasen sind manche Hautbakterien in der Lage, die immunsuppressive cis-Urocaninsäure zurück in die ursprüngliche trans-Form umzuwandeln. Andere Bakterien setzen auf einen alternativen Mechanismus: Sie bauen die cis-Form mittels des Enzyms Urocanase direkt ab.

Beide Wege könnten laut den Forschern dazu beitragen, die immunhemmende Wirkung der UV-Strahlung abzumildern und damit die Immunabwehr der Haut zu unterstützen. Das Hautmikrobiom erscheint damit nicht als passiver Bewohner der Hautoberfläche, sondern als möglicher aktiver Mitspieler im Schutzsystem gegen Sonnenschäden.

Kein Ersatz für Sonnenschutzmittel

Trotz dieser Erkenntnisse betonen die Wissenschaftler der MedUni Graz ausdrücklich, dass das Hautmikrobiom keinesfalls als Ersatz für klassische UV-Schutzmittel zu verstehen ist. Die beschriebenen bakteriellen Mechanismen wirken auf molekularer Ebene innerhalb der Haut und ersetzen keinen äußeren Schutz vor Sonnenstrahlung, wie ihn Sonnencremes oder schützende Kleidung bieten.

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Wer jahrzehntelang Sonne getankt hat, merkt es oft erst spät: Die Immunabwehr der Haut lässt nach, und geschädigte Zellen werden schlechter erkannt. Klassische Sonnenschutzmittel bleiben deshalb die Grundlage — doch die Forschung zum Hautmikrobiom zeigt, welche körpereigenen Mechanismen zusätzlich wirken. Unsere Checkliste für hautmikrobiom-freundliche Pflege zeigt, wie Sie beides sinnvoll verbinden. Checkliste jetzt kostenlos sichern

Für die Praxis bedeutet dies, dass klassische Schutzmaßnahmen weiterhin die Grundlage einer sinnvollen Hautpflege bilden sollten – insbesondere für ältere Menschen, deren Haut ohnehin empfindlicher auf UV-Strahlung reagiert.

Die Forschung zum Hautmikrobiom liefert vielmehr zusätzliche Erkenntnisse darüber, wie komplex das Zusammenspiel zwischen körpereigenen Prozessen und der bakteriellen Besiedlung der Haut ist, und eröffnet möglicherweise langfristig neue Ansatzpunkte, um die natürlichen Schutzmechanismen der Haut besser zu verstehen.

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