Hautkrebs: Fallzahlen in Deutschland um 45% gestiegen
Veröffentlicht am: 07.09.2026 um 10:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In den vergangenen zehn Jahren hat die Zahl der Hautkrebserkrankungen in Deutschland signifikant zugenommen. Eine aktuelle Auswertung der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH) verdeutlicht das Ausmaß dieser Entwicklung.
Laut den Daten der Versicherung für das Jahr 2024 verzeichnete die Kasse rund 28 % mehr Versicherte mit schwarzem Hautkrebs (malignes Melanom) als noch im Jahr 2014. Noch deutlicher fiel der Anstieg beim hellen beziehungsweise weißen Hautkrebs aus, bei dem die Fallzahlen im gleichen Zeitraum um 45 % stiegen.
Regionale Schwerpunkte und demografische Unterschiede
Die Analyse der KKH offenbart erhebliche regionale Unterschiede innerhalb Deutschlands. Besonders betroffen zeigen sich die ostdeutschen Bundesländer. In Sachsen wurde bei den Fällen von schwarzem Hautkrebs ein Zuwachs von 83 % im Vergleich zum Zehnjahreszeitraum festgestellt, während sich die Zahl der Diagnosen beim weißen Hautkrebs dort sogar verdoppelte.
Ähnlich besorgniserregende Entwicklungen zeigen sich in Sachsen-Anhalt mit einem Plus von 75 % und in Thüringen mit einem Anstieg von 67 % bei den Fällen von weißem Hautkrebs.
Innerhalb der Patientengruppen gibt es zudem geschlechtsspezifische Differenzen. Während bei Männern die Rate der Erkrankungen an weißem Hautkrebs um 34 % anstieg, verzeichneten Frauen in diesem Bereich einen Zuwachs von 53 %. Experten führen die generell steigenden Zahlen unter anderem auf veränderte Freizeitgewohnheiten und eine kumulative Belastung durch UV-Strahlung zurück.
Risikofaktoren und neue Trends in sozialen Medien
Mediziner warnen eindringlich vor den Langzeitfolgen ungeschützter Sonnenexposition. Eine Ärztin der KKH, Aurelia Tegtmeyer, wies darauf hin, dass UV-Strahlung das Erbgut der Hautzellen nachhaltig schädigt. Trotz dieser bekannten Risiken beobachten Dermatologen neue, besorgniserregende Trends, insbesondere bei jüngeren Generationen.
Die Zahl der Hautkrebserkrankungen steigt – weiße Hautkrebsfälle legten laut KKH um 45% zu. Wer jetzt die richtigen Vorsorge- und Schutzmaßnahmen kennt, kann sein Risiko deutlich senken. Jetzt kostenlosen Hautschutz-Leitfaden anfordern
Der Dermatologe Laurence Khoe berichtete in diesem Zusammenhang von dem über soziale Medien verbreiteten Trend des sogenannten Tanmaxxing. Dabei suchen Jugendliche bewusst die intensive Sonneneinstrahlung, um eine maximale Bräunung zu erzielen, und ignorieren dabei das langfristige Hautkrebsrisiko.
Laut dem Experten herrsche in diesen Kreisen oft die Einstellung vor, dass mögliche Erkrankungen erst in ferner Zukunft eine Rolle spielten und daher aktuell vernachlässigt werden könnten.
Prävention und Krankheitsverläufe
Angesichts der steigenden Fallzahlen betonen Gesundheitsexperten und Krankenkassen die Bedeutung der Früherkennung. Die KKH empfiehlt Versicherten ab einem Alter von 35 Jahren alle zwei Jahre ein Hautkrebsscreening wahrzunehmen. Um die Prävention auch bei jüngeren Menschen zu fördern, bezuschusst die Kasse entsprechende Untersuchungen bereits für Versicherte im Alter zwischen 18 und 34 Jahren.
Wie schwerwiegend eine Erkrankung verlaufen kann, verdeutlicht das Beispiel von Uwe Herrmann. Der 63-Jährige erkrankte an einem Merkelzellkarzinom, einer seltenen und aggressiven Form des Hautkrebses.
Besonders in Ostdeutschland steigen die Hautkrebsfälle rasant – in Sachsen sogar um 83%. Unser Leitfaden zeigt, wie Sie die regionalen Risiken einschätzen und mit effektivem UV-Schutz gegensteuern. Regionale Hautkrebs-Risiken jetzt im Leitfaden checken
Nach der Entfernung eines Tumors am Ellenbogen und der Entnahme von 12 Lymphknoten wurden Metastasen entdeckt. Nach einer intensiven Bestrahlung gilt er zwar als faktisch geheilt, nutzt seine Erfahrung jedoch, um öffentlich für die Hautkrebsvorsorge zu werben.
Auch über die deutschen Grenzen hinaus bleibt die Lage angespannt. In den Niederlanden prognostizierte die Organisation KWF für das Jahr 2025 rund 80.000 Hautkrebs-Diagnosen. Jährlich sterben dort schätzungsweise 1.000 Menschen an den Folgen der Erkrankung. Diese Daten unterstreichen die Notwendigkeit eines konsequenten Sonnenschutzes und regelmäßiger Kontrolluntersuchungen, um die Sterblichkeitsrate langfristig zu senken.
