Haustiere im Sommer: Bakterien im Napf ab 20 Grad gefährlich
05.07.2026 - 16:04:14 | boerse-global.de
Gefahr im Napf
Bereits ab 20 Grad steigt das Risiko für Bakterien und Schimmel im Futter rapide an. Der Industrieverband Heimtierbedarf (IVH) warnt besonders vor Nassfutter und Rohfleischprodukten.
Futterreste gehören spätestens nach 30 Minuten aus dem Napf. Besser: mehrere kleine Portionen über den Tag verteilen statt einer großen Mahlzeit. Die Näpfe sollten täglich mit heißem Wasser und Spülmittel gereinigt werden.
Geöffnete Nassfutterdosen kommen in den Kühlschrank – und vor dem Servieren auf Zimmertemperatur bringen. Trockenfutter lagert in luftdichten Behältern an kühlen Orten.
Wasserstellen als Brutstätten
Hunde und Katzen brauchen mindestens zwei Wasserstellen, die zweimal täglich frisch befüllt werden. Doch im Außenbereich lauert eine unterschätzte Gefahr: Vogeltränken.
Vogelexperte Kurt Klemm empfiehlt eine tägliche Reinigung mit heißem Wasser. Der Grund: Die Asiatische Tigermücke nutzt selbst kleinste Wasseransammlungen zur Brut. Doreen Werner vom Leibniz-Zentrum warnt: „Vogeltränken sollten spätestens alle drei Tage komplett gereinigt werden." Stehende Wasserquellen gehören beseitigt.
Bereits ab 20 Grad drohen Bakterien und Schimmel im Napf. Mit unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung halten Sie Napf, Wasser und Pfoten hygienisch – inklusive 3 Kühl-Tricks für Hunde ohne Klimaanlage. Kostenlose Sommer-Hygiene-Checkliste anfordern
In Berlin hat sich zudem das West-Nil-Virus etabliert – übertragen durch Mücken.
Pfoten: Weniger ist mehr
Viele Hundehalter rasieren im Sommer die Haare zwischen den Pfotenballen. Ein Fehler, sagt Hundetrainerin Katharina Marioth. Diese Haare schützen vor Hitze, Schmutz und Reibung. Zudem dienen sie als Tastorgan.
Nur bei Verfilzungen oder wenn der Hund auf glatten Böden den Halt verliert, ist ein Kürzen sinnvoll. Das betrifft häufig Rassen wie Australian Shepherd, Golden Retriever, Border Collie oder Pudel. Wichtig: Werkzeuge mit Schutzvorrichtungen oder abgerundeten Spitzen verwenden.
Zur aktiven Abkühlung bieten sich Wasserspielmatten, Hundepools oder Kühlmatten an – besonders in Haushalten ohne Klimaanlage.
Tierheime am Limit
Schützen Sie Ihren Vierbeiner vor Sommergefahren: Die Checkliste zeigt, wie Sie Futter richtig lagern, Näpfe reinigen und Wasserstellen mückenfrei halten. Checkliste per E-Mail sichern
Die Sommerhitze bringt die Infrastruktur vieler Tierheime an ihre Grenzen. Im Tierheim Aachen wurden über 30 Grad in den Unterkünften gemessen. Die Einrichtung musste zusätzliche Klimageräte installieren.
Viele Heime verlegen Gassirunden in die frühen Morgenstunden vor 9 Uhr. Beim Tiertransport helfen UV-Schutz-Blenden, die bis zu 97 Prozent der Strahlung abschirmen. Die wichtigste Regel: Klimaanlage nutzen und Standzeiten in der Sonne vermeiden.
