Haustier-Akupunktur, TCM-Anteil

Haustier-Akupunktur: TCM-Anteil in China steigt auf 28 Prozent

Veröffentlicht am: 08.09.2026 um 14:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der Anteil von TCM-Behandlungen für Haustiere stieg in China von 12 auf 28 Prozent. Kliniken verbinden Akupunktur mit moderner Diagnostik.

China setzt bei alternden Haustieren stärker auf Traditionelle Chinesische Medizin
Traditionelle chinesische Heilkräuter und ein Mörser aus Stein auf einem Holztisch bei natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

In China greifen Tierhalter zunehmend auf Methoden der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) zurück, um insbesondere alternde Hunde und Katzen zu behandeln. Ein deutliches Anzeichen für diesen Trend findet sich in den sozialen Medien, wo Inhalte unter dem Schlagwort #petTCM mittlerweile mehr als 5 Millionen Aufrufe verzeichnen.

Besonders bei chronischen Beschwerden, bei denen die konventionelle Schulmedizin keine ausreichenden Erfolge erzielt, suchen Besitzer vermehrt nach alternativen Therapieansätzen.

Marktwachstum und demografischer Wandel bei Haustieren

Laut dem chinesischen Haustier-Medizinbericht ist der Anteil von TCM-Therapien in der Haustierversorgung innerhalb weniger Jahre signifikant gestiegen. Lag dieser Wert im Jahr 2023 noch bei 12 %, so erreichte er im Jahr 2026 bereits 28 %.

Die Relevanz dieser Behandlungsform nimmt parallel zur Alterung der Tierpopulation zu. Daten der Pet Fair Asia aus dem Jahr 2026 beziffern die Zahl der Haustiere in China, die sieben Jahre oder älter sind, auf rund 20 Millionen.

Insgesamt lebten bereits im Jahr 2025 etwa 126 Millionen Haustiere in chinesischen Städten. Bei einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 20 Jahren bei einer Population von 15 Millionen Tieren in bestimmten Segmenten steigt der Bedarf an geriatrischer Versorgung stetig.

Fallbeispiele und therapeutische Anwendungen

Ein Beispiel für diesen Wandel ist der Fall eines siebenjährigen Mischlings namens Iron Man in Peking. Der Border-Collie-Golden-Retriever-Mix litt unter chronischen Magen-Darm-Problemen, die als entzündliche Darmerkrankung diagnostiziert wurden.

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Nachdem schulmedizinische Behandlungen erfolglos geblieben waren, wurde das Tier mit chinesischer Patentmedizin und einer speziellen Diättherapie behandelt. Berichten zufolge zeigte sich bereits innerhalb von drei Tagen eine gesundheitliche Besserung.

Auch bei sehr alten Tieren wird TCM eingesetzt. So wurde ein 17-jähriger Hund nach einmonatiger Einnahme chinesischer Kräutermedizin als vitaler beschrieben. In einem anderen Fall kam bei einem 17-jährigen Pudel Bienengift-Akupunktur zur Behandlung einer Krebserkrankung zum Einsatz.

Integration in die klinische Praxis

In der modernen Veterinärmedizin etablieren sich TCM und Rehabilitationsmedizin zunehmend als Ergänzung zur Schulmedizin, insbesondere bei degenerativen Gelenkerkrankungen, Bandscheibenvorfällen und Demenz.

Fachleute betrachten diese Kombination als neues Paradigma, das auf nicht-invasiven Grundbehandlungen mit Akupunktur und Kräuterrezepturen basiert. Ein Behandlungserfolg lasse sich in der Regel erst nach mindestens zwei bis drei Wochen beurteilen; sollte nach drei Wochen keine Besserung eintreten, sei eine weiterführende Diagnostik erforderlich.

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Tierkliniken wie die Praxis Reren in Shijiazhuang Yuhua, die seit 2005 besteht, kombinieren moderne Diagnostik wie Ultraschall, digitales Röntgen und Blutuntersuchungen mit traditionellen Verfahren. Akupunktursitzungen werden dort zwei- bis dreimal wöchentlich durchgeführt, während Kräutermedizin in Zyklen von sieben bis 14 Tagen verabreicht wird. Bei chronischen Erkrankungen ist oft eine Behandlungsdauer von vier bis acht Wochen notwendig.

Professionalisierung und Ausblick

Die institutionelle Rahmung der Tier-TCM verfestigt sich zusehends. So veröffentlichte die Chinesische Tierärztevereinigung im Jahr 2026 offizielle Leitlinien für die Anwendung von Akupunktur. Tierärzte wie Lao Rijuan aus Shanghai berichten von messbaren Erfolgen durch integrative Ansätze.

In einem dokumentierten Fall konnte die Harnfrequenz eines Tieres durch die Kombination aus TCM und Schulmedizin um über 60 % reduziert werden. Diese Entwicklung unterstreicht den Trend hin zu einer ganzheitlichen haustierärztlichen Versorgung in China.

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