Hausratversicherung: Nur 20-30% Schutz für Wertsachen
20.06.2026 - 06:55:14 | boerse-global.de
Standardverträge decken hochwertige Gegenstände meist nur bis zu 20 oder 30 Prozent der gesamten Versicherungssumme ab. Angesichts steigender Kriminalität und digitaler Risiken gewinnt die gezielte Absicherung von Smartphones, Schmuck und digitalen Vermögenswerten an Bedeutung.
Teure Lücken bei Schmuck und Kunst
Wer teuren Schmuck oder Uhren besitzt, aber keinen zertifizierten Tresor nutzt, riskiert im Schadensfall erhebliche Leistungskürzungen. Die Standard-Hausratversicherung übernimmt nur bis zu den vertraglich vereinbarten Höchstgrenzen. Für Besitzer wertvoller Sammlungen oder Kunstgegenstände empfehlen Experten eine spezielle Wertsachenversicherung. Diese deckt oft auch Verluste außerhalb der eigenen Wohnung ab.
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Ein aktueller Fall aus Gelsenkirchen zeigt, wie kompliziert die Rückgewinnung von Eigentum nach einem Einbruch sein kann. Nach einem Vorfall in einer Sparkasse stellte die Polizei über 50.000 Wertgegenstände sicher – die Rückgabe an die Eigentümer zieht sich jedoch hin. Ein Betroffener erhielt erst kürzlich fünf Schmuckstücke zurück. Über weitere Entschädigungsforderungen in fünfstelliger Höhe entscheidet Anfang Juli das Landgericht Essen.
Prävention gegen Trickdiebstahl und Raub
Neben dem Versicherungsschutz rücken präventive Maßnahmen in den Fokus. Handelsketten wie Aldi und Tchibo bieten derzeit spezielle Anti-Diebstahl-Taschen an. Die Modelle verfügen über metallverstärkte, schnittfeste Schultergurte, RFID-Blocker gegen unbefugtes Auslesen von Chipkarten sowie zusätzliche Karabinersicherungen.
Die Relevanz solcher Schutzmaßnahmen belegen aktuelle Polizeiberichte. In Greven entwendeten Täter diese Woche neun Smartphones im Wert von mehreren tausend Euro durch ein organisiertes Ablenkungsmanöver. Auch bei Luxusgütern bleibt die Kriminalitätsrate hoch: Bei einem Überfall auf einen Münchner Juwelier erbeuteten Unbekannte Uhren im geschätzten Wert von 200.000 bis 300.000 Euro.
Digitale Sicherheit und mobile Risiken
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt besonders zur Reisezeit vor digitalen Risiken. Nutzer sollten Smartphones mit Bildschirmsperren schützen und Konten mit starken Passwörtern sowie Zwei-Faktor-Authentisierung (2FA) absichern. Für öffentliche WLAN-Netze empfiehlt das BSI den Einsatz von VPN-Verbindungen.
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Auch manipulierte USB-Ladestellen an öffentlichen Orten sind eine Gefahr. Grundvoraussetzung für die Regulierung durch Versicherer bleibt die Dokumentation von Wertgegenständen durch Fotos, Rechnungen und Gutachten. Dass selbst digitale Vermögenswerte nicht vor Diebstahl gefeit sind, zeigt ein Vorfall bei der Galerie Belvedere: Hacker entwendeten Ende Mai rund 7.200 unverkaufte NFTs eines berühmten Kunstwerks. Der theoretische Gesamtwert lag im zweistelligen Millionenbereich, der tatsächliche Marktwert auf Handelsplattformen wird jedoch deutlich geringer eingeschätzt.
Schutz bei Naturgefahren
Versicherungsberater betonen zudem die Notwendigkeit einer Elementarschadenversicherung. Während Schäden durch Sturm, Hagel oder Blitzschlag meist von der Basis-Hausrat- oder Wohngebäudeversicherung abgedeckt sind, benötigen Überschwemmungen durch Starkregen, Erdrutsche oder Schneedruck einen Zusatzschutz. Die Vorständin des Bundes der Versicherten (BdV), Bianca Boss, rät: Im Schadensfall eine umfassende Dokumentation mittels Fotos oder Videos erstellen und den Versicherer umgehend informieren.
