Haushaltsreinigung, Glycerin

Haushaltsreinigung: Glycerin und Teebeutel ersetzen Chemikalien

17.06.2026 - 12:53:44 | boerse-global.de

Nachhaltige Alternativen wie Glycerin und Waschmittelblätter ersetzen zunehmend Chemikalien. Der NABU fordert mehr Nachfüllsysteme.

Haushaltsreinigung im Wandel: Glycerin, Teebeutel und Waschblätter
Haushaltsreinigung - Eine minimalistische Küche mit natürlichen Reinigungsmitteln wie einer Sprühflasche, Zitronenschalen und einem Tuch auf einer Arbeitsplatte. 17.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Traditionelle Hausmittel und innovative Produkte gewinnen an Bedeutung – mit dem Ziel, chemische Rückstände und Plastikmüll zu reduzieren.

Glycerin und Teebeutel: Die neuen Allrounder

Ein Teelöffel Glycerin pro Liter warmem Wasser – mehr braucht es nicht für einen antistatischen Schutzfilm auf Fenstern, Spiegeln und Duschkabinen. Der Wirkstoff ist gesundheitlich unbedenklich und vollständig biologisch abbaubar. Der Trick: Der Film weist Schmutz und Wasser ab, die Oberflächen bleiben länger sauber.

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Auch gebrauchte Teebeutel landen nicht mehr im Müll. Die enthaltenen Gerbstoffe lösen Fett und Verschmutzungen auf Edelstahl- und Glasoberflächen. Getrocknet eignen sie sich zur Geruchsneutralisierung in Kühlschränken oder Schränken. Und als Dünger für bestimmte Pflanzen machen sie gleich doppelt Sinn.

Waschmittel ohne Plastik: Blätter im Karton

Die Waschmittelindustrie setzt auf hochkonzentrierte, kunststofffreie Produkte. Ein neues Konzept: Waschmittelblätter in recycelbaren Kartonverpackungen. Pro verkaufter Packung wird laut Hersteller ein Kilogramm Plastikmüll aus den Ozeanen entfernt. Die Kosten pro Waschgang: mindestens 0,12 Euro.

Daneben bleiben ökologische Waschmittelkonzentrate relevant. Ein aktuell untersuchtes Pulverkonzentrat setzt auf Bio-Pflanzenölseife – ohne optische Aufheller, Enzyme oder Gentechnik. Die entscheidende Erkenntnis aus Expertenkreisen: Korrekte Dosierung und Verzicht auf überflüssige Zusatzstoffe verbessern Umweltbilanz und Kosten gleichermaßen.

NABU fordert mehr Nachfüllsysteme

Zum „World Refill Day“ am 16. Juni machte der Naturschutzbund Deutschland (NABU) Druck. Ziel: Alltagsprodukte wie Handseife oder Spülmittel flächendeckend in nachhaltigen Verpackungen anbieten. Nur so lasse sich Einwegplastik signifikant reduzieren.

Die Branche hat das Potenzial längst erkannt. Die Marke Frosch feiert in diesen Tagen ihr 40-jähriges Bestehen. Seit 1986 setzt das Unternehmen auf pflanzliche Inhaltsstoffe – und hat nach eigenen Angaben über eine Milliarde Flaschen aus 100 Prozent Altplastik aus dem Gelben Sack verkauft. Zum Jubiläum startet zudem ein Biodiversitätsprojekt mit dem NABU.

Nicht alle Handelsketten ziehen gleich schnell. Der Drogeriefilialist Rossmann passte seine Nachhaltigkeitsvorgaben an und räumte sich mehr Zeit ein, um den angestrebten Anteil an recycelten Kunststoffen zu erreichen.

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Urin als Dünger: Forschung mit überraschenden Ergebnissen

Wissenschaftler der Wageningen University haben aufbereiteten Urin als Pflanzendünger getestet. Durch Membranfiltration und sechsmonatige Lagerung entsteht ein sicheres Produkt. In Feldversuchen mit Kartoffeln lag die Stickstoffausbeute 25 Prozent höher als bei herkömmlichem Kunstdünger.

Ein Pilotprojekt in Leeuwarden erprobt das System bereits in rund 2.000 Haushalten. Die Botschaft der Forscher: Was bisher im Abwasser landete, könnte bald zum wertvollen Rohstoff im Kreislaufsystem werden.

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