Haushalt-Mikroben: 26% der Mund-Bakterien sind identisch
17.06.2026 - 16:11:39 | boerse-global.de
Eine neue Studie zeigt: Bis zu 26 Prozent der Mund-Mikroben und 19 Prozent der Darm-Bakterien sind bei Mitbewohnern identisch.
Küssen als Hauptübertragungsweg
Besonders ausgeprägt ist der Austausch bei Paaren. Sie teilen rund 44 Prozent ihrer Mund-Mikroben – körperliche Nähe wie Küssen gilt als Hauptgrund. Die Forschungsergebnisse legen nahe, dass bestimmte Bakterien nicht ortsgebunden sind. Identische Stämme tauchen bei verschiedenen Haushaltsmitgliedern entweder im Mund oder im Darm auf. Das deutet auf hohe Flexibilität der Organismen hin.
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Die Mitte Juni im Fachjournal „Cell Press Blue“ veröffentlichte Studie analysierte Daten von 430 Personen aus 207 Haushalten. Wissenschaftler der Universität Trient – darunter die Forscher Heidrich und Segata – werteten die Proben aus. Um kulturelle Unterschiede auszuschließen, bezogen sie Probanden aus Italien und von den Fidschi-Inseln ein.
Gesundheitsrisiken durch geteilte Bakterien
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Die mikrobielle Verwandtschaft hat handfeste medizinische Konsequenzen. Leicht übertragbare Darmmikroben sind mit erhöhtem Risiko für Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden. Auch ein Zusammenhang zwischen übertragbaren Mundmikroben und Darmkrebs wurde beobachtet.
Die Erkenntnisse stützen die These: Nicht nur Gene oder Lebensstil bestimmen Krankheitsrisiken. Auch die bakterielle Transmission im Wohnumfeld spielt eine Rolle.
Die geografische Diversität der Studie unterstreicht: Mikroben-Austausch ist ein grundlegend menschliches Phänomen – unabhängig von spezifischen westlichen Lebensgewohnheiten. Die Ergebnisse bieten eine neue Grundlage für die epidemiologische Forschung. Sie werfen die Frage auf, wie eng die Gesundheit von Familienmitgliedern über ihr gemeinsames Mikrobiom verknüpft ist.
