Hausarztpraxen: Ganzheitliche Medizin mit Akupunktur und Naturheilkunde
06.06.2026 - 17:19:09 | boerse-global.de
Immer mehr Hausarztpraxen erweitern ihr Angebot um Akupunktur und Naturheilverfahren. Gleichzeitig kämpft der Sektor mit Digitalisierungsproblemen und drohenden Sparmaßnahmen.
Ganzheitliche Behandlung als Erfolgsrezept
Ein Beispiel für diesen Trend findet sich in Chemnitz. Die Praxis von Dr. Kerstin Merten bietet neben Allgemeinmedizin auch Akupunktur und Naturheilverfahren an. Ergänzt wird das Portfolio durch Orthopädie sowie Kinder- und Jugendmedizin.
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Die Kombination aus langjähriger Erfahrung – die Praxis blickt auf 30 Jahre zurück – und spezialisierten Heilverfahren kommt bei Patienten gut an. „Die Nachfrage nach ganzheitlichen Ansätzen steigt stetig", so die Erfahrung vieler Mediziner. Neben Akupunktur spielen psychosomatische Grundversorgung und Präventionsleistungen wie Impfungen eine zentrale Rolle.
Digitalisierung: Fortschritt mit Hindernissen
Die Erweiterung medizinischer Leistungen fällt in eine Zeit tiefgreifender Veränderungen. Seit Januar 2025 ist die elektronische Patientenakte (ePA) im Opt-out-Verfahren gesetzlich verankert. „Die Bündelung von Medikationsinformationen an einem Ort verbessert die Behandlung", sagt Dr. Nicolas Kahl. Gleichzeitig betont er den hohen Aufklärungsbedarf.
Doch die Praxis hakt: Die Gematik warnt, dass bestimmte Heilberufsausweise bis Ende Juni 2026 ausgetauscht werden müssen. Sonst sind E-Rezepte und elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen (eAU) nicht mehr rechtsgültig signierbar.
Noch fehlen wichtige Funktionen. Das E-Rezept für Betäubungsmittel ist nicht verfügbar – viele Praxen bleiben bei Papier. Auch die elektronische Ersatzbescheinigung, seit Sommer 2025 Pflicht, wird nicht von allen Krankenkassen unterstützt.
Milliarden-Sparpaket bedroht Versorgung
Die hausärztliche Versorgung steht unter massivem wirtschaftlichem Druck. Geplante Gesetze zur Stabilisierung der Krankenkassenbeiträge sehen für 2027 Einsparungen in Milliardenhöhe vor. Die Ärztekammer Niedersachsen warnt vor schlechterer Versorgung und längeren Wartezeiten.
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Eine Umfrage vom Mai 2026 bestätigt die Sorge in der Bevölkerung. Die meisten Befragten fürchten negative Folgen der Sparpakete für die hausärztliche Versorgung.
Personalmangel verschärft die Krise
Hinzu kommt die angespannte Personalsituation. Daten aus dem Frühjahr 2026 zeigen: Bundesweit sind mehr als 5.000 Hausarztsitze unbesetzt. Ein signifikanter Teil der tätigen Ärzte plant zudem den Ausstieg innerhalb der nächsten fünf Jahre.
Wer soll die Lücken füllen? Apotheken signalisieren Bereitschaft für mehr Verantwortung in der Primärversorgung. In Nordrhein zählt der Markt zum 1. April 2026 knapp 1.900 Apotheken. Die Grippeimpfungen in der Saison 2025/2026 sind bereits gestiegen. Das neue Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz schafft zudem erweiterte Rahmenbedingungen.
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