Hausapotheken: Ärzte könnten 160 Millionen Euro sparen
Veröffentlicht am: 26.08.2026 um 19:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine neue Studie der Beratungsgesellschaft Kreutzer Fischer & Partner sieht in ärztlichen Hausapotheken einen wichtigen Baustein für die künftige Gesundheitsversorgung. Besonders in ländlichen Regionen könnte die erweiterte Medikamentenabgabe durch Mediziner die Versorgung sichern – und nebenbei Millionen sparen.
Bis zu 30 Prozent der Landarztpraxen betroffen
Die im August vorgestellte Analyse beziffert das Potenzial: Bis zu 30 Prozent der Landarztpraxen könnten von einer Stärkung der Hausapotheken profitieren. Das sei besonders vor dem Hintergrund einer prognostizierten Versorgungslücke in der Kassenmedizin bis 2035 relevant. Betroffen wären vor allem die Allgemeinmedizin und Gemeinden mit weniger als 5.000 Einwohnern.
Die Studie nennt auch konkrete Einsparungen: 160 Millionen Euro ließen sich demnach durch die erweiterte Abgabe einsparen. Zudem könnten optimierte Wegeketten und eine direktere Versorgung rund 30.000 Tonnen CO2 vermeiden.
Die Österreichische Ärztekammer bewertet die Entwicklung positiv. Präsident Steinhart betont, der Ausbau verbessere nicht nur den Zugang zu Medikamenten, sondern erleichtere auch die Besetzung vakanter Kassenstellen.
Die Diskussion um ärztliche Hausapotheken gewinnt an Fahrt: Eine neue Studie beziffert das Einsparpotenzial auf 160 Millionen Euro – und nennt die Versorgungssicherheit als entscheidenden Faktor. Wer als Landarzt oder Gesundheitspolitiker früh die richtigen Weichen stellt, sichert sich Vorteile. Jetzt kostenlosen Leitfaden anfordern
Apothekerkammer warnt vor Risiken
Deutliche Kritik kommt von der Apothekerkammer. Sie sieht die Versorgungssicherheit gefährdet, sollte das Modell großflächig ausgeweitet werden. Aktuell stützt sich die Medikamentenversorgung in Österreich auf ein Netz von 1.470 öffentlichen Apotheken. Deren wirtschaftliche Basis könnte durch erweiterte ärztliche Abgabebefugnisse ins Wanken geraten.
Deutschland zieht nach
Bis 2035 droht eine Versorgungslücke in der Kassenmedizin – besonders in Gemeinden unter 5.000 Einwohnern. Erweiterte Hausapotheken könnten bis zu 30 Prozent der Landarztpraxen stärken. Erfahren Sie, wie Sie Ihre Praxis zukunftsfest machen und gleichzeitig Kosten senken. Leitfaden zur Hausapotheken-Strategie jetzt sichern
Auch in Deutschland wird die Diskussion geführt. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) schlug im August vor, dass Mediziner bei Hausbesuchen und im Bereitschaftsdienst Arzneimittel direkt abgeben dürfen. Zudem regt die KBV automatisierte Abgabestationen mit telepharmazeutischer Beratung an.
Hintergrund sind geplante Reformen, die Apothekern erweiterte Befugnisse wie Impfungen oder Rezeptabgaben ohne Arztkontakt einräumen sollen – ein Vorhaben, das die Ärzteschaft kritisch sieht. Die KBV fordert deshalb Pilotprojekte, um die Auswirkungen auf Patientensicherheit und Versorgungseffizienz wissenschaftlich zu evaluieren.
