Hausapotheke, Haustiere

Hausapotheke für Haustiere: Ibuprofen und Paracetamol lebensgefährlich

Veröffentlicht: 06.07.2026 um 11:04 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Schmerzmittel aus der Hausapotheke können bei Hunden und Katzen bereits in geringen Dosen tödlich wirken. Tierärzte raten zu sicheren Alternativen.

Tierärzte warnen: Ibuprofen und Paracetamol für Haustiere lebensgefährlich
Hausapotheke - Nahaufnahme einer Hundepfote mit einer unscharfen Ibuprofen-Pillendose im Hintergrund, die die Gefahr von Humanarzneimitteln für Haustiere verdeutlicht. 06.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Tierärztin Heike Listmann legte Anfang Juli 2026 dar: Wirkstoffe wie Ibuprofen und Paracetamol können bereits in geringen Mengen lebensgefährlich wirken.

Bei Hunden löst eine Dosis von 5 Milligramm Ibuprofen pro Kilogramm Körpergewicht Reizungen im Magen-Darm-Trakt aus. Höhere Dosen von etwa 400 Milligramm führen bei bestimmten Rassen zu schweren Leberschäden.

Noch kritischer ist die Situation bei Katzen. Für sie wirkt Paracetamol bereits ab 10 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht tödlich. Typische Vergiftungssymptome sind Appetitlosigkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, blutiger Kot und Krämpfe.

Antibiotikaresistenzen durch Schmerzmittel?

Eine im August 2025 veröffentlichte Studie der University of South Australia deutet auf ein weiteres Risiko hin. Die Wirkstoffe Ibuprofen und Paracetamol könnten die Entstehung von Antibiotikaresistenzen begünstigen – etwa bei E. coli-Bakterien.

Neubewertung für Librela: Nutzen überwiegt weiterhin

Im Bereich chronischer Schmerzen hat die britische Arzneimittelbehörde VMD im Juli 2026 eine Neubewertung des Präparats Librela abgeschlossen. Ihr Fazit: Der Nutzen überwiegt für die Mehrheit der Hunde die Risiken. Dennoch wurden die Sicherheitshinweise angepasst.

Zu den neu aufgenommenen, sehr seltenen Nebenwirkungen zählen Gelenkschwellungen, Knochen- und Gelenkstörungen sowie Weichteilverknöcherungen. Bereits 2024 war der Beipackzettel um Hinweise auf Ataxie, Harninkontinenz und Krampfanfälle ergänzt worden.

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Schon eine Tablette Ibuprofen oder Paracetamol kann für Hunde und Katzen lebensgefährlich sein. Tierärztin Heike Listmann warnt: Bereits geringe Dosen führen zu schweren Vergiftungen. In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche sicheren Alternativen es gibt und wie Sie im Notfall richtig handeln. Jetzt kostenlosen Notfall-Ratgeber anfordern

Tierärzte sollen bei Gelenkbeschwerden nach einer Injektion ein Absetzen der Therapie erwägen. Die europäische EMA und die US-amerikanische FDA verfolgen die Sicherheitsdaten weiterhin aufmerksam.

Tiermedizin nähert sich Humanmedizin an

Die Möglichkeiten in der Onkologie wachsen rasant. Statistiken zeigen: Etwa jeder dritte Hund und jede fünfte Katze erkrankt im Laufe des Lebens an Krebs. Spezialisierte Zentren wie das AniCura AOI Center in Hünenberg bieten Chemotherapie, Strahlentherapie und Immuntherapie an.

Die Kosten sind hoch. Die Bestrahlung eines Nasenkarzinoms kann rund 15.000 Schweizer Franken kosten. Als wesentliche Risikofaktoren gelten Passivrauchen und der Kontakt mit Herbiziden.

In der Kardiologie setzen Tierärzte verstärkt auf Pimobendan. Der Wirkstoff verbessert die Pumpleistung des Herzens und entlastet es. Studien belegen: Bei Klappenfehlern oder dilatativer Kardiomyopathie verlangsamt die Medikation den Krankheitsfortschritt signifikant.

Hundemalaria auf dem Vormarsch

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Die Freie Universität Berlin warnte Ende Juni 2026 vor einer verstärkten Ausbreitung der caninen Babesiose in Deutschland. Die durch die Wiesenzecke übertragene Erkrankung wird oft als „Hundemalaria“ bezeichnet. Symptome sind Mattigkeit, Fieber und dunkler Urin.

Ohne rechtzeitige Behandlung verläuft die Infektion häufig tödlich. Experten raten zu einem ganzjährigen Zeckenschutz. Die Ausbreitung der Überträger-Zecke wird durch klimatische Veränderungen begünstigt.

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