Hauptstamm-Koronarerkrankung: Zehnjahresdaten zeigen ähnliche Sterblichkeit
Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 13:09 Uhr | Redaktion boerse-global.deBei der Behandlung einer ungeschützten Hauptstamm-Koronarerkrankung zeigt sich über einen Beobachtungszeitraum von zehn Jahren kein statistisch signifikanter Unterschied in der Gesamtmortalität zwischen einer perkutanen Koronarintervention und einer Bypass-Operation. Dies geht aus Daten des IRIS-MAIN-Registers hervor, die vom Asan Medical Center in Seoul geleitet und am 3. November 2026 vorgestellt sowie in der Fachzeitschrift The Lancet publiziert wurden.
Gesamtmortalität über zehn Jahre auf ähnlichem Niveau
Im Rahmen der Registerstudie lag die Gesamtmortalität nach zehn Jahren bei 24,0 Prozent für Patienten, die mit einem medikamentenfreisetzenden Stent behandelt wurden, gegenüber 22,9 Prozent in der Gruppe mit einer koronaren Bypass-Operation. Die Untersuchung basierte auf einem Register mit rund 7.000 Patienten.
Für den primären Endpunkt wurden 5.379 Patienten aus 46 Zentren in fünf asiatischen Ländern – darunter Südkorea, Indien, Japan, Indonesien und Malaysia – analysiert, die zwischen Januar 2003 und Dezember 2024 erfasst worden waren. Von diesen erhielten 3.836 einen Drug-eluting-Stent und 1.543 eine Bypass-Operation.
In der Gesamtkohorte lag der Anteil der Männer bei 78 Prozent, das Durchschnittsalter betrug 65 Jahre. Für die Auswertung über einen medianen Zeitraum von zehn Jahren nutzten die Forschenden Methoden der Target-Trial-Emulation und Propensity-Score-Overlap-Gewichtung. Dabei ergaben sich Zehnjahres-Kaplan-Meier-Raten von 24 Prozent unter Stentimplantation im Vergleich zu 23 Prozent unter Bypass-Versorgung.
Zeitliche Verläufe und unterschiedliche Komplikationsmuster
Auch bei der Betrachtung separater Zeitintervalle blieben die Sterblichkeitsraten vergleichbar. In Berichten vom 5. November 2026 werden die Daten detailliert aufgeführt: Im ersten Jahr nach dem Eingriff lag die Mortalität bei 3,2 Prozent für die Stentgruppe und bei 3,4 Prozent für die Bypassgruppe.
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Im Intervall zwischen einem und fünf Jahren betrugen die Werte 9,2 Prozent gegenüber 8,4 Prozent, während sie zwischen fünf und zehn Jahren 14,3 Prozent gegenüber 12,5 Prozent erreichten.
Trotz der ähnlichen Gesamtüberlebensraten wiesen die beiden Verfahren Unterschiede bei nicht-tödlichen Komplikationen auf. Bei Stentbehandlungen traten periprozedurale Myokardinfarkte mit 1,8 Prozent häufiger auf als bei Bypässen mit 0,4 Prozent.
Spontane Myokardinfarkte wurden mit 4,6 Prozent gegenüber 1,9 Prozent registriert, und eine erneute Revaskularisation war bei 11,8 Prozent der Stentpatienten erforderlich, verglichen mit 4,6 Prozent nach einem Bypass. Dagegen war das Risiko für einen Schlaganfall nach einer Bypass-Operation doppelt so hoch: Die Quote lag hier bei 6,2 Prozent, während sie in der Stentgruppe 3,0 Prozent betrug.
Methodische Grenzen und klinische Einordnung
Fachleute weisen darauf hin, dass diese nicht-fatalen Befunde aus explorativen Analysen stammen und nur vorsichtig interpretiert werden dürfen. Wie aus Berichten vom 4. November 2026 hervorgeht, betonen die Autoren des Registers den Beobachtungscharakter der nicht-randomisierten Untersuchung.
Nach einer Stentimplantation am Hauptstamm war in den Registerdaten bei 11,8 Prozent eine erneute Revaskularisation nötig, nach Bypass bei 4,6 Prozent — dafür lag das Schlaganfallrisiko nach Bypass doppelt so hoch. Wer diese Abwägung strukturiert dokumentieren will, findet hier die passende Checkliste. Checkliste Komplikationsprofile jetzt abrufen
Die Ergebnisse belegten weder eine formale Kausalität noch eine statistische Äquivalenz der beiden Therapiemethoden. Zudem weichen die Resultate von einigen westlichen Studien ab.
Vor diesem Hintergrund empfehlen die Forschenden, Behandlungsentscheidungen weiterhin individuell und im Rahmen eines interdisziplinären Herzteams abzuwägen.
