Hashimoto, Ernährung

Hashimoto: Ernährung entscheidet über Behandlungserfolg

04.06.2026 - 04:01:26 | boerse-global.de

Studien belegen den Einfluss der Ernährung auf chronische Entzündungen. Hashimoto-Patienten profitieren von Ballaststoffen und Mikronährstoffen.

Hashimoto: Ernährung entscheidet über Behandlungserfolg - Bild: über boerse-global.de
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Besonders im Fokus: Die Schilddrüsenerkrankung Hashimoto und der neue Trend des „Fibremaxxing".

Hashimoto: Mehr als nur Hormone

Rund fünf von 100 Menschen leiden an einer Schilddrüsenunterfunktion, meist ausgelöst durch die Autoimmunerkrankung Hashimoto. Frauen sind deutlich häufiger betroffen. Die Standardtherapie mit L-Thyroxin bleibt lebenslang notwendig – doch die Ernährung spielt eine entscheidende Rolle für den Behandlungserfolg.

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Aktuelle klinische Leitlinien betonen: Die Schilddrüsenmedikation sollte mindestens 30 Minuten vor dem Frühstück eingenommen werden. Nur so ist eine ausreichende Aufnahme gewährleistet. Patienten müssen zudem einen strikten zeitlichen Abstand zu kalziumreichen Lebensmitteln und Präparaten einhalten.

Besonders wichtig ist die Kontrolle bestimmter Mikronährstoffe. Eisen, Vitamin D und Selen sind bei Hashimoto-Patienten häufig unterversorgt – mit direkten Folgen für den Krankheitsverlauf.

„Fibremaxxing": Der Ballaststoff-Trend

Ein neuer Ernährungstrend macht dieser Tage von sich reden: „Fibremaxxing" zielt darauf ab, die tägliche Ballaststoffzufuhr zu maximieren. Das Ziel: systemische Entzündungen senken und chronischen Krankheiten vorbeugen. Die Empfehlung liegt bei 30 Gramm Ballaststoffen pro Tag – doch die Realität sieht anders aus. In der Schweiz etwa liegt der Durchschnitt bei nur 20 Gramm.

Christine Brombach von der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) rät zu einer größeren Vielfalt pflanzlicher Lebensmittel. Mehr als 30 verschiedene Pflanzen pro Woche sollen die Darmgesundheit fördern. Das ist besonders relevant, denn Darmkrebserkrankungen bei unter 50-Jährigen nehmen seit 1980 zu.

Neben Ballaststoffen rücken ungesättigte Fettsäuren und Polyphenole in den Fokus der Forschung. Der „Oleato"-Trend – Kaffee mit kaltgepresstem Olivenöl – ist seit Anfang 2023 populär. Die wissenschaftliche Evidenz für diese spezielle Kombination ist zwar noch dünn. Klar ist aber: Olivenöl enthält wertvolle sekundäre Pflanzenstoffe und wirkt entzündungshemmend.

Tofu-Krise: Nachfrage übersteigt Produktion

Der Trend zu pflanzlicher Ernährung bringt auch Probleme mit sich. Die Nachfrage nach Tofu hat sich in Deutschland in den letzten drei bis vier Jahren etwa verdoppelt. Allein 2025 stiegen die Verkaufszahlen massiv.

Die Produktionsanlagen laufen am Limit. Große Hersteller mussten bereits ankündigen, die Fertigung bestimmter Produkte vorübergehend einzustellen. Neue Anlagen – darunter ein großes Werk in Freiburg – sind noch im Bau. Eine Normalisierung des Angebots wird frühestens Ende 2026 erwartet.

Klinische Diätetik: Wenn Ernährung Medizin wird

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Der Unterschied zwischen allgemeiner Ernährungsberatung und klinischer Diätetik gewinnt an Bedeutung. Anders als Ernährungsberater sind Diätologen befugt, eine medizinische Ernährungstherapie zu verschreiben – etwa bei Osteoporose, Bluthochdruck oder Essstörungen. Für komplexe Autoimmunerkrankungen ist dieser evidenzbasierte Ansatz unverzichtbar.

Auch die Pharmaforschung liefert neue Hoffnung. Für das Sjögren-Syndrom – eine Autoimmunerkrankung, von der weltweit rund vier Millionen Menschen betroffen sind – zeigen erste Studienergebnisse vielversprechende Ansätze. In einer Phase-2-Studie mit dem FcRn-Blocker Nipocalimab sprachen 62,5 Prozent der Patienten mit hohen Autoantikörperwerten positiv an.

Die Zukunft der Entzündungsmedizin wird klinische Ernährung und pharmazeutische Innovationen immer enger verzahnen.

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