Haruko-Cyberangriff: API-Daten und Gelder von 15 Kunden gestohlen
Veröffentlicht am: 18.09.2026 um 21:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der in London ansässige Technologieanbieter Haruko, der auf Infrastrukturlösungen für den Kryptosektor spezialisiert ist, ist Ziel eines gezielten Cyberangriffs geworden. Wie aus Branchenberichten hervorgeht, sind von dem Sicherheitsvorfall insgesamt 15 Kunden des Unternehmens betroffen.
Die Angreifer konnten dabei sensible Informationen entwenden, darunter Handelsdaten sowie Read-only-Daten von Exchange-APIs. Zudem wurde der Diebstahl einer geringen Menge an Kundengeldern gemeldet.
Sicherheitslücke auf Serverebene identifiziert
Untersuchungen zum Hergang des Angriffs ergaben, dass die Ursache in einer Schwachstelle eines Bare-Metal-Servers lag. Der CTO des Unternehmens, Adam Carlile, erläuterte dazu, dass der Angreifer eine Schwachstelle innerhalb eines laufenden Prozesses ausnutzte.
Durch diesen Zugriff sei es möglich gewesen, ein User-Access-Token zu extrahieren. Mit diesem Token erlangte die Täterschaft Zugriff auf Daten, die im Prozessspeicher des Systems hinterlegt waren.
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Nach Angaben des Unternehmens waren ausschließlich Kunden betroffen, die keine sogenannte Whitelist für ihre Zugriffe nutzten. Analysen zeigten demnach, dass insbesondere kleinere Hedgefonds mit weniger robusten Sicherheitskontrollen einem erhöhten Risiko ausgesetzt waren. Ein wesentlicher Aspekt der Schadensbegrenzung besteht jedoch darin, dass die Login-Zugangsdaten (Credentials) der Kunden laut Haruko nicht kompromittiert wurden.
Sofortmaßnahmen und Empfehlungen für Kunden
Haruko hat nach Bekanntwerden des Vorfalls umgehend reagiert, um die Integrität seiner Systeme wiederherzustellen. Die identifizierte Sicherheitslücke wurde geschlossen. Parallel dazu hat der Dienstleister sämtliche serverseitigen Secrets und kryptografischen Schlüssel erneuert.
Um die Sicherheit künftig zu erhöhen, rät das Unternehmen seinen Kunden dringend zur Implementierung einer Inbound-IP-Whitelist. Diese Maßnahme soll sicherstellen, dass Zugriffe nur von autorisierten und vorab definierten IP-Adressen erfolgen können.
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Bedeutung im institutionellen Kryptomarkt
Haruko nimmt eine zentrale Rolle in der technologischen Infrastruktur des digitalen Asset-Marktes ein. Das Unternehmen betreut mehr als 80 Kunden und bietet Anbindungen an über 100 Handelsplätze. Die Plattform unterstützt zudem 30 verschiedene Blockchains sowie mehr als 250 Onchain-Protokolle.
Zu dem betroffenen oder potenziell exponierten Kundenkreis zählen namhafte Akteure der Branche, darunter Bitcoin Suisse, GSR, Flowdesk, 3iQ, M2, Ampersan, MNNC und Trovio. In einer ersten Reaktion auf den Vorfall stellte das Unternehmen GSR jedoch klar, dass man von dem Cyberangriff auf Haruko nicht betroffen sei.
Der Vorfall unterstreicht die anhaltenden Sicherheitsrisiken für institutionelle Dienstleister im Bereich der digitalen Vermögenswerte, insbesondere bei der Handhabung von API-Schnittstellen und Prozessdaten.
