Harninkontinenz: Über zehn Millionen Betroffene in Deutschland
Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 02:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Beckenbodenschwäche und unwillkürlicher Harnabgang gehören zu den weit verbreiteten gesundheitlichen Problemen, bleiben im Alltag jedoch häufig tabuisiert. Um Betroffenen fundierte Orientierung zu bieten, setzen medizinische Einrichtungen verstärkt auf Aufklärungsformate.
Eine anstehende Informationsveranstaltung des EKM Info-Treffs unter dem Titel „Blase und Beckenboden“ nimmt die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten von Harninkontinenz sowie Beckenbodensenkung in den Fokus und verdeutlicht den wachsenden Bedarf an niedrigschwelligen Angeboten.
Aufklärung für Betroffene beim EKM Info-Treff
Die Veranstaltung des EKM Info-Treffs findet am Mittwoch, 7.10.2026, um 18 Uhr in den Räumlichkeiten der Evangelischen Familienbildungsstätte Mülheim (FBS) am Scharpenberg 1b in 45468 Mülheim statt. Als Referentin führt Dr. Andrea Schmidt, Chefärztin der Mülheimer Frauenklinik, durch den Abend. Im Mittelpunkt stehen medizinische Hintergründe sowie konservative und operative Behandlungsoptionen, die Betroffenen neue Perspektiven eröffnen können.
Der Vortrag ist kostenfrei und richtet sich exklusiv an Frauen. Für die Teilnahme ist eine vorherige Anmeldung bei der FBS Mülheim erforderlich, die telefonisch unter 0208 3003-333 sowie online über www.evfamilienbildung.org unter Angabe der Kursnummer 26G4107 möglich ist. Das Forum bietet Raum, um Hemmschwellen abzubauen und über therapeutische Wege zu sprechen.
Hohe Fallzahlen unterstreichen den Versorgungsbedarf
Die Notwendigkeit solcher Angebote zeigt sich an der Häufigkeit des Krankheitsbildes in der Gesamtbevölkerung. Berichten zufolge leiden in Deutschland über zehn Millionen Menschen unter unwillkürlichem Harnabgang, wobei überwiegend Frauen von der Problematik betroffen sind.
Über zehn Millionen Menschen in Deutschland leben mit unwillkürlichem Harnabgang — die meisten davon Frauen, und viele sprechen aus Scham zu lange nicht darüber. Dabei gibt es konservative und operative Wege, die Betroffenen neue Perspektiven eröffnen können. Unser kostenloser Leitfaden zeigt Ihnen Übungen für den Beckenboden zuhause und die Fragen, die Sie im Arztgespräch stellen sollten. Jetzt kostenlosen Leitfaden anfordern
Trotz der großen Zahl an Erkrankten zögern viele Betroffene, rechtzeitig ärztliche Unterstützung in Anspruch zu nehmen, was die Relevanz gezielter Patienteninformationen zusätzlich unterstreicht.
Medizinische Weiterbildung und fachlicher Austausch
Neben der direkten Patientenaufklärung spielt die stetige Weiterentwicklung operativer Verfahren im klinischen Alltag eine zentrale Rolle. Wie anspruchsvoll die Versorgung im urogynäkologischen Bereich ist, zeigte sich auch beim 2. urogynäkologischen OP-Workshop am Elisabeth-Krankenhaus Essen. Der Workshop widmete sich spezialisierten Operationsmethoden bei weiblicher Harninkontinenz und der Rekonstruktion des Beckenbodens.
Mehr als 20 Ärztinnen und Ärzte aus der gesamten Bundesrepublik nahmen an dieser Fachtagung teil. Als Operateure traten Dr. Norbert Nosal, Chefarzt für Gynäkologie und Geburtshilfe, sowie der Gast-Operateur Dr. Christian Fünfgeld (AGUB III) auf.
Wenn der Alltag von Toilettengängen bestimmt wird, fehlt oft die Kraft für die schönen Dinge. Der erste Schritt heraus führt über ein vorbereitetes Arztgespräch — doch vielen fehlen die richtigen Worte und die Übersicht über konservative und operative Behandlungsoptionen. Unser kostenloser Leitfaden gibt Ihnen eine Checkliste an die Hand, mit der Sie Ihre Situation klar schildern und die passende Entscheidung treffen können. Checkliste für Ihr Arztgespräch sichern
Begleitende Fachvorträge wurden von Dr. Nosal, Dr. Fünfgeld und Prof. Dr. Markus Hübner gehalten, dem Präsidenten der AGUB und Klinikdirektor der Universitäts-Frauenklinik Freiburg.
Die Reihe soll fortgeführt werden; die nächste Veranstaltung dieser Art am Elisabeth-Krankenhaus Essen ist für 2027 geplant. Das Zusammenspiel aus ärztlicher Weiterbildung und öffentlicher Aufklärung bildet das Fundament für eine verbesserte Versorgung von Patientinnen.
