Harness, KI-Agenten

Harness stellt KI-Agenten vor: 79% weniger Fehlalarme in Code-Scans

Veröffentlicht am: 19.08.2026 um 19:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Harness erweitert sein Portfolio um KI-gestützte Sicherheitsfunktionen, die Schwachstellen automatisiert erkennen, priorisieren und beheben sollen.

Harness präsentiert KI-Sicherheitslösungen für automatisiertes Schwachstellenmanagement
Softwareentwickler arbeitet an einem Computerbildschirm mit komplexem Programmcode in einem modernen Büro. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Das Technologieunternehmen Harness hat neue Sicherheitsfunktionen auf Basis künstlicher Intelligenz vorgestellt, die den gesamten Lebenszyklus des Schwachstellenmanagements automatisieren sollen.

Die Erweiterungen umfassen unter anderem KI-gestützte statische Anwendungssicherheitstests (AI SAST), eine Orchestrierung für LLM-Scans sowie spezialisierte KI-Agenten für die Triagierung, Fehlerbehebung und den Schutz vor Zero-Day-Lücken. Mit diesem Schritt reagiert der Anbieter auf die zunehmende Geschwindigkeit von Cyberangriffen, bei denen Akteure verstärkt auf Automatisierung setzen.

Effizienzsteigerung in der Code-Analyse

Ein zentraler Bestandteil der neuen Funktionen ist AI SAST, das die Genauigkeit bei der Identifizierung von Sicherheitslücken im Quellcode signifikant erhöhen soll.

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Nach Unternehmensangaben konnte die Anzahl der Fehlalarme (False Positives) durch den Einsatz der Technologie um 79 Prozent gesenkt werden, was einer Reduktion von ursprünglich 454 auf 95 Befunde entspricht. Dabei stieg die Präzision der Erkennung von 74 Prozent auf 93 Prozent, während die Trefferquote (Recall) bei 91 Prozent lag.

Zusätzlich setzt das Unternehmen auf das Projekt „Glasswing“. Dabei handelt es sich um LLM-basierte Scans, die laut internen Daten etwa zehnmal mehr Schwachstellen finden als herkömmliche Methoden. Diese Funktionen sind ab sofort für Kunden verfügbar und nutzen unter anderem die Integration des Modells Claude von Anthropic, um die Analysekapazitäten zu erweitern.

Automatisierte Priorisierung und Fehlerbehebung

Um die Flut an Sicherheitsmeldungen bewältigen zu können, führt Harness spezialisierte KI-Agenten ein. Der sogenannte „Triage Agent“ ist darauf ausgerichtet, Befunde nach ihrer tatsächlichen Ausnutzbarkeit zu priorisieren.

Hierbei werden Metriken wie der Common Vulnerability Scoring System (CVSS), der Exploit Prediction Scoring System (EPSS) sowie die tatsächliche Erreichbarkeit der Schwachstelle im Code herangezogen. In ersten Anwendungen konnte die Triage-Warteschlange dadurch um 21 Prozent reduziert werden.

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Sobald eine Schwachstelle identifiziert und priorisiert wurde, übernimmt der „Remediation Agent“ die Behebung. Dieser erstellt automatisch Pull Requests, die die notwendigen Korrekturen enthalten, um die Sicherheitslücke zu schließen.

Für den Schutz vor bisher unbekannten Bedrohungen ist der „Zero-Day Agent“ zuständig. Dieser überwacht Systeme kontinuierlich und ist in der Lage, validierte Korrekturen innerhalb weniger Minuten zu erstellen. Zudem kann das Tool den potenziellen Schadensradius (Blast-Radius) eines Angriffs in Sekunden kartieren, wofür manuelle Prozesse bisher oft mehrere Tage benötigten.

Reaktion auf beschleunigte Angriffszyklen

Hintergrund der Entwicklung ist die Beobachtung, dass Angreifer zunehmend KI einsetzen, um Schwachstellen in Software innerhalb von nur sechs Stunden nach deren Bekanntwerden auszunutzen. Demgegenüber steht eine durchschnittliche Behebungsdauer in Unternehmen von mehr als 50 Tagen.

Rahul Sood, General Manager für Application Security bei Harness, wies darauf hin, dass die KI-Systeme zwar tausende Schwachstellen finden könnten, die Geschwindigkeit der Exploits durch Angreifer jedoch eine sofortige, automatisierte Reaktion erforderlich mache.

Harness hat seine Position im Bereich der Anwendungssicherheit in den letzten Jahren kontinuierlich ausgebaut. Anfang 2025 fusionierte das Unternehmen mit Traceable, um seine Kompetenzen zu bündeln.

Die technologische Expansion wird durch eine solide Kapitalbasis gestützt: In einer Finanzierungsrunde sammelte das Unternehmen 240 Millionen US-Dollar ein, wobei die Bewertung von Harness auf 5,5 Milliarden US-Dollar beziffert wurde.

Mit den nun vorgestellten Funktionen „Virtual Patching“ und den verschiedenen KI-Agenten zielt das Unternehmen darauf ab, die Lücke zwischen Entdeckung und Behebung von Sicherheitsrisiken in der modernen Softwareentwicklung zu schließen.

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