Hardware-Boom: Speicherhersteller knacken 1-Billionen-Marke
29.05.2026 - 00:09:11 | boerse-global.deGetrieben von der unstillbaren Nachfrage nach KI-Infrastruktur, kletterte die Marktkapitalisierung der 43 größten Unternehmen der Branche auf rund 1,17 Billionen Euro. Das entspricht einem Jahresplus von über 127 Prozent.
Speicherhersteller: Drei Giganten knacken die Billionen-Marke
Eine atemberaubende Rallye bei Speicher- und Storage-Aktien hat die Spitze des Technologiemarktes neu geordnet. Am 27. Mai überschritten sowohl Micron als auch der südkoreanische Konzern SK Hynix die Marke von einer Billion Euro Marktwert. Sie folgten damit Samsung, das diesen Meilenstein bereits Anfang Mai erreicht hatte. Zum ersten Mal in der Geschichte halten damit die drei weltweit größten Speicherhersteller gleichzeitig eine Billionen-Bewertung.
Der Kursfeuerwerk hat einen klaren Auslöser: Die Nachfrage nach DRAM, NAND und vor allem High Bandwidth Memory (HBM) übersteigt das Angebot seit Monaten massiv. Grund ist der rasante Ausbau von KI-Rechenzentren. Analysten der UBS haben ihr Kursziel für Micron kürzlich auf umgerechnet rund 1.500 Euro angehoben und verweisen auf das explosive Wachstum des Unternehmens. Besonders eindrucksvoll: Microns Börsenwert stieg von rund 90 Milliarden Euro vor einem Jahr auf aktuell über eine Billion Euro.
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Ein interessanter Kontrast: Der traditionelle Einzelhandelsriese Walmart fiel am 21. Mai unter die Billionen-Marke. Dieser Wechsel zeigt eine breite Marktrotation hin zu den Unternehmen, die die physische Grundlage für großflächige KI-Berechnungen liefern.
Dell und HP: KI-Hardware wird zum Geschäftsmotor
Große Hardware-Anbieter wie Dell und HP profitieren vom wachsenden Interesse der Unternehmen an KI-fähiger Technik. Dell sicherte sich kürzlich einen Software-Auftrag des US-Verteidigungsministeriums im Wert von rund 8,9 Milliarden Euro. Im vierten Quartal meldete der Konzern KI-Server-Umsätze von 8,2 Milliarden Euro – ein Anstieg von über 340 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
HP präsentierte am 27. Mai seine Quartalszahlen und verwies auf das Wachstum im AI-PC-Markt sowie einen breiten Windows-Erneuerungszyklus. Zwar übertraf das Unternehmen die Umsatzerwartungen, doch der Aktienkurs geriet unter Druck, nachdem das Management die Gewinnprognose für das Gesamtjahr senkte. Grund dafür sind steigende Kosten für Speicherchips, die die Margen im PC-Segment belasten.
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Auch kleinere Player rüsten um. Corsair Gaming erreichte am 28. Mai ein neues 52-Wochen-Hoch, nachdem das Unternehmen seine neue "Corsair Pro"-Reihe von KI-Workstations und Servern mit Nvidia-Chips vorstellte. Trotz eines leichten Umsatzrückgangs im ersten Quartal meldete Corsair eine Rückkehr zur operativen Profitabilität.
Lieferengpässe: Produktion bis 2029 ausverkauft
Das rasante Wachstum der Hardware-Nachfrage hat zu erheblichen Lieferengpässen geführt, die voraussichtlich noch Jahre andauern werden. Western Digital meldete Ende Mai, dass die Produktion für Hochkapazitäts-Laufwerke für den Rest des Jahres 2026 bereits ausverkauft ist. Einige Kundenverträge erstrecken sich inzwischen bis 2028 und 2029.
Während die Infrastruktur- und Rechenzentrums-Segmente boomen, kämpfen andere Bereiche des Hardware-Marktes mit Gegenwind. Branchenbeobachter von IDC prognostizieren für 2026 einen Rückgang der Smartphone-Auslieferungen um 13,9 Prozent – ein krasser Gegensatz zu den dreistelligen Wachstumsraten bei KI-Servern und Speicherkomponenten.
Der Philadelphia Semiconductor Index, der die wichtigsten Halbleiterwerte abbildet, erreichte am 26. Mai mit 12.876 Punkten ein Rekordhoch. Auch Unternehmen im Chipdesign und der Fertigungsausrüstung wie AMD und Marvell verzeichneten kräftige Kursgewinne. Einige Analysten raten jedoch, den Fokus verstärkt auf Firmen mit unmittelbar höherem Umsatzwachstum im Rechenzentrums-Sektor zu legen.
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