Hans von Storch übt an „Fridays for Future“ Kritik

23.01.2020 - 09:51:46

Scharfe Töne kommen vom deutschen Meteorologen Hans von Storch über die Demonstrationen von „Fridays for Future“

Gegenüber der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ erklärte der Meteorologe, die Demonstrationen deutscher Schüler hätten fatale Folgen: Jede Thematik, die die Umwelt betreffe, werde nun unter dem Fokus „Klima“ gesehen. So könne man das auf den von den Schülern gehängten Plakaten nachlesen. Damit werde der Schutz für das Klima zu einer „Allzweckwaffe“ eingesetzt. Jedes Verhalten, das nicht genehm sei, werde damit erklärt. Hans von Storch ist der ehemalige Leiter des renommierten Helmholtz-Instituts für den Schutz der Küsten. Es sei furchtbar, wenn sich im Meer Plastik befinde. Unbestritten seien auch rasende Autofahrer auf Autobahnen eine große Gefahr. Dennoch dürfe man hier Dinge nicht vermischen. Beide Fälle seien kein Thema des Umweltschutzes. Anders verhalte es sich mit der Forderung der Bewegung, den CO2-Ausstoß dringend vermindern zu müssen. Hier liege „Fridays for Future“ richtig, wenn sie die Dringlichkeit betonten. Dies sei „vollständig legitim“, so der Meteorologe weiter. Bis 2050 müssten die Emissionen in jedem Fall auf null gebracht werden und das netto in jedem Teil der Erde. Nur auf diese Weise könne das angestrebte Ziel, die Erderwärmung auf weniger als zwei Grad zu bekommen, erreicht werden. Anders beurteilt von Storch die Forderung nach Dekarbonisierung in Deutschland. Nur auf Deutschland beschränkt hätte dies keinen nennenswerten Nutzen für das Weltklima. Der deutsche Forscher betont, die Welt müsse bei diesen Zielen an einem Strang ziehen. Warum sich die Bevölkerung so sehr gegen den Ausbau erneuerbarer Energien wehre, verstehe er nicht. Der Physiker und Mathematiker sagte, es sei dringend nötig damit aufzuhören, sich über alles und jedes zu beklagen. Gegen jede Art der Modernisierung werde vorgegangen, wenn man persönlich dagegen Einwände habe. Dies betreffe Stromtrassen und Bahnstrecken, aber auch Windmühlen. Storch sprach vom „Sankt-Florians-Prinzip“, das keinen Sinn mache. Auch eine Stromerzeugung, die durch Kernenergie klimaneutral erzeugt werde, müsse überprüft werden. Frankreich stoße viel weniger Treibhausgase aus, da es auf Kernenergie setze. Um kurzfristig CO2 zu sparen, müsse man darüber nachdenken, die Atomkraftmeiler in ihrer Laufzeit zu verlängern. Sei die vorrangige Herausforderung die Umwelt zu schonen, solle man nicht im Voraus die Nutzung der Kernenergie gänzlich ausschließen. Ideologische Gründe brächten hier nichts, der Dialog müsse offen sein. Schließlich habe man große technische Fortschritte bei der Sicherheit von strahlendem Müll zu verzeichnen. Deutsche sollten nicht immer so tun, als seien sie schlauer als andere.
@ ad-hoc-news.de

Weitere Meldungen

Einst weltgrößter Eisberg zerfällt – Satellit zeigt Details. Eine seltene Aufnahme hat Anzeichen für den baldigen Verlust des Riesen festgehalten. Einst war es der größte Eisberg der Welt, nun zerfällt A23a rapide. (Wissenschaft, 16.01.2026 - 13:36) weiterlesen...

Viele trauern um Tiere ähnlich stark wie um Menschen. Warum Tiere so wichtig für viele sind. Jeder fünfte Befragte empfindet den Tod eines Haustieres als schmerzhafter als den Verlust eines Menschen, zeigt eine neue Studie. (Wissenschaft, 16.01.2026 - 04:30) weiterlesen...

ISS-Crew vorzeitig zurück auf der Erde – medizinische Gründe. Nun sind die Astronauten wohlbehalten angekommen. Erstmals in der Geschichte der ISS hat die Nasa eine vierköpfige Crew wegen eines medizinischen Problems vorzeitig zur Erde zurückgeholt. (Wissenschaft, 15.01.2026 - 09:50) weiterlesen...

Gletscher-Eis für die Nachwelt: Archiv am Südpol eröffnet. Um auch der Nachwelt Einblick in das Gletschereis der Berge zu geben, haben Fachleute nun ein Schutz-Archiv eröffnet. An einem besonders kalten Ort. Der Klimawandel bedroht Gletscher weltweit. (Wissenschaft, 15.01.2026 - 08:55) weiterlesen...

DRK warnt: Deutschlandweit fehlen Blutspenden. Doch in den vergangenen Wochen wurden zu wenig gespendet. Täglich werden 14.000 Blutspenden in Deutschland benötigt. (Wissenschaft, 15.01.2026 - 03:30) weiterlesen...

Viele Kinder mit Grippe im Krankenhaus. Immer mehr Menschen stecken sich an, einige müssen ins Krankenhaus. Experten mahnen: Influenza ist eine ernstzunehmende Krankheit und kein «Schnüpfchen». Die Grippewelle nimmt an Fahrt auf. (Wissenschaft, 14.01.2026 - 18:27) weiterlesen...