Handyverbot in Schulen: England sperrt Geräte ab 29. Juni
27.06.2026 - 11:24:38 | boerse-global.de
Ab dem 29. Juni 2026 gilt in englischen Schulen ein gesetzliches Handyverbot. Die Regelung ist Teil des „Children's Wellbeing and Schools Act 2026“ und verpflichtet alle Bildungseinrichtungen zu einer durchgehend handyfreien Umgebung – auch in Pausen und Mittagspausen.
Ofsted kontrolliert die Einhaltung
Die neue Gesetzgebung ermächtigt die Schulaufsichtsbehörde Ofsted, die Einhaltung des Verbots zu überprüfen. Die Schulen entscheiden selbst über die konkrete Umsetzung. Zur Auswahl stehen:
- „No-see, no-hear“-Politik – Geräte müssen unsichtbar und stumm sein
- Verschließbare Schließfächer für die Aufbewahrung
- Signalblockierende Taschen – spezielle Beutel, die Mobilfunksignale unterdrücken
Das Verbot betrifft nicht nur Schüler. Auch Lehrkräfte unterliegen Einschränkungen bei der Nutzung elektronischer Geräte während der Schulzeit. Schottland, Wales und Nordirland verfolgen weiterhin eigene Ansätze im Umgang mit Schülergeräten.
Smartwatches und Tablets ebenfalls betroffen
Die Regelung geht über einfache Smartphones hinaus. Auch Smartwatches, Tablets und kabellose Kopfhörer fallen unter das Verbot. Die Regierung hat jedoch Ausnahmen festgelegt:
- Schüler mit medizinischen Notwendigkeiten oder Behinderungen, die auf digitale Überwachung angewiesen sind, dürfen Geräte nutzen
- Oberstufenschüler (Sixth Form) können in ausgewiesenen Bereichen wie Aufenthaltsräumen auf ihre Geräte zugreifen
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Die sogenannte „bell-to-bell“-Politik – vom ersten bis zum letzten Klingelzeichen – soll digitale Ablenkungen eliminieren und die soziale Interaktion fördern.
Erste Erfolge durch freiwillige Maßnahmen
Einige Schulen haben bereits vor dem Inkrafttreten des Gesetzes positive Erfahrungen gesammelt. Die Liberty Academy in Hull führte im November 2025 verschließbare Taschen ein und berichtet von Verbesserungen bei den schulischen Leistungen und der sozialen Beteiligung. Die Schüler sperren ihre Geräte bei Ankunft ein und holen sie am Ende des Tages an magnetischen Entsperrstationen wieder ab.
Dennoch zeigt eine Untersuchung des Vergleichsportals Uswitch Skepsis in der Bevölkerung. Rund 50 Prozent der Eltern erwarten, dass Schüler Wege finden, die Regeln zu umgehen. 33 Prozent prognostizieren, dass Kinder ihre Bildschirmzeit zu Hause einfach erhöhen werden.
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Internationaler Trend zur Handyregulierung
Das Schulverbot ist Teil einer umfassenderen Regierungsinitiative zur Regulierung des digitalen Zugangs für Minderjährige. Eine öffentliche Konsultation zu möglichen Social-Media-Verboten oder Funktionseinschränkungen für unter 16-Jährige endete am 26. Mai 2026. Bildungsministerin Bridget Phillipson signalisierte, dass die Regierung an altersbezogenen Beschränkungen festhalten will, um die Online-Sicherheit zu gewährleisten. Die genauen Maßnahmen werden noch finalisiert, während das Gesetzespaket erneut ins Parlament kommt.
Ähnliche Entwicklungen zeichnen sich international ab. In den USA tritt am 1. Juli 2026 ein landesweites Handyverbot an Schulen in Kansas in Kraft. Illinois hat ein Gesetz verabschiedet, das ab dem Schuljahr 2027/28 Klassenraumverbote vorschreibt. Die Maßnahmen spiegeln einen wachsenden globalen Fokus auf die Reduzierung des Einflusses persönlicher Technologie auf das Lernumfeld wider.
